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Film verrückt
Tipps von Lars Johansen

In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken. „Moloch“ ist ein kleiner holländischer Gruselfilm aus dem Jahr 2022. Und ich sage Grusel, weil es eben kein Horror ist, sondern wundervoll altmodischer Grusel. Die Geschichte ist vielleicht nicht neu, aber sie wird angenehm düster erzählt, und das einsam gelegene Haus mitten in dem Sumpfgebiet, in welchem gerade einige Moorleichen ausgegraben werden, bietet einen atmosphärischen Schauplatz. Wallende Nebel und ein paar blutige Erinnerungen der weiblichen Hauptfigur sind geschickt eingesetzt. Und die Geschichte, ob es einen Familienfluch gibt und die weiblichen Mitglieder der Familie gar einer alten babylonischen Gottheit geopfert werden, vermag gut zu unterhalten. Ein weiterer gelungener Beitrag zum gerade populären „Folk-Horror“, der den Schre-cken auf dem Land verortet. „Mordrezepte der Barbouzes“ aus dem Jahre 1964 dagegen ist ein Spionagefilm, der sein Genre gelungen komödiantisch aufarbeitet. Mit Lino Ventura und Mireille Darc in den Hauptrollen kann da auch nicht allzu viel schiefgehen. Die neue Veröffentlichung im limitierten Mediabook enthält einen nicht allzu kurzen Text von mir, der ein wenig über beides, Film und Genre, informiert. Kurz, es lohnt sich, da zuzuschlagen, denn Bild und Ton sind tadellos und der Erstveröffentlichung haushoch überlegen.


Im Kino kann man jetzt „Der Junge und der Reiher“ schauen. Das ist der neue Film von Hayao Miyazaki, also ein japanischer Zeichentrickfilm, ein Anime. Und wie es sich für einen seiner Filme gehört, ist er zum einen unbedingt sehenswert und richtet sich zum anderen eben nicht nur an Kinder, sondern auch an Erwachsene. Ein echter Familienfilm also, der so klug wie poetisch vom Erwachsenwerden erzählt, von den Unsicherheiten eines Heranwachsenden und vor allem und immer wieder von der Liebe. Diese universelle Botschaft beeindruckt auch durch die zeichnerische Perfektion dieses Meisterwerks.

Seite 12, Kompakt Zeitung Nr. 247, 10. Januar 2024

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