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Bunt, mit melancholischem Unterton

Tina Beddies-Heinz

Ein bisschen verträumt, ein wenig wie eine kindliche Fantasie, aber dennoch schwingt etwas Ernstes, teilweise Morbides mit in Lotte Teussinks Werken. Betrachtet man die Gestalten, welche die Niederländerin mittels Kohle, Acryl- und Ölfarben festhält, drängt sich der Vergleich mit Tim Burtons Zeichentrickfiguren auf. Die Werke der 41-Jährigen greifen auf ungewöhnliche, traumhafte Weise ineinander und enthüllen geheimnisvolle Facetten der menschlichen Persönlichkeit, die dem alltäglichen Blick normalerweise verborgen bleiben. Häufig sind es Mädchen und Frauen, die Lotte Teussink auf Leinwand bannt – in Schwarz-Weiß ebenso wie in pastelligen Tönen oder in kräftigen Farben.


Geboren 1982 in einer kleinen niederländischen Stadt, wuchs die Künstlerin in wohlbehüteten Verhältnissen auf – wie sie selbst sagt. „Meine Eltern haben mich von Beginn an in meinem Drang kreativ zu sein, zu zeichnen – und später im Alter von 14 Jahren zu malen – unterstützt“, erklärt Lotte Teussink. „Als Jugendliche habe ich angefangen, Fotografien zu kopieren und in Ölgemälde umzusetzen. Häufig habe ich sie an Freunde oder innerhalb der Familie verschenkt. Ein paar Mal habe ich auch welche bei Wettbewerben eingereicht, aber nie etwas gewonnen.“ Als sie sich entschloss, sich in Rotterdam für ein Studium der Bildenden Künste einzuschreiben, wurde aus der Freizeitbeschäftigung Ernst. „Nach zwei Jahren habe ich das Studium allerdings abgebrochen und Musik mit dem Schwerpunkt Querflöte studiert. Meine Karriere als Malerin habe ich zu meinen eigenen Bedingungen fortgesetzt“, erzählt die niederländische Künstlerin.


Für ihre Arbeit habe sie sich öfter zurückgezogen, sei irgendwohin gereist, um die Landschaften, die Wälder zu genießen und habe allein gemalt. Diese Art des Schaffens reduzierte Lotte Teussink 2015 als sie Mutter von Zwillingstöchtern wurde. „Etwa 20 Jahre habe ich in Rotterdam gelebt, bin inzwischen allerdings mit meinem Partner und den Kindern in eine ländliche Gegend in Südholland gezogen.“ Dort arbeitet sie in ihrem Atelier, das sich in einem Industriegebiet befindet. „Es ist nichts Besonderes, aber bietet genug Platz, um zu malen, Utensilien und Materialien zu lagern – und vor allem gibt es dort genug Licht“, schildert die 41-Jährige, die beim Malen gern Podcasts hört, um sich weiterzubilden. Hin und wieder, wenn sie in eine Traum- und Märchenwelt eintauchen möchte, startet sie jedoch ihre Playlist mit düster-melancholisch, esoterischer Musik.


So beschreibt Lotte Teussink auch ihre Kunst: bunt, aber mit melancholischem Unterton; voller Hoffnung und Liebe; eine Mischung aus Surrealismus, Gothic, Folk mit Verbindung zur naiven Malerei sowie zur Bewegung des Pop-Surrealismus. Schon als Kind habe sie sich für Märchen, Fantasiewelten und die dunkle Seite der Dinge interessiert und das schlage sich nun in Hauptthemen wie Träume, das Metaphysische, höhere Dimensionen und Philosophie in ihren Arbeiten nieder. Während die Niederländerin einen großen Drang verspürt, einfach drauflos zu malen, und selten ihre Arbeit plant, ist ihr Atelier ein gut organisierter, aufgeräumter Rückzugsort. „Das gilt allerdings nur, solange ich mich nicht auf eine Ausstellung oder eine Kunstmesse vorbereite“, so die Künstlerin. Nun könnte man mutmaßen, dass sich allmählich das Chaos ausbreitet, denn vom 24. bis zum 27. August 2023 nimmt Lotte Teussink an der 9. KUNST/MITTE in Magdeburg teil. 

Seite 22, Kompakt Zeitung Nr. 238

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