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kiekmaKUNST: INGE gedeiht

Von Tina Beddies-Heinz

Den Giebel der Lübecker Straße 41 ziert ein Werk des Magdeburger Künstlers Robin Zöffzig. Auf der entgegengesetzten Südseite, am Heizhaus der Lübecker Straße 37, haben sich Gordon Motsch und Alexander Bieß von „Strichcode" mit einem Graffiti samt vertikalem Garten verewigt - siehe Foto. Alles zusammen ergibt das Kunstprojekt „DASmutigeINGE“ der WBG Otto von Guericke.
Foto: Tina Beddies-Heinz

 

Ob aus Magdeburgs Norden kommend oder vom Zentrum aus Richtung Norden fahrend – wer auf der Lübecker Straße unterwegs ist, kann die farbenfrohe Fassadengestaltung an Hausnummer 37 und 41 unmöglich übersehen. Knallige Töne in Pink, Lila und Blau beziehungsweise Lila, Pink und Orange überwiegen. Hinzu kommt das satte Grün eines vertikalen Gartens. Verantwortlich für das bunte Treiben in der Neuen Neustadt sind zum einen der in Magdeburg geborene Künstler Robin Zöffzig und zum anderen die beiden „Strichcode“-Künstler Alexander Bieß und Gordon Motsch mit ihrem Projekt „Greencode“.


Initiiert hatte das Vorhaben die Wohnungsbaugenossenschaft Otto von Guericke unter dem Namen „DASmutigeINGE“ vor mehr als drei Jahren im Zuge einer Fassadenrenovierung am gesamten Gebäudekomplex Lübecker Straße 37 bis 41. Abgesehen vom Blickfang am Nordgiebel, der auf 80 Quadratmetern – sofort erkennbar – die Handschrift Robin Zöffzigs trägt, gehört dazu ein besprühtes und begrüntes Heizhaus auf der Südseite. Das Graffiti von Alexander Bieß und Gordon Motsch schafft die perfekte Verbindung zum Kunstwerk auf der Nordseite. Und der vertikale Garten, der erste seiner Art in Magdeburg, ist nicht nur ein Hingucker, sondern bringt auch zahlreiche Vorteile mit sich. Zum einen bietet er Insekten und Tieren ein Zuhause, zum anderen dient er im Winter als Isolation und im Sommer als Passivkühlung. Ein INnovatives GEbäude also – daher auch der Name INGE für das Projekt, das erstmals Kunst am Bau mit einer begrünten Fassade vereinte.


Die mehr als 100 Stahlprofile und 250 Gewindestangen, die die Grundlage für den vertikalen Garten bilden, wurden mit Substrat befüllt, das in Relation zum Eigengewicht ein zehnfaches an Wasser aufnehmen kann. Bei Regen ist der vertikale Garten so ein idealer Wasserspeicher. Zur Pflege wird das Projekt regelmäßig belebt – so auch im April, als Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse des Albert-Einstein-Gymnasiums Magdeburg die Gartenhandschuhe überstreiften und die Wandbegrünung auffrischten. Auch Mitarbeiter der Wohnungsbaugenossenschaft packten mit an und hauchten dem vertikalen Garten unter Anleitung von Alexander Bieß und Wolfram Kircher, Professor für Botanik und Landschaftsgestaltung an der Hochschule Anhalt, neues Leben ein. Circa 800 Pflanzen gedeihen nun auf 57 Quadratmeter in „INGEs“ Garten.


Wer die Gelegenheit hat und auf dem Weg durch die Stadt in der Lübecker Straße vorbeikommt, sollte bei den Frauen, Walen, Flamingos und Fischen verweilen. Während die Straßenbahn in regelmäßigen Abständen vorbeirattert, sich die Autos ihren Weg durch die Neue Neustadt bahnen und Menschen ihren Zielen entgegenhasten, bietet „DASmutigeINGE“ eine kleine Oase zum Innehalten. Man kann nach Lavendel, Glockenblume, Kupferteppich und weiteren Pflanzen Ausschau halten, Hummeln und andere Insekten beobachten – was durchaus etwas Beruhigendes hat – und einfach die Kunst auf sich wirken lassen …

 

Nr. 255 vom 14. Mai 2024, Seite 17

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