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Goldschmiede – Handwerk mit sehr langer Tradition

Birgit Ahlert

Mit handwerklichem Geschick und Feingefühl stellt Gold- und Silberschmied Stefan Schröder aus feinem Gold eine sogenannte Kartoffelknoten-Kette her. Foto: Peter Gercke

Die Geschichte des Goldschmiede-Handwerks geht weit in die Jahrhunderte zurück. Magdeburg galt bereits vor der Stadtgründung als wichtiger Handelsort an der Elbe. Es gab Märkte, bei denen auch mit Schmuck gehandelt wurde. Daraus entwickelte sich ein stetiges Goldschmiedegewerbe. Die erste Quelle für den Nachweis der Innung stammt aus dem Jahr 1257, und dabei handelte es sich um eine erneute Bestätigung der Innungssatzung. Also kann man davon ausgehen, dass es das Goldschmiedehandwerk bereits zuvor gegeben hat. Denn Voraussetzung dafür war ein florierendes Handwerk. Auch wenn frühere Dokumente fehlen, so gibt es andere Kenntnisse, ist von Stefan Schröder zu erfahren, der umfangreich dazu recherchiert hat. „Die Goldschmiede-Innung gehörte zu den fünf reichsten der Stadt“, erklärt er. Ausdruck dessen war, dass ihr Innungshaus eines der größten der Stadt war (früher Heiliggeiststraße, später in Goldschmiedebrücke umbenannt). Zum anderen hatte die Goldschmiede-Innung ein Fenster in der Ulrichskirche, die als Innungskirche galt und deren Gründung zwischen 993 und 1022 liegt.


Stefan Schröder berichtet davon voller Leidenschaft. Der Magdeburger Goldschmied beschäftigt sich seit langem mit der Geschichte seines Handwerks. Auf die erste schriftliche Erwähnung „Innungsprivilegien in Magdeburg 1257 bestätigt“ traf er durch Zufall bei einer Ausstellung in Quedlinburg im Jahr 2006. Daraufhin wandte er sich an seinen damaligen Arbeitgeber, Goldschmied Wolfgang Krietsch, der in der Innungsversammlung auf das bevorstehende 750-jährige Jubiläum hinwies. „Das war der Beginn“, erzählt Stefan Schröder, „mein Recherchefieber war geweckt.“ 


Durch die Verwüstung der Stadt 1631 sind viele Nachweise verloren gegangen. Deshalb sucht Stefan Schröder danach in halb Europa, steht in Verbindung mit Museen, Auktionshäusern, stöbert in Archiven. So weiß er, dass es unter anderem in Uppsala (Schweden) zwei Kelche gibt, die Ende des Dreißigjährigen Krieges von Magdeburg aus dorthin in Sicherheit gebracht worden waren. In Magdeburg selbst wurde 2005 bei Bauarbeiten der (bis dahin) europaweit größte Fund an Gussformen aus dem 13. Jahrhundert entdeckt, die der Schmuckherstellung dienten. Dazu recherchierte Stefan Schröder beim Landesamt für Archäologie in Halle, wo er die historischen Funde für sein Archiv fotografieren durfte. Neben Text und Fotos begann seine Sammelleidenschaft für Exponate mit einem Ring der PGH Chrysos, den er 2007 im Antikhandel entdeckte. Natürlich hat er auch dazu recherchiert, woraus letztlich ein Buch entstand. Darin enthalten ist u. a. die Geschichte der Entstehung der Amtskette der Magdeburger Oberbürgermeister, entworfen vom Bildhauer Heinrich Apel, gestaltet mit historischen Fundstücken aus dem Palastgebäude von Otto I., gefertigt von Manfred Scola von eben dieser PGH. 


Stefan Schröder ist fasziniert von seinem Gewerk. Mit Leidenschaft ist er Gold- und Silberschmied, hat zusätzlich die Qualifizierung zum Edelstein- und Diamantgutachter. In seiner Arbeit nutzt er die historischen Kenntnisse und Fertigungstechniken für das Reparieren älteren Schmucks und anderer Exponate. Gleichzeitig verbindet er sie mit modernen Ideen und schafft da-raus individuelle Kunststücke in Handarbeit. Stets lässt er sich neue Kreationen einfallen, wofür er überall Inspiration findet. Ob Mitbringsel aus dem Urlaub, die er zu einzigartigen Schmuckstücken verarbeitet, aus sämtlichen Materialien von Edelmetallen bis Holz. So entstehen Ringe, Ketten, Ohrschmuck, Gürtelschnallen … oder individuelle Eheringe, gemeinsam mit den Kunden nach deren Wünschen kreiert.


Mit traditionellem Wissen und neuen Ideen gestaltet Stefan Schröder Gegenwart und Zukunft der Goldschmiedekunst. Er ist Geschäftsinhaber von „Uhren Meyer/Goldschmiede Schröder“ in Magdeburg, Halberstädter Straße 121.

Seite 17, Kompakt Zeitung Nr. 242

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