Weniger Apotheken im Land

Anlässlich des Tages der Apotheken am 7. Juni präsentierte das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt aktuelle und teils alarmierende Zahlen zur Apothekenversorgung im Bundesland. Die Daten des Statistischen Unternehmensregisters belegen einen anhaltenden Rückgang der Apothekenstandorte in den letzten zehn Jahren.

 

Im Jahr 2024 wurden in Sachsen-Anhalt insgesamt 504 Apotheken (Niederlassungen) registriert. Ein Vergleich mit den Zahlen von 2014 verdeutlicht: Damals gab es noch 591 Apotheken. Das entspricht einem Verlust von 87 Niederlassungen oder einem Rückgang von 15 Prozent innerhalb einer Dekade. Besonders gravierend ist die Entwicklung im ländlichen Raum: In 85 Gemeinden des Landes gibt es mittlerweile gar keine Apotheke mehr. Im Vergleich zum Vorjahr 2023 kam mit Karsdorf eine weitere Gemeinde ohne eigene Apothekenversorgung hinzu. Die Verteilung der verbliebenen Apotheken ist stark auf die städtischen Zentren konzentriert. Absolut betrachtet, verfügt die kreisfreie Stadt Halle (Saale) mit 65 Standorten über die meisten Apotheken, dicht gefolgt von der Landeshauptstadt Magdeburg mit 60. Trotz der hohen absoluten Zahl verzeichnete auch Halle (Saale) seit 2014 einen Rückgang von 13 Apotheken. Magdeburg bildet hierbei eine bemerkenswerte Ausnahme: Entgegen dem landesweiten Trend konnte die Landeshauptstadt im gleichen Zeitraum sogar eine zusätzliche Apotheke verbuchen.

 

Die regionale Verteilung wirkt sich direkt auf die Versorgungsdichte aus. In der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau müssen sich die 14 ansässigen Apotheken um die meisten Menschen kümmern – hier kommen 5.409 Personen auf eine Einrichtung. Die komfortabelste Situation findet sich in Halle (Saale), wo statistisch gesehen 3.495 Einwohner von einer Apotheke versorgt werden. Trotz des Rückgangs der Standorte bleiben Apotheken ein wichtiger Arbeitgeber im Gesundheitssektor. Im Jahr 2024 waren in den Apotheken Sachsen-Anhalts insgesamt 5.148 Personen abhängig beschäftigt. Die vorliegenden Daten verdeutlichen die Herausforderungen bei der Sicherstellung einer flächendeckenden Arzneimittelversorgung, insbesondere in den ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen ergriffen werden, um diesem Trend entgegenzuwirken und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. (Quelle: Statistisches Landesamt)

Nr. 305 vom 10. Juni 2026, Seite 34

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