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Film verrückt:
Tipps von Lars Johansen

 

Ich möchte hier regelmäßig Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken.


„Reise in die Urzeit“ ist ein Film, den vermutlich viele Menschen in meinem Alter in ihrer Jugend im Fernsehen gesehen haben. Vom Tschechen Karel Zeman 1955 realisiert, vermag er auch heute noch zu unterhalten. Klar sind die Tricks ein wenig veraltet, aber immer noch ansehenswert und die Idee einer Bootsfahrt, die an mehreren erdgeschichtlichen Epochen vorbeiführt, bereitet immer noch Vergnügen. Die neue Blu-ray holt das jetzt auf ein neues Niveau und lohnt daher sicher die Anschaffung, denn so strahlte dieser Film zuletzt im Kino.


Von „Malpertuis“ (1971) gibt es leider keine deutsche Veröffentlichung. Aber immerhin kann man dieses phantastische Meisterwerk jetzt bei arte in der Mediathek ansehen. Meiner Ansicht nach habe ich diesen Film vor gut 40 Jahren in einer deutschen Synchronfassung im dritten Programm des NDR gesehen. Hier gibt es immerhin deutsche Untertitel und ich kann nur jedem empfehlen, sich den Film anzusehen. Er nimmt den Plot von „American Gods“ von Neil Gaiman ein wenig vorweg und ist mit Orson Welles und Mathieu Carriere prominent besetzt. Der Regisseur Harry Kümel hat wenig gedreht, aber seine beiden phantastischen Filme sind Meilensteine. Dieser besticht durch betörende Bilder und eine klug verschachtelte Handlung um einen jungen Matrosen und seine große Liebe, die ein Fabelwesen aus der griechischen Mythologie sein könnte.


Im Kino empfehle ich diesmal „May December“, der im Moritzhof zu sehen ist. Eine Schauspielerin möchte für ihre neue Rolle recherchieren und trifft sich mit einer Frau, die als Lehrerin eine Affäre mit einem sehr viel jüngeren Schüler hatte. Mit diesem hat sie Kinder und eine Ehe. Der Nachwuchs ist mittlerweile groß und kurz davor, das Haus zu verlassen. Die Eltern müssen mit sich und dem demnächst leeren Haus fertig werden. Und die Ehefrau, welche von der wie immer exzellenten Julianne Moore gespielt wird, stellt viele Dinge und auch die Entscheidung von damals infrage, als sie mit der jungen Schauspielerin konfrontiert wird. Das ist klug und warmherzig erzählt und lohnt unbedingt eine Betrachtung.

Nr. 257 vom 11. Juni 2024, Seite 14

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