KM_LOGO_rb_100px

Auf dem Weg zum finalen Glockenguss

Isabel Tönniges

Der Vereinsvorstand im Dom mit den neuen Glocken. Foto: Jens Wolf

Der Magdeburger Dom befindet sich auf dem Weg zur Herstellung eines 12-Glocken-Domgeläutes und konnte 2023 maßgebliche Schritte in Richtung des letzten Glockengusses tun, indem sechs neue Glocken, alle gegossen in der Glockengießerei Bachert, im Dom begrüßt werden konnten, nachdem bereits 2022 die erste neu gegossene Glocke feierlich im Dom eingeweiht wurde. Die größte Glocke, die CREDAMUS, soll als letztes am 19. Dezember 2025 gegossen werden und das neue Domgeläut finalisieren. Auf diesem Weg müssen nun 2024 die Gelder für die größte Glocke, die CREDAMUS, zusammengetragen und die baulichen Veränderungen im Nord- und Südturm weiter konzipiert und ebenso finanziert werden.


In diesem Jahr hat der Domglockenverein die Höchstspendensumme von 700.000 Euro überschreiten können und nun mittlerweile auch 259 Vereinsmitglieder. Im August konnte der Verein die Premiere des Glockenfilms zum Guss der AMEMUS vorstellen und zeigen, welcher aufwändige Weg durchschritten werden muss bis zum finalen Gussprozess. Bisher war es feierlich möglich, am Ostermontag dieses Jahres die fünf Domglocken, die CANTEMUS („lasst uns singen“), die BENEDICAMUS („lasst uns segnen“), die QUERAMUR („lasst uns klagen“), die RESISTAMUS („lasst uns widerstehen“) und die DUBITEMUS („lasst uns zweifeln“) zu begrüßen und im August die letzte der „kleinen“ Glocken die SPEREMUS.
Als nächsten Schritt müssen bauliche Arbeiten im Nord- und Südturm durchgeführt werden, um den neuen Glocken den Dachstuhl in den Türmen so aufzubereiten, dass sie alle gehängt werden können. Vorbereitend wurden schon verschiedene Messungen zu den zukünftigen Schwingungen in Schwingungsgutachten erstellt und Planungen durch das Architekturbüro Sußmann&Sußmann durchgeführt. Zu den Bauarbeiten gehört erst einmal, die Joche teilweise umzuarbeiten. Des Weiteren müssen der Einbau einer zweiten Glockenstuhl-Ebene und die Errichtung eines Doppel­glockenstuhls für die DOMINICA und die APOSTOLICA oberhalb der jetzigen Glockenkammern im Nordturm erfolgen und die Ertüchtigung des vorhandenen Glockenstuhls der APOSTOLICA zur Aufnahme der AMEMUS. Weiterhin ist die Erstellung einer Läuteordnung und die Installation der passenden Läutetechnik unabdingbar.


Auch der Südturm muss baulich verändert werden, das heißt, es muss einen Rückbau des Fahrstuhls, die Projektierung und den Einbau von zwei Glockenstuhlebenen geben, die Projektierung und den Einbau des Glockenstuhls für die CREDAMUS und der drei Doppelglockenstühle für die kleinen Glocken.

Seite 10, Kompakt Zeitung Nr. 247, 10. Januar 2024