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kiekmaKUNST: Grimm was here

Tina Beddies-Heinz

Wie an vielen anderen Ecken der Stadt hat sich der Maler und Grafiker Max Grimm auch in der Schönebecker Straße verewigt. Foto: Tina Beddies-Heinz

 

Lange muss man nicht suchen, wenn man das nächste Werk in unserer Reihe „kiekmaKUNST“ – in Kooperation mit der WBG Otto von Guericke eG – näher unter die Lupe nehmen möchte. Einfach der Schönebecker Straße Richtung Süden folgen – vorbei am Gesellschaftshaus und an den Messma Lofts linkerhand. Wer die Einfahrt zum Buckauer Engpass rechterhand erreicht hat, ist übers Ziel bereits hinausgeschossen. Kurz vorher, an der Bahnhaltestelle Budenbergstraße, befindet sich links an der Fassade eines Wohnhauses mit mehreren Eingängen ein unübersehbares Kunstwerk. Als wären die zahlreichen farbenfrohen Bilder, die zu einer Einheit verschmelzen, aus dem Boden gekrochen und an den Außenwänden hinaufgeklettert, umspielt eine Mischung aus alltäglichen Dingen und ungewöhnlichen Wesen die Fenster und Türen im Erdgeschoss.

 

Wer der Urheber dieses Kunstwerks ist, verrät ein echsenähnliches Wesen in kariertem Jackett und Krawatte. „Grimm was here …?“, steht in einer Sprechblase am südlichen Ende der Fassadengestaltung. Ja, Grimm war hier – wie an vielen anderen Ecken der Stadt hat sich der Maler und Grafiker Max Grimm auch in der Schönebecker Straße verewigt. Bereits seit 2015, nachdem die Fassade des Wohnhauses saniert wurde, schmückt dieser bunte Tupfen den Stadtteil Buckau. „Ich leis-te gern meinen Beitrag, wenn es darum geht, die Stadt zu verschönern“, sagt der 1986 geborene Magdeburger. „Kunst kann überall stattfinden und in unserer Stadt gibt es zahlreiche Flächen, die sich für eine ‚Galerie‘ im Freien eignen würden.“

 

Ebenfalls in Buckau – genauer gesagt, in der Coquistraße – ist im vergangenen Jahr ein weiteres Werk der Kategorie Kunst am Bau hinzugekommen. Die „Flaschenpost“ umspielt in blauen Tönen Tür und Fenster eines weiteren Wohnhauses. Bereits zehn Fassaden hat Max Grimm in Magdeburg gestaltet, darunter auch an einigen Schulen. Gemein ist seinen Werken vor allem eins: Sie sind farbenfroh. Dass sie nie trist wirken und aufgrund der facettenreichen Motive zur ausführlichen Erkundung einladen, hängt mit seiner persönlichen Einstellung zur Kunst zusammen. „Für mich sollte Kunst immer positive Emotionen hervorrufen. Die Menschen sollen sich daran erfreuen“, erzählt Max Grimm, der schon früh künstlerische Anregungen und Einblicke durch die Grafik-Druckwerkstatt seines Vaters erhielt. „Dass es auch Kunst geben muss, die sich kritisch mit dem Zeitgeschehen auseinandersetzt und negative Aspekte beleuchtet, steht außer Frage. Aber es prasseln täglich so viele traurige Neuigkeiten auf uns ein, weshalb ich mit meiner Arbeit lieber positive Gefühle erzeugen möchte.“

 

Ein weiterer Aspekt, der den Ergebnissen seines künstlerischen Wirkens gemein ist: Ein flüchtiger Blick reicht nicht aus, um den Detailreichtum zu erfassen. Dies gilt auch für die Fassadengestaltung in der Schönebecker Straße. Es gibt vieles zu entdecken – von unbekannten Fantasiewesen, über einen kindlich wirkenden Halbkugelversuch bis hin zu Andy Warhols Dosensuppe. Die Augen wandern unweigerlich von einem Detail zum nächsten, bleiben an kleineren und größeren Impressionen hängen, die die Aufmerksamkeit der Betrachter fesseln, um dann weiter zur nächsten Einzelheit zu huschen. Ein Verweilen lohnt sich. Bloß nicht zu schnell weiterziehen, um keine Geschichte zu verpassen, die Max Grimms Bilder – mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit an die Fassade gebracht – erzählen.

 

Nr. 257 vom 11. Juni 2024, Seite 11

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