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kiekmaKUNST: Warum so skeptisch, MARIA?

Foto: WBG OvG eG

Wer im Nordwesten der Stadt unterwegs ist, um durch den Florapark zu schlendern, den Spielplatz zu besuchen, eine Runde Minigolf zu spielen oder einfach, um sich ein Eis oder einen Kaffee zu gönnen, sollte es nicht verpassen, einen Zwischenstopp in der Ulnerstraße am östlichen Ende des Floraparks einzulegen. An der Fassade der Hausnummer 15 wacht „ModernaMARIA“ über das Geschehen – ein weiteres farbenfrohes Kunstwerk in der Reihe der Projekte der Wohnungsbaugenossenschaft Otto von Guericke eG. Nach „DASmutigeINGE“ und „DIEwachsameWALERIE“ entstand das riesige Wandbild im Herbst 2022.


Die Genossenschaft hatte sich entschieden, im Zuge einer Dacherneuerung im Stadtteil Neustädter Feld auch dem Giebel einen neuen Anstrich zu verleihen und den Magdeburger Streetart-Künstler Enrico Holze – alias Poke – mit der Umsetzung beauftragt. So farbenfroh und heiter die Kleckse an der Wand auf den ersten Blick auch wirken mögen, bei genauerem Hinsehen fällt der ernste, fast skeptische Gesichtsausdruck Marias ins Auge. Das weibliche Gesicht, eine moderne Interpretation Pokes der heiligen Maria, die Herrlichkeit, Toleranz, Nächstenliebe und Geborgenheit symbolisiert, scheint – in dunkler Farbe gehalten – in eine düstere Zukunft zu blicken. Die bunten Kleckse, die das Antlitz rahmen, geben dem Wandgemälde jedoch eine hoffnungsvolle Richtung, als wolle der Streetart-Künstler sagen: „Es ist noch nicht zu spät …“


Die fröhlichen Farben, die das Gesicht der „ModernaMARIA“ umgeben, stehen nach Aussage des Künstlers für Lebendigkeit und Hoffnung, Toleranz und Neugier. Um ein Gegenstück zu Pokes Werk zu schaffen, wurden in einer Weiterführung des Projektes Schülerinnen und Schüler des am westlichen Ende des Floraparks gelegenen Einsteingymnasiums mit diesen Begriffen konfrontiert. Aus diesem Dialog sollten sie eigene Bilder entwerfen, mit denen die Jugendlichen schließlich auf der gegenüberliegenden Seite des Gebäudekomplexes in der Ulnerstraße zwei Wände des Heizhauses verschönerten.
Es lohnt sich also auch hier genauer hinzusehen, wenn man in Magdeburg unterwegs ist. Denn für dieses Projekt gilt – wie für die anderen in der Reihe „kiekmaKUNST“ bereits vorgestellten: Es wertet nicht nur das Stadtbild auf und sorgt somit nicht nur für eine bessere Lebensqualität. Kunst am Bau vermag es auch, zum Nachdenken und zur Diskussion anzuregen.


Tina Beddies-Heinz

Nr. 259 vom 10. Juli 2024, Seite 9

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