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Ein Leben für Musik und Literatur

Pia-Monike Nittke mit ihrem Urenkel Sebastian. (Foto: Elisabeth Heinemann)

In diesen Tagen hat Pia-Monika Nittke die 90 erreicht. Schon als kleines Kind hörte sie dem Klavierspiel des Vaters aufmerksam zu. Wolfgang Amadeus Mozart, der schon im sehr frühen Alter komponierte, übte seit jeher eine große Faszination auf sie aus. Auch heute spielt Pia-Monika Nittke jeden Tag Mozartsonaten oder -konzerte. Sie sagt: „Mozart ist mein täglich Brot.“


Das erste Mal trat sie mit zehn Jahren öffentlich in der Fürs­tenschule Meißen auf. Kurze Zeit später stellte sie bei einem Schülerkonzert eine eigene Komposition vor. Fortan wurde es für die kleine Moni zu einer Selbstverständlichkeit, vor vielen Zuhörern Klavierstücke großer Meister zu spielen. Im Alter von 17 Jahren begleitete sie im Meißner Stadttheater Schuberts Winterreise am Flügel und spielte im Sinfoniekonzert das Konzertstück von Weber. Zu diesem Zeitpunkt war sie schon Studentin an der Akademie für Musik und Theater in Dresden, die später in Hochschule für Musik umbenannt wurde. Nach dem Staatsexamen als Pianistin ging sie als Solorepetitorin ans Zittauer Theater. Sie reizte vor allem die Vielseitigkeit der Aufgaben und die Farbigkeit der Theaterarbeit. Es folgten Theaterengagements als Pianistin und Solorepetitorin in Greiz und Magdeburg.


Pia-Monika Nittke war über Jahrzehnte – vor allem bei Kammerkonzerten und Liederabenden sowie bei Sinfoniekonzerten – als Pianistin und Cembalistin präsent und prägte das Konzertleben in Magdeburg entscheidend mit. Nicht wenige Opern und Klavierwerke zeitgenössischer Komponisten hat sie bei Uraufführungen aus der Taufe gehoben. Die Künstlerin kann zurückblicken auf interessante Begegnungen. Sie musizierte mit Hitoshi Hatano, Hans Otto, Robert McFerrin, dem Vater von Bobby McFerrin und ersten afroamerikanischen Sänger an der Metropolitan Opera New York, als sie kurzfristig bei der Europatournee der California Jubilee Singers für den erkrankten amerikanischen Pianisten einsprang, um nur einige zu nennen. Durch die intensive Arbeit mit Sängern angeregt, komponierte sie Lieder nach Texten von Goethe, Shakespeare, Rilke und Hesse. Später vertonte sie Texte von Claude Foster, dessen Gedichte sie auch aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzte. Inspiriert durch ihr Urenkelkind Sebastian, entstanden in den letzten Jahren zwei umfangreiche Liederzyklen für Gesang und Klavier (die Liederzyklen Fliege hoch, bunter Ball und Vom Himmel schneit Konfetti), jeweils nach eigenen Texten. Die Komposition eines weiteren neuen Kinderliedes liegt erst wenige Tage zurück.


Pia-Monika Nittke fühlt sich den unterschiedlichsten Künsten verbunden, pendelt zwischen ihnen. Durch die Arbeit an den Gedichten von Claude Foster fand sie für sich eine weitere künstlerische Herausforderung. Es war von den Foster-Nachdichtungen kein weiter Schritt mehr zu eigenen Gedichten. Seit der Jahrtausendwende schrieb sie über 800 Gedichte. Der dr. ziethen verlag hat vier Lyrikbände von ihr mit Fotografien der Tochter Elisabeth Heinemann veröffentlicht (Trügerische Ruhe, Zwölf Monde, Zwischentöne und Das Lachen der Möwe).


Pia-Monika Nittke blickt nicht nur zurück, sondern nach wie vor auch nach vorn, hat viele Pläne. Man kann ihr wünschen, dass sie weiterhin neugierig auf das Leben und die Welt bleibt und weiterhin ihre Träume verwirklichen kann.

Nr. 258 vom 26. Juni 2024, Seite 30

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