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„Kunst hat mich zu einem besseren Menschen gemacht.“

Von Hanna Diefert

Rebecca Rauschhardt steht am Bahnhof am Gleis und wartet auf ihren Zug. Er hat Verspätung. Jetzt hat sie Zeit, mal kurz zu verschnaufen und nachzudenken. Über die Kunst und alles, was dazu gehört.


Die gebürtige Dresdnerin hat schon einmal an der KUNST/MITTE teilgenommen. Umso mehr freut sie sich, auch dieses Jahr dabei sein zu können. Beworben hat sie sich, weil sie die Messe und deren Künstler gerne unterstützen möchte.


Rauschhardt hat sich, bevor sie sich allein der Kunst gewidmet hat, in einigen Berufsfeldern ausprobiert. Auch wenn ihre Lehrer ihr schon in der Schule vermittelt haben, dass sie in der Kreativität ihren Berufsweg finden wird. Laut der Künstlerin selbst, frei nach dem Motto: „Mathe kann sie nicht, aber malen kann sie.“ Und die Lehrer hatten recht. Rauschhardt war in künstlerischer Hinsicht sehr begabt und merkte, dass ihr etwas fehlte. Der stolze Unterton in ihrer Stimme schwingt mit, als sie erzählt: „Durch die Kunst bin ich ein besserer Mensch geworden.“ Sie fühlte sich befreiter und glücklicher, wenn sie sich dem widmete, was ihr wirklich am Herzen lag und immer noch liegt.


Für sie ist der Spagat zwischen dem kreativ Werden und dem Alltag jedoch schwierig, denn Kunst erfordert viel Zeit und Intensität. Rauschhardt macht deutlich, wenn sie länger nicht die Möglichkeit hatte, das in ihrer Kunst auszudrücken, was ihr auf der Seele brennt, dann wird es beim nächsten Mal im Atelier „chaotisch“.


Inspirieren lässt sie sich vor allem von ihrer eigenen Wahrnehmung. Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, ist wichtig. Doch auch mit geschlossenen Augen findet sie ihre Inspiration. Rauschhardt träumt nämlich auch oft von Bildern, die sie dann im wachen Zustand erschaffen möchte. Es scheint beinahe intuitiv zu sein.


In ihren Werken versucht sie vor allem das auszudrücken, was Kunst für sie ist: Wahrheit. Die Kunst soll die Menschen treffen. Auch wenn es nicht in Worte zu fassen ist, was man fühlt, soll es in bildlicher Form trotzdem „ausgesprochen“ sein. Dinge, die sonst einzeln betrachtet werden, sind in der Kunst gesammelt. Auch wenn sich das sehr ernst anhört, Rauschhardt versucht trotzdem immer, mit Spaß an ihre Werke zu gehen. Oftmals reicht es ihr auch schon, etwas „zu tun“ und den Pinsel in der Hand zu haben.


Dass die Künstlerin viel Wert auf Ehrlichkeit und Wahrheit legt, wird klar, als die Frage aufkommt, was sie denn daran reizt, ihre Werke auszustellen. Trocken antwortet sie: „Geld.“ Eine Ausstellung bietet ihr auch immer die Möglichkeit, auf ihre Werke aufmerksam zu machen und diese auch zu verkaufen. Sie verdeutlicht, dass man es als Künstler auch nicht unbedingt einfach hat, wenn man davon leben möchte. Schließlich ist das eigentlich auch nur ein normaler Beruf, der gesellschaftlich jedoch noch nicht so ganz akzeptiert wird.


Rauschhardt ist jedoch nicht nur in der Malerei tätig, sondern arbeitet auch mit Textilien und probiert sich in der Bildhauerei aus. Entscheiden würde sie sich jedoch immer für das Malen, denn „Malerei ist einfach, nimmt keinen Platz weg und funktioniert.“ Pragmatisch, aber wahr. Denn wer denkt nicht zuerst an Gemälde, wenn das Wort „Kunst“ fällt?

 

Trotzdem blickt sie der KUNST/MITTE sehr positiv entgegen und freut sich schon, mit einigen Kollegen mal wieder in den Austausch zu kommen, denn der Kontakt zwischen den Künstlern kommt ihrer Meinung nach viel zu kurz.
Rauschhardt hofft auf viele Besucher und spannende Geschichten, um reichlich Erfahrungen zu teilen.

Seite 27, Kompakt Zeitung Nr. 238

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