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Michael Ronshausen

Wer sich heute noch an den Sommer 1990 erinnern kann, denkt vielleicht als erstes an die verblüffende Kaufkraft der neuen Geldscheine, die durch die Währungsunion am 1. Juli in der DDR Einzug hielten. Am Rande dieses historisch bedeutsamen Ereignisses vollzog sich jedoch eine weniger erfreuliche Entwicklung. Tausende Betriebe der Lebensmittelindustrie hatten per sofort kaum noch Möglichkeiten, ihre Produkte unters Volk zu bringen. Wer mit „Westgeld“ bezahlt, wollte mehr, als den Geschmack des Westens nur mal auszuprobieren. Bis auf wenige Beispiele ging im Grunde genommen die komplette Lebensmittelindustrie der kurz vor ihrem Abgesang stehenden DDR den Bach runter. Manchmal geschah das sogar wortwörtlich, bekannt ist beispielsweise ein Safthersteller (es war nicht „Natho“) aus der Magdeburger Börde, dessen Produkte den Weg in die Bode fanden.

 

Am Ende dauerte es meist Jahre, bis sich die Konsumenten an die klassischen Produkte der einheimischen Lebensmittelhersteller erinnerten – und eben auch daran, dass zumindest in diesem Zusammenhang in der DDR nicht alles schlecht war. Viele dieser Waren gehören heute zu den Standards im öffentlichen Warenkorb der Supermärkte. Spreewälder Gurken sind heute genauso etabliert wie die Produkte aus dem „Westen“, und manche „Ost“-Produkte haben der westdeutschen Konkurrenz sogar den Rang abgelaufen. Wirklich absehbar war diese Entwicklung vor knapp dreieinhalb Jahrzehnten nicht.

 

Auf einer anderen, durchaus etwas kleinteiligeren, Ebene hat sich diese Entwicklung sogar noch mehr Zeit gelassen. Natürlich gab es schon immer Hobby-Imker, die übers Jahr 20 Honiggläser unter die Leute brachten. Und auch, wenn heute nicht mehr an jeder zweiten dörflichen Hofeinfahrt ein Eierverkaufsschild pappt (im Sommer 1990 hätte man mit professionell hergestellten Eierverkaufsschildern viel Geld verdienen können), gab und gibt es diese Form der privaten Wirtschafterei noch immer. Wirklich wahrnehmbar ist sie in professioneller Ausprägung jedoch erst in den vergangenen Jahren geworden. Und wer es will, kann sich heute – von wenigen speziellen Produkten einmal abgesehen – durchaus auch durch regional hergestellte Lebensmittel ernähren. Magdeburgs vielleicht bekanntester Lebensmittelhersteller ist die „Kaffeebude“, die natürlich nur regional so genannt wird und in Wirklichkeit Röstfein heißt. Durch ihren genau genommen deutschlandweiten Bekanntheitsgrad haben die Röstfeiner natürlich überhaupt kein Problem damit, ihren „Heeßen“ auch regional an Frau und Mann zu bringen. Ein wenig mehr Aufwand müssen hingegen viele andere Firmen betreiben, die zwar kleiner sind, ihren Kunden aber ebenfalls ordentliche Produkte an die Hand (bzw. in den Mund) geben. Um beim Kaffee zu bleiben wäre hierbei vielleicht die ebenfalls in der Elbestadt angesiedelte Magdeburger Kaffeerösterei (KRM) zu nennen, die genau diesem Prinzip in höchster Qualität folgt.

 

Ein anderes in Magdeburg beheimatetes Unternehmen sorgt unter anderem auch beim Frühstück für ein besonderes Geschmackserlebnis – und sorgt nicht selten für lange Schlangen vor dem Geschäft. Eingeweihte Kunden bestellen ihre Brötchen inzwischen gerne vor, um sich dieses Schlangestehen bei der Bäckerei Otto zu ersparen. Im weiten Feld der Stadt und rund ums Umland gibt es inzwischen zahlreiche beachtenswerte Firmen, die in vielerlei Form Lebens- und auch Genussmittel in hoher Qualität herstellen und oftmals sogar außergewöhnlichen Ansprüchen gerecht werden. Eine – selbstverständlich nicht erschöpfende – Auswahl solcher Firmen finden Sie mit Klick auf den roten Button:

Seite 16, Kompakt Zeitung Nr. 247, 10. Januar 2024

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