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Meter 54 und der Förderverein:
Mehr als nur „Domverschönerer“

Michael Ronshausen

Eine Besucherin betrachtet von der Orgelempore aus die restaurierten Ziergitter der Warmluftauslässe unterhalb der Lichtgaden. Foto: E. Beschke

Wie bereits an anderer Stelle berichtet, liegen die Eigentumsrechte (Danke, Napoleon!), aber damit auch die Verantwortung für die Bewahrung der Kathedrale (Danke, Napoleon!) seit mehr als 200 Jahren beim Staat. Und egal, wie dieser in den vergangenen zwei Jahrhunderten hieß, irgendwie haben sich alle daran gehalten. Auch heute ist es der Staat, genauer das Bundesland Sachsen-Anhalt, in dessen Besitz sich das mittelalterliche Gotteshaus befindet. Für den Dom und andere bedeutende Objekte hat das Land nach der Wende eine Stiftung ins Leben gerufen – die heutige Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Sie organisiert und bezahlt den baulichen Erhalt des Doms, aber leider auch nicht mehr.

 

Seit fast 30 Jahren tritt in Magdeburg der privatrechtlich organisierte Domförderverein gegen dieses „leider … nicht mehr“ an und erfreut sich beachtenswerter Erfolge. Bei zahlreichen Gelegenheiten ist der Förderverein finanziell eingesprungen und hat Projekte realisiert oder an ihnen mitgearbeitet, die anderweitig nicht möglich gewesen wären. Diese Arbeiten prägen auch heute das Antlitz der Kathedrale. Einige davon sind jedoch kaum noch sichtbar. Seit 2005 war es beispielsweise wieder möglich, bis zur sogenannten Helmgalerie des Nordturms aufzusteigen und sich eine Vorstellung zu verschaffen, welchen Ausblick dieser Ort vor fast 500 Jahren bot.

 

Problematisch war jedoch nach einem mehr als 60-jährigen Betretungsverbot der bauliche Zustand der mittelalterlichen Treppenanlage, die schließlich mit Spenden und Mitteln des Domfördervereins professionell repariert wurde – und die heute bei begleiteten Führungen begehbar ist. Zum optisch eindrucksvollsten Projekt des Vereins gehört die Restaurierung des sogenannten „Goldenen Bandes“. Inzwischen sind die bodennahen Reste der früheren Heizung verschwunden, allerdings befinden sich in halber Höhe des Langhauses und unterhalb der Lichtgaden große, einstmals vergoldete Austrittsöffnungen für die Warmluft, die damals in den Dom geblasen wurde. Zwar sind auch hier die Wärmetauscher längst ausgebaut, der räumliche Umbau aus der Zeit um 1900 ist jedoch nach heutigen Maßstäben nicht mehr zu beseitigen – womit die nach Jahrzehnten des Verfalls verrosteten Auslassgitter restauriert und neu vergoldet werden mussten. Auch dieses kostenintensive Großprojekt hat der Förderverein erfolgreich umgesetzt.

 

Im Dom finden sich zahlreiche weitere Beispiele für die erfolgreiche Arbeit des Vereins. Unbedingt zu erwähnen sind die Restaurierungsarbeiten am Hochaltar (mit einer Spende der Priemschen Familienstiftung) und die Reparatur der fünf historischen Altarleuchter, inklusive der Ergänzung des gestohlenen sechsten Leuchters. Mehrere Reparatur- und Ergänzungsarbeiten konzentrierten sich auf die frühere Marien-, bzw. heutige Ernstkapelle, wobei das schmiedeeiserne Gitter im Fokus der Restauratoren lag. Zuletzt war es der moderne Radleuchter, der seinen Weg in den Hohen Chor fand und der durch den Förderverein mitfinanziert wurde. Aktuell wird im Dom durch Wissenschaftler und Studierende das 1945 kriegszerstörte Epitaph der Familie Arnstedt neu errichtet, wobei mehrere hundert Einzelteile des historischen Originals zur Verwendung kommen. Auch bei diesem Projekt ist der Domförderverein mit hohen finanziellen Mitteln beteiligt.

 

Wer sich im Verein engagieren möchte, kann dies persönlich und auch finanziell tun. Weitere Infos gibt es unter www.domverein-magdeburg.de. Spenden gehen an den Förderverein Dom zu Magdeburg e.V., IBAN: DE33 8105 3272 0036 0053 51.

Seite 13, Kompakt Zeitung Nr. 236

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