Blutreserven brauchen Nachschub

Anlässlich des Weltblutspendetags am 14. Juni ruft die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) zu regelmäßigen Blutspenden auf. Im Mittelpunkt steht dabei die Blutgruppe 0 negativ, deren Blutkonserven in der Notfallmedizin eine besondere Bedeutung haben. Da Menschen mit dieser Blutgruppe als Universalspender gelten, können ihre roten Blutkörperchen in akuten Situationen eingesetzt werden, wenn die Blutgruppe des Patienten noch nicht bekannt ist.

Die DGTI betont, dass Blutkonserven der Blutgruppe 0 negativ häufiger benötigt werden, als es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht. Gleichzeitig sind rote Blutkörperchen nur begrenzt haltbar und können meist maximal 42 Tage gelagert werden. Um Engpässe zu vermeiden, müssen die Bestände daher kontinuierlich erneuert werden.

 

Ein Blick auf die Zahlen im Land

 

Auch in Sachsen-Anhalt kommt den Universalspendern eine wichtige Rolle zu. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lebten zum 31. Dezember 2025 rechnerisch 127.215 Menschen mit der Blutgruppe 0 negativ im Land. Weitere 742.088 Personen hatten die Blutgruppe 0 mit positivem Rhesusfaktor. Insgesamt gehörten damit 869.303 der 2.120.252 Einwohner Sachsen-Anhalts der Blutgruppe 0 an. Die seltenste Blutgruppe war AB negativ, die lediglich bei rund einem Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 21.203 Menschen vorkam.

 

Deutschlandweit werden täglich tausende Blutkonserven benötigt, etwa für Operationen, Krebstherapien, schwere Verletzungen oder Geburten mit hohem Blutverlust. Besonders in Ferienzeiten, an Feiertagen und während der Sommermonate sinkt jedoch häufig die Zahl der Spender. DGTI-Präsidentin Kristina Hölig erklärt: „Blutgruppe 0 negativ ist ein zentraler Bestandteil der Notfallversorgung. Ohne diese Blutkonserven könnten viele Patientinnen und Patienten in akuten Situationen nicht rechtzeitig behandelt werden.“

 

Regelmäßige Spenden sichern die Versorgung

 

Zugleich weist die Fachgesellschaft darauf hin, dass für eine sichere medizinische Versorgung Spenden aller Blutgruppen erforderlich sind. Hölig betont: „Deshalb ist regelmäßiges Spenden entscheidend – insbesondere bei Menschen mit Blutgruppe 0. Gleichzeitig benötigen wir selbstverständlich auch alle anderen Blutgruppen, um Patientinnen und Patienten sicher versorgen zu können.“

 

Blut spenden können grundsätzlich gesunde Personen ab 18 Jahren und einem Mindestgewicht von 50 Kilogramm. Eine Vollblutspende dauert einschließlich Vorbereitung und Ruhephase etwa 45 bis 60 Minuten. Mit ihrem Appell zum Weltblutspendetag erinnert die DGTI daran, Blutspenden als gesellschaftliche Verantwortung zu verstehen und so die Versorgung von Patienten dauerhaft zu sichern.

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