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Brutmonitor für Vogelschutz
in Magdeburg

Grit Liebelt (NABU Magdeburg) & Elisa Wiegmann

 

Während wir Menschen durch immer neue Bauprojekte Stück für Stück weiter in den Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten vordringen, haben sich viele Vogel- und Fledermausarten diesen Lebensraum zurückerobert. Denn sie haben sich als Kulturfolger an menschliche Siedlungen angepasst und sind nun auf sie als Lebensraum angewiesen. Durch Sanierungen, Umbau oder Abriss von Gebäuden werden die Tiere und ihre Nester jedoch gefährdet. Genau aus diesem Grund haben Ehrenamtliche des NABU Magdeburg den Brutmonitor ins Leben gerufen.


Der Brutmonitor ist ein stadtweites Projekt zum Schutz gebäudebewohnender Vögel und Fledermäuse in Magdeburg. Er sammelt und überprüft Angaben zu bekannten Brutplätzen und Quartieren, um den Schutz dieser Lebensräume effektiv zu verbessern. Dazu arbeiten ehrenamtliche Kartiererinnen und Kartierer mit den zuständigen Behörden eng zusammen und tauschen Informationen über digitale Netzwerke aus. Jeder und jede kann Teil des Projekts werden und Standorte von Schwalben, Mauerseglern und Co. melden.


Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es sich um ein Mitmachprojekt handelt, bei dem sich Magdeburgerinnen und Magdeburger für den Artenschutz engagieren können. Über ein Meldeformular auf der Website (www.brutmonitor.de) können Nester oder Fledermausquartiere gemeldet werden. Zum Beispiel weil am eigenen Haus oder bei den Nachbarn Vögel brüten oder weil man beim Sonntagsspaziergang ein Nest entdeckt hat.


Die Grundlage für das Projekt hat Helga Pickert geschaffen, die sich als engagiertes NABU-Mitglied schon seit vielen Jahren für den Schutz von Schwalben und Mauerseglern einsetzt. Dafür ist sie schon lange in einem regen Austausch mit dem Umweltamt und verfolgte die Idee, ein Projekt für die ganze Stadt Magdeburg anzustoßen. Ein junges Ehepaar aus dem NABU Magdeburg – Grit und Jonas Liebelt – haben sich anstecken lassen und sich der Sache angenommen, ein Projekt konzipiert und umgesetzt. Bei dem Projekt arbeiten haupt- und ehrenamtlicher Naturschutz zusammen. Die Standorte, die über den Brutmonitor gemeldet werden, helfen der Naturschutzbehörde den gesetzlichen Artenschutz durchzusetzen. Sind Nester und Fledermausquartiere bekannt, können bei anstehenden Bau- oder Sanierungsarbeiten Regelungen zum Schutz der Arten getroffen werden. Das sind meist Bauzeitenregelungen und Ausgleichsmaßnahmen wie Nistkästen, die angebracht werden müssen. Dafür erhalten die Behörden vom NABU gesicherte Zugänge zu einer Datenbank, über die sie die Standorte der Nester und Quartiere abrufen können. Die frühesten Daten im Brutmonitor stammen bereits aus dem Jahr 2005. Damals hat der NABU ein Projekt zur Kartierung von Schwalben und Mauerseglern in Magdeburg initiiert. Da diese Vögel jedes Jahr zu ihren Nestern zurückkehren, sind die Daten heute noch aktuell. Nun liegen sie erstmals auch digital vor.


Außerdem stellt der Brutmonitor auch spannende Hintergrundinformationen und faszinierende Einblicke in die Welt der Gebäudebrüter und Fledermäuse bereit. Auf der Website gibt es eine interaktive Karte, die anzeigt, in welchen Stadtteilen wie viele Nester und Quartiere bereits gemeldet wurden. Hintergrundinformationen erklären, welchen Wert Gebäude als Lebensraum haben und wie dieser Lebensraum bewahrt werden kann. Dazu gehört auch der rechtliche Artenschutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Außerdem gibt es auf der Seite Artenporträts von 20 Vögeln und 15 Fledermäusen, die mit dem Projekt geschützt werden – mit Vogelstimmen und fantastischen Fotos, die Einblicke in die Tierwelt erlauben.


Ein Blick auf die Website lohnt sich damit definitiv, aber vor allem zählt der Blick in unsere direkte Umwelt, um unsere kleinen Mitbewohner zu entdecken und über den Brutmonitor zu melden. Jede und jeder kann dadurch zum Schutz der gebäudewohnenden Vogel- und Fledermausarten beitragen – und dabei noch viel Neues über die vielfältige Tierwelt mitten in Magdeburg lernen!

 

Nr. 254 vom 23. April 2023, Seite 18

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