Stadtansichten: Strombad diente der Erholung und Hygiene
In dieser Serie stellen wir besondere historische Ansichten auf Magdeburg vor. Sie alle waren in der Sonderausstellung „Stadt im Blick: Magdeburg. Bilder aus sechs Jahrhunderten“ zu sehen, die bis zum 18. Mai 2025 im Kulturhistorischen Museum Magdeburg gezeigt wurde. Insgesamt präsentierte das Museum dort knapp 100 Gemälde, Grafiken und Porzellanarbeiten.
Die Elbe als Lebensader der Stadt war nicht nur Verkehrsweg für Schiffe und Flöße, sondern entwickelte sich im 19. Jahrhundert auch zum Erholungsort für die städtische Bevölkerung. Mit dem Aufkommen der Industrialisierung und der damit verbundenen Verstädterung erlebten Flussbadeanstalten einen Aufschwung, da immer mehr Menschen aus den Städten in die Natur strömten, um sich zu erholen. Ein Bad im Fluss galt zudem als erfrischend und gesundheitsfördernd.
Sowohl an der Alten Elbe als auch an der Stromelbe entstanden schwimmende Badeanstalten und Strandbäder. Die hier abgebildete Farblithografie zeigt die 1840 gegründete Badeanstalt Louis Sintenis und Heinrich Kayser, in der die Magdeburger Bürger gefahrlos baden und schwimmen konnten. Mietbare Umkleidekabinen, Aufenthalts- und Liegeflächen, nach Geschlechtern getrennte Badebecken und eine kleine Gaststätte ermöglichten ein komfortables Badeerlebnis. Die von Flößen getragene Architektur im Stil des Historismus verband Funktionalität mit ästhetischem Anspruch. Große Fenster und offene Terrassen ermöglichten den Blick auf den Fluss und schufen eine harmonische Verbindung zwischen Innen- und Außenraum.
Die Lithografie von A. Keller erschien 1857 im „Architektonischen Skizzenbuch“ des Verlages Ernst & Korn Berlin, einer Architekturzeitschrift, die bis 1886 existierte. Eine ausführliche Legende erläuterte die Darstellung, da die als Kupferstiche oder Chromolithografien publizierten Zeichnungen ohne erklärende Texte erschienen.
Dorothea Hornemann
Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 68-73 | 39104 Magdeburg
Öffnungszeiten: Di bis Fr 10 bis 17 Uhr, Sa + So10 bis 18 Uhr
Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre freien Eintritt
Nr. 287 vom 10. September 2025, Seite 10
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