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kiekmaKUNST: Wale beobachten

Tina Beddies-Heinz

Foto: Peter Gercke

Die Sonne strahlt vom mit nur wenigen Schleierwolken verzierten Himmel und die milden Temperaturen verleiten zum Ausflug in der Umgebung. Warum also nicht aufbrechen … beispielsweise Richtung Neustädter See, auch wenn noch kein typisches Badewetter herrscht. Mit dem Fahrrad kommt man parallel zur Rothenseer Straße entlang der Schrote vorbei an Kleingärten und dem Zoo, umgeben von viel Grün, Vogelgezwitscher und anderen Tierlauten, Richtung Norden. Und auf dem Weg dorthin lohnt sich ein Abstecher in die Victor-Jara-Straße. Denn dort lässt sich etwas entdecken, das in den Magdeburger Seen nicht zu sichten ist: ein Wal. Genauer: ein Buckelwal namens Walerie.


Seit Anfang 2022 schwimmt „DIEwachsameWALERIE“ an den Giebeln der Häuser in der Victor-Jara-Straße, Ecke Salvador-Allende-Straße. Begleitend zu den Sanierungsarbeiten an den Fassaden hatte die Wohnungsbaugenossenschaft Otto von Guericke das fast 300 Quadratmeter große Wandbild in Auftrag gegeben. Gestaltet wurde es von dem gebürtigen Aachener, nun in Berlin lebenden Graffiti-Künstler Andi Delic Ponto, alias Coky One, der in seinen Kunstwerken immer wieder Umweltprobleme und das rücksichtslose Verhalten der Menschen thematisiert. Die Verschmutzung der Meere durch den Menschen – diesen Inhalt hat sich Coky One für Magdeburg ausgesucht und einen riesigen, an Strahlkraft kaum zu übertreffenden Buckelwal an die Giebel gebracht, der aus einem Meer voller Müll hinüber in einen sauberen Ozean springt.


Das trotz des betrüblichen Themas farbenfrohe Graffiti tut der Umgebung gut. Der in direkter Nachbarschaft zu Walerie befindliche Neustädter Platz gibt mit seinen Flachbauten der Passage am Märchenbrunnen den Blick frei, der dann am nächsten Zehngeschosser hängen bleibt. Die Barleber wie auch die Salvador-Allende-Straße sind gesäumt von hohen Häusern, die sich in unterschiedlichen Helltönen in die Umgebung fügen. Dort, wo die Vermieter die Fassaden einer Sanierung unterzogen haben, wurde etwas Farbe ins Spiel gebracht. Doch aus dem Einheits-Hellgrau bis -Hellbeige sticht zum Glück Walerie hervor und vermag es, den Betrachtern ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.


Und das Wandbild ist bei weitem nicht das einzige Kunstwerk in der Umgebung, wenn auch das derzeit modernste und größte. Nebenan steht seit 1982 der Märchenbrunnen auf dem Neustädter Platz, der nach dem Entwurf von Annedore und Wolfgang Policek entstanden war. Der Springbrunnen aus hellem Betonwerkstein war ursprünglich mit farbigen Mosaiken versehen, die jedoch im Laufe der Zeit verloren gingen. Seit der Sanierung des Platzes 2004 erstrahlt das Kunstwerk in neuen, kräftigen Farben. Ebenfalls bekannt dürfte der „Lindwurm“ sein, der seit 2011 über der B189 wacht. Der Drache aus Stahl mit dem leuchtend roten Herz wurde von Astrid Weinhold entworfen, von der auch die Ideen zu den Plastiken die „Ameisenschlacht“ und „Trauriger Thor“ stammen – ebenfalls unweit des großen Buckelwals zu finden. Es lohnt sich also, die Augen offen zu halten.     

 

Seite 25, Kompakt Zeitung Nr. 253

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