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Catch me – Die Jagd beginnt

Probenbesuch vor der Premiere des Musicals am 16. Juni auf dem Domplatz in Magdeburg | Von Birgit Ahlert

Regisseur Felix Seiler

Ab 16. Juni ist auf dem Domplatz das Musical „Catch me if you can“ (Fang mich, wenn du kannst) des Theaters Magdeburg zu erleben. Seit 2. Mai wurde die Bühne aufgebaut, am 8. Mai begannen die Proben. KOMPAKT war bei der ersten Kostümprobe auf dem Domplatz dabei und nutzte die Gelegenheit für einige Gespräche am Rande.

Er wurde als Hochstapler berühmt und spätes­tens seit Steven Spielbergs Film zum Publikumsliebling: Frank Abagnale. Er ergaunerte sich Millionen, war als Arzt, Anwalt und Pilot tätig, ohne eine entsprechende Ausbildung dafür zu haben – er führte alle an der Nase herum. Auf Grundlage seiner Biografie und des mehrfach ausgezeichneten Films entstand das Musical „Catch me if you can“, das seine Uraufführung 2009 in Seattle erlebte.

Den Film hat er sich bewusst nicht vor seiner Inszenierung angesehen, verrät Regisseur Felix Seiler, das Buch jedoch gelesen. „Bis zu dem Punkt an dem steht, dass alles bzw. sehr viel gar nicht stimmt, was dieser Frank Abagnale behauptet, gemacht zu haben“. Das Musical erzählt die Geschichte sowieso anders, erklärt er. Es beginnt mit der Verhaftung am Flughafen und Franks Erklärung: Ich möchte den Leuten mein Leben in Form einer Show erzählen. „Dadurch tauchen wir in die Fantasie ab und es ist nicht mehr wichtig, ob das wahr ist oder nicht.“ Zwischen den Erzählungen gibt es zahlreiche Show-Nummern. Es wird gespielt, getanzt und natürlich viel gesungen. „Es wird sehr viel temporeicher erzählt als im Film, dadurch auch abwechslungsreicher“.

Es ist eine aufregende Geschichte. Ob auch er aufgeregt ist, beantwortet Regisseur Felix Seiler lachend mit „Ja, absolut!“ Zum einen, weil ein Open Air immer wetterabhängig ist. Zum anderen ist der „Platz sehr einzigartig und sehr groß.“ Die größte Herausforderung bei der Inszenierung sei nicht nur die Bühnengröße. „Das Stück hat sehr viele Szenen, sehr viele Orte. Das ist für die Zuschauer schön. Doch es ist eine Herausforderung, diese Orte zu schaffen. Im Gegensatz zum Theater können wir die Bühne nicht hoch und runter fahren lassen. Aber dafür hat unser Bühnenbildner Darko Petrovic eine tolle Lösung gefunden.“

Millionen Zuschauer haben den Film mit Leonardo DiCaprio und Tom Hanks in den Hauptrollen gesehen. Doch eine Bühnenkopie ist das Musical nicht. Bei der Besetzung ging es nicht um Ähnlichkeiten zu den Filmprotagonisten. Beim Casting war das Wichtigste, „einen Frank zu finden, der den Jugendlichen ebenso überzeugend darstellen kann wie den Erwachsenen“, erklärt Felix Seiler. Das ist bei Philipp Büttner ebenso wie bei Daniel Eckert, der alternierend spielt, betont er und wagt die Prophezeiung, „dass nach dem ersten Satz keiner mehr an Leonardo DiCaprio denkt.“

Philipp Büttner ist für das Magdeburger Publikum kein Unbekannter, war er doch bereits in der „West Side Story“ auf dem Domplatz (2017) zu erleben. Frank Abagnale ist eine Traumrolle, sagt er. „Das Stück ist gut geschrieben, die Musik und die Szenen gut verflochten“, freut er sich. „Fast jeder Song hat noch Szenen dazwischen und zwei Umzüge und alles wird unglaublich vorangetrieben.“ Auch er hat sich den Film vorab nicht angesehen, „weil ich vermeiden möchte, etwas davon in meine Rolle einfließen zu lassen, was sonst wahrscheinlich unbewusst passieren würde“. In den 16-Jährigen am Anfang der Geschichte kann er sich gut hineinfinden, ist er doch in seiner Familie auch der Jüngste. Und „egal wie alt man wird, man bleibt immer der Junge“, sagt er lachend. Ähnlichkeiten zu Frank Abagnale gibt es sonst jedoch nicht. Privat ist er eher „der Typ, der alles fünfmal vorher abwägt.“ Bereits als Kind wusste Philipp, dass er auf die Bühne will, sang in Chören, spielte in Theatergruppen, bestritt Tanzturniere, verband alles schließlich im Musicalberuf, spielte die unterschiedlichsten Rollen und erhielt Auszeichnungen.

Während für die anderen Darsteller ihre Rollen neu sind, hat Karin Seyfried die Paula bereits bei der europäischen Erstaufführung in den Kammerspielen Wien gespielt. „Ein eher kleines Theater, toll für die intimen Szenen“, erklärt sie, „für die bombastischen Szenen war es eine Herausforderung.“ Das ändert sich nun. „Jetzt haben wir eine wunderschöne große Bühne, die in der Choreografie von Danny Costello phänomenal genutzt wird“, freut sie sich. Aufführungen unter freiem Himmel seien immer etwas Besonderes, betont sie. Da gibt es ganz andere Erlebnisse als im Theater. Ob sich das Wetter ändert oder es abends dunkel wird, „man nimmt es mit ins Schauspiel. Es wird sehr, sehr spannend.“ Open air müssen die intimen Szenen intensiver gespielt werden, hinauf zum Publikum, in anderer Lautstärke. Auch in der Gestaltung der Rolle gibt es Unterschiede, verrät sie. „Ich bin gespannt auf die Premiere und die Reaktion vom Publikum. Dann erst wird sich zeigen, wie der Unterschied wirklich ist.“ Sie selbst ist „ein Fan von der Musik dieses Musicals, weil sie unterschiedliche Genres umfasst und jazzig ist. Sie werden begeis­tert sein. Kommen Sie vorbei!“

Die Musik schrieb Marc Shaiman, der u. a. mit den Soundtracks zu „Harry und Sally“ und „Sister Act“ bekannt wurde, das Buch ist von Terrrence McNally, im Deutschen von Werner Sobotka. Aufführungen gibt es bis zum 9. Juli. Infos zu Terminen und Karten unter www.theater-magdeburg.de.

Seite 16, Kompakt Zeitung Nr. 234

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