Konzert & Gespräch mit Christoph Letkowski
Aktuell hat der Schauspieler Christoph Letkowski viel in Magdeburg zu tun. Schließlich laufen gerade die Dreharbeiten für einen neuen „Polizeiruf 110“. In Halle geboren und das Abitur am Egelner Gymnasium abgelegt, ist er ein Kind der Region. Aber nicht nur aus vielen Krimi-, Film- und Serienproduktionen ist der 43-Jährige bekannt. Im Mai dieses Jahres erschien sein erstes Soloalbum mit dem Titel „#seltensogelacht“. Es ist ein auf intensive Weise mitreißendes Werk, mit dem Letkowski uns tief ins Herz einer persönlichen Krise zieht – mit hingebungsvollen Melodien und einer aberwitzig guten Songschreibermusik ohne Klischees. Im Gepäck hat Letkowski zwölf Songs übers Begegnen und Verbinden, übers Verlieren und Verschwinden, Songs übers Ein-, Ab- und Auftauchen, über Grenzen, Räume, Gefühle und Kompetenzen. Herausgekommen ist ein Album über all das, was man wohl »Menschsein« nennt.
Die Geschichte von „#seltensogelacht“ kann nicht erzählt werden, ohne die Geschichte von Christoph Letkowski zu erzählen. Künstler und Werk sind in diesem Fall eins, untrennbar miteinander verbunden. „#seltensogelacht“ ist ein Album, das derart direkt und unmittelbar aus dem Leben kommt, wie das nur selten bei Musik der Fall ist.
Geschrieben wurden die Songs auf der A24, zwischen Lübeck und Berlin, mal stand Letkowski im Stau, mal war er der Stau. Die Platte beginnt mit einem atmosphärischen Akustikgitarrenintro und den Zeilen „Kennst Du die Bilder von den Soldaten ,davor’? Die Augen stolz, im Glanz der Hoffnung erhellt. Und kennst Du die Bilder von den Soldaten ,danach’? Die Augen tief, im Grau der Schatten erstarrt.“ Letkowski kennt diese Bilder. Aus seinem Kopf. Und er hat aus ihnen Musik gemacht – so ehrlich wie noch nie. Er ist zurück, zurück aus der Angst und er hat selten so gelacht.
Mit dem folgenden, an die Dire Straits erinnernden „Unterm Strich« zieht wonnevolle Traurigkeit und Endgültigkeit ein – die Streicher oszillieren, die Drumsticks tanzen. Der Song ist eine Abrechnung, aber eine zugewandte. Letkowski glüht vor Emphase – und er ist Humanist: »Halt dich raus oder halt mit. Unterm Strich wünsch ich dir Glück“, singt er, bittet aber auch darum.
Es ist keine Übertreibung, wenn man sagt, dass „#seltensogelacht“ nun Christoph Letkowskis bislang persönlichste und wichtigste künstlerische Arbeit darstellt. Letkowski schlüpft hier nicht in eine Rolle, er hat sich keine Konzepte überlegt, sondern die Musik ist er, er lebt und atmet diese Lieder.
Und das hat eine Menge mit dem Jahr 2018 zu tun: Auch damals macht er zunächst noch zehn Filme als Schauspieler, dreht Musikvideos, spielt eine Tour mit Von Eden, wird Vater. Doch dann wirft ihn eine traumatische Trennung aus der Bahn. Letkowski hat Angst, sein Kind zu verlieren, er kämpft bald um sein Leben und sein Kind, rutscht von einem auf den anderen Tag immer tiefer in eine existenzielle Krise.
Diese Songs mussten geschrieben werden, sie kommen direkt aus der tiefsten Lebenskrise des Künstlers Christoph Letkowski, der sowohl an die Grenzen des Systems, als auch an seine eigenen gestoßen ist. Eines ist gewiss: Er ist nicht allein und er weiß es am Ende auch nicht besser als wir. „#seltensogelacht“ ist im besten Sinne ein Gesprächsangebot.
Mit Band wird Christoph Letkowski seine Songs am 27. März 2026 (20 Uhr) in einem seiner seltenen Konzerte zwischen den Filmproduktionen im Magdeburger „mach | werk“ präsentieren. Im Anschluss an das Konzert gibt es ein Gespräch mit der Moderatorin Ilka Hein über Trennungen, Rollenverständnisse und Folgen für die Kinder.
#seltensogelacht – live und exklusiv:
Christoph Letkowski & Band
27. März 2026, 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr)
Tickets: 20 Euro VVK, 25 Euro AK (Zum Ticket-Shop)
machwerk, Breiter Weg 114A, 39104 MD
Nr. 293 vom 3. Dezember 2025, Seite 10
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