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Abenteuer im
Ringheiligtum Pömmelte

Martin Liehr

 

Wie bringt man Kindern die Bedeutung eines geschichtsträchtigen Ortes ohne langatmige Belehrungen nahe? Indem man sie spielerisch in das Geschehen eindringen lässt. Charlotte Buchholz hat sich mit dem Kinderbuch „Abenteuer im Ringheiligtum Pömmelte“ dieser Herausforderung gestellt, die Geschwister Tom und Sarah auf eine imaginäre Abenteuersuche geschickt.


Beide sind Feriengäste bei ihren Großeltern, die nicht nur in der Nähe von Pömmelte leben, sondern dort seit vielen Generationen ihre familiären Wurzeln haben.


Mittels eines Kunstgriffes lässt Buchholz während eines gemeinsamen Besuches von Großeltern und Enkeln die Kinder vom Ringheiligtum weg aus der Gegenwart in die Jungsteinzeit eintauchen. Dies geschieht im Laufe der Handlung drei Mal und selbst beim erwachsenen Leser kommt angesichts der von den Kindern gemachten Beobachtungen die bange Frage auf: „Was wird, wenn sie entdeckt werden und nicht in die Gegenwart zurückfinden?“


Denn Tom und Sarah wagen sich bei ihren Beobachtungen bedenklich nahe an die Geschehnisse im Lebensalltag der Menschen von damals heran. Aber letztlich muss alles gutgehen.


Bis der Leser endlich aufatmen darf, wird er im Spannungsfeld zwischen damals und heute mit einer Reihe von Fragen konfrontiert, deren Bedeutung bis in die Gegenwart hinein nicht an Tiefe verloren hat. So, wenn es um den Wert des Essens geht. Die Heimkehr von Jägern mit einem erlegten Tier wird so beschrieben: Der Kreis öffnete sich, die Dorfbewohner stellten sich in einiger Entfernung auf, die Kinder hielten sich bei den Händen und hopsten auf der Stelle. Sicher freuten sie sich auf eine ordentliche Mahlzeit, dachte Sarah, und ihr wurde auf einmal klar, was es bedeutete, wenn jeden Tag pünktlich früh, mittags und abends ausreichend Essen auf dem Tisch steht.


Doch das Thema ist mit dieser Beobachtung nicht ausgeschöpft. Es gibt einen Opfertanz um ein erlegtes Tier, um dieses zu ehren. Was auch für Kinder erkennbar in krassem Gegensatz zur heutigen Massentierhaltung steht.


Enkel und Großeltern unterhalten sich darüber, wie Männer und Frauen vermutlich in der Jungsteinzeit miteinander umgegangen sind. Im Buch heißt es dazu: „Nein, das kann man sicher nicht mehr erforschen. Es gab ja keine Schrift oder irgendwas, das uns darüber Auskunft geben könnte. „Allerdings“, entgegnete Oma, „ich denke schon, dass wir Frauen sehr wichtig waren. Musste die Gemeinschaft doch ihre Größe erhalten und das ging nur, wenn die Frauen Kinder bekamen. Also hat man sie sicher geachtet.“


Auch wenn in manchem Dialog die Erklärungsversuche der Großeltern als solche zu erkennen sind: Der heranwachsende Leser wird da gern mitgehen. Denn wo das möglich ist, folgt eine praktische Umsetzung: Die Oma bäckt Fladenbrot, wie damals, nur mit Gerstenmehl, Wasser und etwas Salz und der Großvater verkündet: Wir werden Pfeil und Bogen bauen, wie das vermutlich die Steinzeitleute getan haben. Ach, dieser ahnungslose Großvater: Er nutzt sein Talent zum Malen, um beiden Enkeln seine Vorstellungen von der Jungsteinzeit-Welt optisch nahe zu bringen. Er kann ja nicht wissen, dass Tom und Sarah all diese Dinge im „Original“ gesehen haben. Beispielsweise ist an einer Stelle zu lesen: „Opa lachte: ‚Na Tom, du Kritiker, was hast du auszusetzen?’ ‚Na ja, die Hütten, die waren größer …‘“


Solche Textstellen lösen beim „allwissenden“ jungen Leser natürlich Vergnügen aus. Und sie öffnen ihn dafür, Vergangenes in sich aufzunehmen, dieses zu achten, daraus ein Nachdenken über das Heute zu beginnen.


Aber auch bei Erwachsenen vermag dieses Buch etwas auszulösen: Markus Bauer, Landrat des Salzlandkreises, formulierte in seinem Vorwort:  Für Besucher und Touristen auf den Himmelswegen Sachsen-Anhalts ist das Ringheiligtum Pömmelte die jüngste Attraktion. Es erzählt als „deutsches Stonehenge“ die älteste Geschichte und birgt, trotz aller wissenschaftlicher Forschung, nach wie vor seine Geheimnisse.


Mit Fantasie erobern sich Kinder ihre Welt. Erwachsene begleiten und unterstützen sie dabei. Wie Oma und Opa sind es hier konkret der Förderverein des Salzlandmuseums, die Buchautorin Charlotte Buchholz, die Illustratorin Heike Lichtenberg, die regionale Druckerei, die Salzlandsparkasse, das Land Sachsen-Anhalt und Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die bei der Umsetzung des Buchprojekts mitgewirkt haben.

 

Das Buch ist erhältlich bei: Charlotte Buchholz, E-Mail: charlotte-buchholz@gmx.de, Tel. 0157 38192008 sowie im Förderverein des Salzlandmuseums, Pfännerstraße 41, 39218 Schönebeck, Tel: 0173 2529454

Nr. 256 vom 28. Mai 2024, Seite 11

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