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Scharfe Sprüche: Rot-weißer Baken-Dip

Schilda oder Schilderstreich? Der Hassel ist dicht und Olaf Bernhardt sowie die anderen Geschäfte der Kollegen können nun zusehen, wie es hier weiter oder nicht weitergeht. (Foto: Peter Gercke)

Eigentlich bin ich doch ein ruhiger ausgeglichener Zeitgenosse. Wenn man mich auf die Palme bringen will, muss man schon eine Menge Porzellan zerschlagen. Wenn man allerdings gemütlich durchs tolle Magdeburg kommen möchte, trifft man auf eine Menge Leute, die offenbar nicht von hier sind. Also ich meine diese Schildbürger aus Schilda, die in gefühlt jeder Straße der Stadt Hindernisse und rot-weiße Baken aufgestellt haben, damit die Fahrt durch die Otto-Metropole ein bisschen spannender wird. Übrigens weist die aktuelle Baustellenkarte von Magdeburg (s. www.magdeburg.de) derzeit 39 Straßensperrungen samt Umleitungen und Sackgassen aus. 39 Baustellen scheinen bei insgesamt 1.130 Straßenkilometer unbedeutend wenige zu sein. Aber, dass sie einem permanent vor die Stoßstange kommen, liegt offenbar daran, dass man stets und ständig durch die zarten Ost-West- sowie Nord- und Südtrassen fahren muss, um von A nach B zu kommen.


Ihr wisst ja ganz genau, dass Olafs Stübchen direkt am Hassel liegt. Der Hassel – das muss ich erklären, ist ein Platz in der südlichen Altstadt – der mal vor buntem Leben, Vielfalt und tollen gastronomischen Angeboten strotzte. Jetzt sind die Geschäfte, Kneipen, Restaurants und Imbissbuden von rot-weißen Baken umzingelt. Ja, wir wussten, dass die Magdeburger Verkehrsbetriebe die Straßenbahnweichen über den neuralgischen Verkehrsknotenpunkt erneuern mussten. Es gab da auch einen guten Plan. Zuerst wurden Sternstraße und Breiter Weg dichtgemacht. Über die Otto-von-Guericke-Straße konnte man dann über die Hallische Straße weiter nach Sudenburg oder zur Leipziger fahren. Es ging auch über die Bahnhofstraße.


Als die Schilderexperten nun mit Sperranlagen die Einmündung zur Otto-von-Guericke-Straße einzäunten, blieben die anderen Straßen jedoch zu. Kurzerhand wurde gleich noch die Bahnhofstraße zur Sackgasse. Das machte vor allem dem Lieferverkehr viel Freud, weil es nichts und nirgends eine Wendemöglichkeit gab. Bitte und fragt gleich gar nicht meine Kollegen auf der anderen Straßenseite, wie nun die Anlieferung von Waren erfolgen solle. Als ich mit so einem Schildbürger-Experten über die Absperr-Philosophie ins Reden kam, durfte ich mir vom Kollegen der Firma Kasch sagen lassen, dass ich mich mal nicht so haben solle. Schließlich hätte ich mir „Jahre lang die Taschen vollgesteckt“. Der Ausspruch erinnerte mich an die Wirtschaftskompetenz unseres Bundeswirtschaftsministers Robert H. Der weiß ja auch, dass eine Firma nicht gleich insolvent ist. Sie produziert nur gerade nichts.


Noch mal zur Klarstellung: Versprochen war, dass der zweite Bauabschnitt eingerichtet wird, wenn der erste fertig ist. Nun haben wir Salat und Pustekuchen. Und die Kollegen, die nur ihren Auftrag ausführen, können das ja in Ruhe erledigen. Nur in meine Wirtschaftskompetenz als Wirt lasse ich mir nicht reinreden. Bleiben Grill und Fritteuse kalt, gibt es bei Olaf auch keine scharfen Sprüche mehr. Man möchte glauben, dass das ganze Geschehen nur ein schlechter Traum ist. Leider ist es bittere Realität und Ergebnis eines virtuell geplanten Baugeschehens. Aber seit des Tunnels tunnelt mich nichts mehr.


Am Robert haben sich hier offenbar zu viele eine Scheibe abgeschnitten. Wenn Ihr das eingezäunte, wirtschaftliche Abenteuerland am Hassel besucht, verspreche ich Euch, da gibt’s jede Menge Spannendes zu glotzen. Und wer sich sattgeschaut hat, der kann sich bei Olaf gleich noch eine Wurst satt reinschaufeln, mit original rot-weißem Baken-Dip zu den Pommes.

      
Also bis gleich, Euer Olaf vom Hassel.

Nr. 259 vom 10. Juli 2024, Seite 19

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