Barrierefreiheit mit Lücken

ADAC bewertet Magdeburger Haltestellen

Ein bundesweiter ADAC-Test zur Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr bescheinigt Magdeburg insgesamt gute Ergebnisse, zeigt aber auch Schwachstellen auf. Untersucht wurden Bus- und Straßenbahnhaltestellen in zehn deutschen Städten. Bewertet wurden die Erreichbarkeit der Haltestellen, ihre Ausstattung sowie die Bedingungen beim Ein- und Ausstieg.

 

Eine der untersuchten Haltestellen Foto: ADAC

Gute Bedingungen für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste

 

Besonders positiv schnitt Magdeburg beim Zustieg in Busse und Straßenbahnen ab. Zwar erreichte keine der getesteten Haltestellen die empfohlenen Spaltmaße zwischen Fahrzeug und Bordsteinkante, die Abweichungen fielen jedoch meist gering aus. Dadurch ist der Einstieg häufig einfacher als in vielen anderen Städten.

 

Auch die Ausstattung der Haltestellen wurde positiv bewertet. Rund 57 Prozent der untersuchten Haltesteige verfügen über Sitzbänke mit Armlehnen und liegen damit im bundesweiten Vergleich weit vorn. Zudem lobte der ADAC die barrierefreien Lösungen am Universitätsklinikum Magdeburg sowie das geplante barrierefreie Informations- und Ortungssystem BIOS für sehbehinderte Fahrgäste. Der Umbau der Haltestelle Alter Markt nach dem sogenannten Magdeburger Standard soll die Nutzung zusätzlich verbessern.

 

Orientierung für Blinde bleibt Problem

 

Deutlichen Nachholbedarf sehen die Tester bei der Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen. Nur etwa jede fünfte untersuchte Haltestelle verfügt über Auffindestreifen, die vom Gehweg direkt zur Haltestelle führen. Damit gehört Magdeburg in diesem Bereich zu den schwächeren Städten im Vergleich.

 

Weitere Kritikpunkte sind fehlende taktile Sicherungen an Radwegen und Querungen, zu schmale Haltesteige sowie Hindernisse wie Schilder, Mülleimer oder Pfosten in unmittelbarer Nähe von Leitsystemen. Teilweise fehlen zudem Leitstreifen entlang der Gleise.

 

Ausbau soll beschleunigt werden

 

Der ADAC fordert, den barrierefreien Ausbau von Haltestellen schneller voranzutreiben und ausreichend finanzielle Mittel bereitzustellen. Gleichzeitig sollten bestehende Anlagen flexibler modernisiert werden können, damit technische Neuerungen schneller umgesetzt werden. Für Fahrgäste mit Einschränkungen bieten zudem viele Verkehrsunternehmen in ihren Apps bereits spezielle Informationen zu Aufzügen und barrierefreien Zugängen an. Die MVB-App easy.GO verfügt nach eigenen Angaben über eine Sehbehinderten-Unterstützung.

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