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Salongeflüster: Haarige Affären

Mit dieser Mannschaft kann ich mich nicht identifizieren, so hatte Björn Höcke lauthals getönt und damit die deutsche Fußballnationalmannschaft gemeint. Dabei sind deren Mitglieder alle in Deutschland geboren. Was also stört ihn jetzt genau? Beziehungsweise wann hat er sich denn je mit Fußballern identifiziert? So wie er aussieht, spielt er kein Fußball. Aber vielleicht ist das auch nur ein Vorurteil und in Wirklichkeit gehört das zu den Hobbys des eher unangenehmen Geschichtslehrers. Wahrscheinlich würde es ihm in meinem Frisiersalon ähnlich gehen. Das fängt ja schon beim Namen an, denn sowohl der „Friseur“ als auch der „Salon“ haben Migrationshintergrund. Zwar nur französischen, aber damit eignen sie sich auch nicht gut zur Identifizierung. Und der blonde Björn würde wohl nur zu einem Barbier gehen, der zwar auch aus dem italienischen oder französischen Sprachraum kommt, aber grundlegend lateinisch ist, und da lacht das Herz des Geschichtslehrers. Eigentlich dürften Barbiere nur den Herren rasieren und den Bart trimmen, aber über einen solchen verfügt Höcke ja nicht. Außerdem nennen die sich immer häufiger Barber, weil der englische Barbershop einfach cooler klingt, dazu kommt, dass die neuen Barbiere natürlich auch über die Lizenz zum Haareschneiden verfügen.


Und ganz viele kommen mittlerweile aus Syrien. Ob sich der Thüringer damit identifizieren kann? Man weiß es nicht, aber wer Remigration fordert, wird wohl kaum eine Rasur von den Betroffenen haben wollen. Ich würde ihn als Kunden ja auch nicht unbedingt haben wollen, denn da müsste ich eher mit Gel als mit der Schere arbeiten. Selbst seine Welle vorne hat er nicht mehr. Es wird halt weniger. Aber so ist das mit den Frisuren, wo der Seitenscheitel rechts ist. Die würden meine Angestellten, die nicht alle hier geboren sind, auch nicht unbedingt kämmen wollen. Wobei, es könnte schlimmer kommen. Wenn ich Trump und seine extrem dünnen Resthaare sehe, dann erinnert mich das an den Teufel mit den drei goldenen Haaren. Und da würde ich gerne mal zupfen.


In diesem Sinne, der nächste bitte.

Wort-Coiffeur Lars Johansen

Nr. 259 vom 10. Juli 2024, Seite 18

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