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Römers Reich: KI statt Sachbearbeiter

Axel Römer

Täglich müssen wir die Klagen über fehlendes Personal hören. In allen Bereichen der Gesellschaft werden angeblich dringend Mitarbeiter gesucht. Zahlreiche Stellen seien nicht zu besetzen, auch im Öffentlichen Dienst nicht. Nun arbeiteten in Deutschland dort nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2022 insgesamt 5,2 Millionen Menschen. Öffentliche Aufgaben nehmen überwiegend Beamte, Richter, Berufs- und Zeitsoldaten und andere Tarifbeschäftigte wahr. Staatsbedienstete sind beim Bund, den Ländern, in Gemeinden und Gemeindeverbänden, im Bereich der Sozialversicherung sowie bei rechtlich selbstständigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts beschäftigt. Die Tätigkeiten der öffentlichen Verwaltung sind vielfältig und erstrecken sich beispielsweise über Schulen und Hochschulen, soziale Sicherung, öffentliche Sicherheit und Ordnung einschließlich Polizei, Justiz, Verteidigung, Gesundheitswesen und Krankenhäuser, Umweltschutz oder Finanzverwaltung. Seit 2009 verzeichnet der öffentliche Beschäftigungssektor einen Personalanstieg, vorrangig durch den Ausbau der Kinderbetreuung.


Was mir schleierhaft erscheint, ist, dass es keine praktikablen Lösungsvorschläge für die Arbeit in Verwaltungen gibt. Inzwischen sind die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) soweit fortgeschritten, dass sie in zahlreichen Lebensbereichen Einzug hält. Sogar das Medienhaus Springer ersetzt mit KI Redaktionsstellen. Warum soll das in der Verwaltung nicht funktionieren? In zahlreichen Bereichen werden aufgrund enger Vorschriften formale Entscheidungen gefällt, solche über Bürgergeld, Personaldokumente, Fahrerlaubnisse u. v. a. m.

 

Über die Eintönigkeit solcher Aufgaben und über wachsende Vorgangsberge auf Schreibtischen wird sich häufig beschwert. Formale, sich wiederholende Entscheidungen können ganz einfach durch KI-Systeme geleistet werden. Nachweise und Dokumente können automatisch erfasst und geprüft werden. Das ist schon lange keine Zauberkunst mehr. Und viele weitere Vorteile würden sich ergeben. KI kann 24 Stunden ohne Pausen, Urlaub, Krankheit und Pensions- oder Rentenansprüche durcharbeiten.

 

Endlich wäre ein Beitrag zur Beschleunigung bürokratischer Vorgänge geleistet. Öffentliche Haushalte können durch sinkende Personalkosten konsolidiert werden und die staatlichen Schulden gingen zurück. Zahlreiche Mitarbeiter könnten in anderen gesellschaftlichen und Wirtschaftsbereichen tätig werden. Die Folgen der demografischen Entwicklung können abgemildert und die Lücke im Fachkräftebedarf geschlossen werden. Die Staatsquote würde geringer und es ergäben sich Chancen, Steuern zu senken. In den Höhen der Politik kursiert permanent das Schlagwort Digitalisierung. Dann liegen vor politischen Entscheiderfüßen ganz praktische KI-Einsatzmöglichkeiten, wollen aber nicht gesehen werden. Denken Sie auch daran, dass KI nicht bestechlich wäre und keine persönlichen Befindlichkeiten zeigte oder Einzelnen Vorteile verschaffen würde. Wann ersetzt KI endlich Heerscharen von Sachbearbeitern?              

Seite 3, Kompakt Zeitung Nr. 238

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