Magdeburg ringt mit Defizit und Investitionen

Foto: Landeshauptstadt Magdeburg, Romy Buhr

Die Landeshauptstadt Magdeburg steht auch im Haushaltsjahr 2026 vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Nach dem jetzt vorgestellten Entwurf rechnet die Verwaltung mit einem Fehlbetrag von rund 57 Millionen Euro. Trotz der Schieflage sollen Investitionen von fast 90 Millionen Euro umgesetzt werden. Oberbürgermeisterin Simone Borris und Finanzbeigeordneter Thorsten Kroll betonten, dass die Konsolidierung fortgesetzt werden müsse, um die Handlungsfähigkeit der Stadt zu sichern. Die endgültige Entscheidung über den Haushaltsplan fällt der Stadtrat am 8. Dezember, nachdem die Ausschüsse im Herbst beraten haben.

 

„Trotz unserer 2023 begonnenen Konsolidierungsmaßnahmen ist der Haushaltsplanentwurf für das kommende Jahr nicht ausgeglichen“, erklärte Borris. Sie verwies auf die fehlende Anpassung der Schlüsselzuweisungen durch das Land. Mit zusätzlichen 18 Millionen Euro hätte das Defizit deutlich verringert werden können. Ursachen für die angespannte Lage sind steigende Sozialausgaben, höhere Personalkosten, marode Brücken sowie Kostensteigerungen bei Bauprojekten und Kreditzinsen. Einsparpotenziale seien kaum noch vorhanden, da bereits hunderte Stellen unbesetzt blieben.

 

Die Aufwendungen für Jugend, Soziales und Gesundheit machen fast 47 Prozent des gesamten Etats aus. Dazu zählen unter anderem der Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze, Kosten der Unterkunft und Hilfen zur Erziehung. Angesichts dieser Belastungen sind keine Rücklagen vorhanden, da schon für 2025 ein negatives Jahresergebnis erwartet wird. Für 2026 belaufen sich die geplanten Erträge auf knapp 968 Millionen Euro, den Ausgaben von 1,025 Milliarden Euro gegenüberstehen. Die Kreditneuaufnahme soll rund 115 Millionen Euro betragen, woraus eine Nettoneuverschuldung von knapp 79,5 Millionen Euro resultiert.

 

Trotz der angespannten Lage kündigt die Stadt wichtige Investitionen an. Neben der Fortsetzung der Sanierung der Stadthalle und der Umfeldgestaltung zählen dazu unter anderem der Ersatzneubau von Brücken am Magdeburger Ring, der Bau einer neuen Rettungswache in Neu Olvenstedt, der Neubau der Integrierten Gesamtschule am Universitätsplatz und die Errichtung eines Kinderschutzzentrums. Weitere Projekte betreffen die Reaktivierung des Industriehafens, den Ausbau der 2. Nord-Süd-Verbindung der MVB sowie eine neue Schwimmhalle für den Leistungssport, sofern Fördermittel bereitgestellt werden.

 

Um langfristig wieder Spielräume zu gewinnen, will die Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung ihre Arbeit intensivieren, sämtliche Ausgaben überprüfen und das bestehende Konzept weiterentwickeln. Der vollständige Haushaltsplan ist im Ratsinformationssystem der Stadt online einsehbar.

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