Sanierung von Grabsteinen im Ehrenhain beginnt

Grabsteine Ehrenhain Westfriedhof (Copyright: Landeshauptstadt Magdeburg)

Im kommenden Monat startet auf dem Magdeburger Westfriedhof die abschnittsweise Sanierung der Grabsteine des Ehrenhains für die Opfer des Faschismus. Auftraggeber ist der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg. Im ersten Schritt werden 46 Grabmale des zentral gelegenen Ehrenhofes erneuert und wieder parallel ausgerichtet.

 

Besonderes Augenmerk liegt auf den Inschriften, die über die Jahre kaum noch lesbar waren. Diese werden nach einer Reinigung und Aufarbeitung der Steine in einer Steinmetzwerkstatt erneuert: Die Schriftzüge erscheinen künftig in Grau, die Symbole in Rot. Zudem erhalten die Grabsteine Rückstützen, bevor sie zurück an ihren Platz gesetzt werden. Auch die abgesackten Gehwegplatten werden im Zuge der Arbeiten neu verlegt.

 

Ein weiterer Baustein des Sanierungsvorhabens ist die geplante Schautafel, die im Herbst aufgestellt werden soll. Darauf werden ein detaillierter Belegungsplan sowie die Namen aller in der Anlage beigesetzten Personen verzeichnet sein. Damit wird die Gedenkstätte für Besucherinnen und Besucher künftig übersichtlicher und informativer gestaltet.

 

Der Ehrenhof bildet das Zentrum des denkmalgeschützten Ensembles „Ehrenhain für die Opfer des Faschismus“ und liegt direkt gegenüber dem Denkmal mit der Bronzeplastik „O Deutschland, bleiche Mutter“ nach einem Entwurf von Fritz Cremer. Die Grabanlage selbst stammt aus dem Jahr 1948, erste größere Arbeiten zur Instandhaltung erfolgten bereits 1978/79. Zuletzt wurde 2017 die 1,5 Tonnen schwere Bronzegussplastik vom Sockel des Denkmals gehoben und umfassend saniert. Insgesamt umfasst der Ehrenhain 876 Grabstätten, deren Sanierung schrittweise von der Mitte aus fortgeführt wird.

 

Die Bedeutung der Gedenkstätte reicht über die Pflege der Anlage hinaus: Sie ist ein zentraler Ort der Magdeburger Erinnerungskultur. Hier befindet sich unter anderem ein Gedenkstein für den Widerstandskämpfer Ernst Wille. Zudem finden regelmäßig Veranstaltungen und Initiativen statt, die sich einer lebendigen Erinnerungskultur widmen. Kritik am Zustand der Grabsteine war in der Vergangenheit mehrfach geäußert worden.

 

Die Kosten für den aktuellen Sanierungsabschnitt belaufen sich auf rund 24.000 Euro und werden vollständig aus Mitteln des Eigenbetriebes finanziert. Weitere Maßnahmen zur Erhaltung des Ehrenhains sind bereits vorgesehen: 2026 sollen die nächsten Grabsteine saniert werden.

 

Der Westfriedhof, auf dem sich die Anlage befindet, steht seit 1994 unter Denkmalschutz. 2016 wurde er zudem vom Portal „Bestattungen.de“ als einer der drei schönsten Friedhöfe Deutschlands ausgezeichnet.

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