Elefantenkalb in Magdeburg geboren

Im Zoo Magdeburg ist erstmals in der Geschichte des Zoos ein Afrikanisches Elefantenkalb geboren worden. Elefantenkuh Sweni brachte das Jungtier am 6. August 2026 um 1:18 Uhr zur Welt. Vater ist der Magdeburger Elefantenbulle Kando. Die Geburt verlief nach Einschätzung des tierärztlichen Teams und der erfahrenen Tierpfleger vergleichsweise schnell und den Umständen entsprechend gut. Das Kalb stand bereits kurze Zeit später und suchte die Nähe seiner Mutter.

 

„Die erste Geburt eines Afrikanischen Elefanten in Magdeburg ist ein historisches Ereignis für unseren Zoo und für die gesamte Landeshauptstadt“, erklärt Zoodirektor David Pruß. Im Mittelpunkt stehen derzeit das Wohlergehen des Jungtiers und eine stabile Mutter-Kind-Bindung. Auch das Geschlecht des Kalbes ist noch unbekannt, da das Zooteam auf vermeidbare Untersuchungen verzichtet und Sweni ausreichend Ruhe geben will. „Entscheidend ist, dass das Kalb trinkt, seiner Mutter folgt und beide Tiere eine enge und stabile Bindung entwickeln“, so Pruß.

 

Sweni kam 2024 aus dem Grünen Zoo Wuppertal nach Magdeburg. Die Umsiedlung erfolgte im Rahmen des Europäischen Ex-situ-Programms für Afrikanische Elefanten, um gemeinsam mit Kando eine neue Elefantenfamilie aufzubauen.

 

Ab dem 8. August kann das Elefantenhaus täglich von 10 bis 15:30 Uhr besucht werden. Ob Mutter und Kalb zu sehen sind, entscheidet Sweni selbst. Beide Tiere können sich jederzeit in nicht einsehbare Bereiche zurückziehen. Der Zoo kann das Elefantenhaus zudem vorübergehend schließen, wenn die notwendige Ruhe nicht gewährleistet ist. Besucher werden deshalb um Rücksicht und die Beachtung der Hinweise des Personals gebeten.

 

Während der ersten, besonders sensiblen Lebenstage werden Mutter und Jungtier engmaschig von Tierärzten und Tierpflegern betreut. „Das Wichtigste ist nun, dass das Jungtier sich weiterhin gut entwickelt und gesund bleibt“, berichtet Tierärztin Fr. A. Hauffe. Gleichzeitig tauscht sich der Zoo eng mit dem Grünen Zoo Wuppertal und dem europäischen Zooverband aus.

 

Die Geburt besitzt auch für den Artenschutz Bedeutung. Der Afrikanische Savannenelefant gilt laut IUCN als stark gefährdet. Sein Bestand ist innerhalb von 50 Jahren um mindestens 60 Prozent zurückgegangen. Wilderei und Lebensraumverlust zählen zu den wichtigsten Bedrohungen. Das Jungtier ist zugleich ein Erfolg des europäischen Erhaltungszuchtprogramms und soll zur genetisch vielfältigen Reservepopulation beitragen.

 

„Der Schutz der natürlichen Lebensräume in Afrika bleibt dabei unersetzlich“, betont Dr. C. Unruh. Zugleich soll die Geburt wertvolle Erkenntnisse für Haltung, Tiermedizin und Artenschutz liefern. Mit dem ersten Elefantennachwuchs beginnt damit ein neues Kapitel der Elefantenhaltung im Zoo Magdeburg.

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