Kommunen rutschen tiefer ins Defizit

Sachsen-Anhalts Kommunen haben das 1. Halbjahr 2026 mit einem Defizit von 339 Millionen Euro abgeschlossen. Den Einzahlungen von 4,628 Milliarden Euro standen Auszahlungen von 4,967 Milliarden Euro gegenüber. Damit verringerte sich das Einnahmevolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 156 Millionen Euro, während die Auszahlungen um 58 Millionen Euro stiegen. Das Defizit erhöhte sich dadurch deutlich von 124 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2025.

 

Mit 2,473 Milliarden Euro entfielen 53,4 Prozent der Einzahlungen auf Zuwendungen, allgemeine Umlagen und Ausgleichsleistungen. Diese Einnahmen gingen um 5,9 Prozent zurück. Steuern und ähnliche Abgaben steuerten 1,061 Milliarden Euro beziehungsweise 22,9 Prozent zu den Einzahlungen bei. Insgesamt legten die Steuereinnahmen um 0,9 Prozent zu, wobei die Realsteuern um 24 Millionen Euro beziehungsweise 3,2 Prozent zurückgingen. Höhere Einnahmen verzeichneten die Kommunen unter anderem bei den Gemeindeanteilen an den Steuern, den sonstigen Gemeindesteuern und der Spielbankenabgabe.

 

Für Personal und Versorgung gaben die Kommunen 1,170 Milliarden Euro aus, 4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Weitere 962 Millionen Euro flossen in soziale Leistungen und aufgabenbezogene Leistungsbeteiligungen, deren Auszahlungen um 1,8 Prozent zunahmen.

 

Alle kommunalen Gruppen im Minus

 

Alle kommunalen Gruppen schlossen das Halbjahr mit einem Defizit ab. In den kreisfreien Städten verdoppelte sich das Minus auf 105 Millionen Euro. Die Landkreise wechselten von einem Überschuss von 102 Millionen Euro im Vorjahr zu einem Defizit von 57 Millionen Euro. Die kreisangehörigen Gemeinden einschließlich der Verbandsgemeinden wiesen ein Minus von 178 Millionen Euro aus.

 

Insgesamt beendeten 189 von 247 Kommunen beziehungsweise 76,5 Prozent das Halbjahr mit einem Defizit. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 60,7 Prozent. Die Auszahlungen überstiegen die Einzahlungen sowohl in der laufenden Rechnung als auch in der Kapitalrechnung. Das Defizit der Investitionstätigkeit verringerte sich dabei auf 151 Millionen Euro.

 

Grundsteuer mit Nachholeffekten

 

Die Neuregelung der Grundsteuer und die damit verbundene Neuberechnung der Grundsteuermessbeträge hatte Auswirkungen auf die Einnahmen. Verzögerte Steuerfestsetzungen und Bescheide führten 2025 zu späteren Zahlungseingängen und im 1. Halbjahr 2026 zu Nachholeffekten. Die Einnahmen aus Grundsteuer A stiegen dadurch um 41,4 Prozent auf 15 Millionen Euro, die Grundsteuer B legte um 17,0 Prozent auf 131 Millionen Euro zu. Im Durchschnitt der beiden ersten Halbjahre 2025 und 2026 lagen die Grundsteuereinnahmen wieder auf dem Niveau vor 2025. Eine Grundsteuer C erhob bis Ende Juni 2026 keine Gemeinde.

 

Bei der Gewerbesteuer zeigte sich dagegen ein deutlicher Rückgang. Die Gemeinden nahmen 594 Millionen Euro ein, 48 Millionen Euro beziehungsweise 7,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Besonders stark fiel der Rückgang in Leuna aus, wo die Einnahmen um 55 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro sanken. In 126 Gemeinden gingen die Gewerbesteuereinnahmen zurück, während 92 Gemeinden höhere Einnahmen erzielten. Die größten Zuwächse meldeten Lützen und Halle (Saale). Magdeburg verzeichnete mit 85 Millionen Euro erneut die höchsten Gewerbesteuereinnahmen im 1. Halbjahr.

 

Weniger Geld für Investitionen

 

Die Investitionsquote sank in allen kommunalen Gruppen von 9,2 auf 8,4 Prozent. In 136 Kommunen lag sie unter dem Wert des Vorjahres. Insgesamt investierten die Kommunen 358 Millionen Euro und damit 27 Millionen Euro beziehungsweise 7,0 Prozent weniger als im 1. Halbjahr 2025.

 

Vor allem die Auszahlungen für Baumaßnahmen, bewegliche und immaterielle Vermögensgegenstände sowie Investitionsfördermaßnahmen gingen zurück. Gleichzeitig verdoppelten sich die Auszahlungen für Finanzanlagen auf 4 Millionen Euro, wobei insbesondere 2 Millionen Euro für Kapitalmarktpapiere anfielen.

 

Die Daten stammen aus der Kassenstatistik des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2026.

Veranstaltungen im mach|werk

Edit Template

Über uns

KOMPAKT MEDIA als Printmedium mit über 30.000 Exemplaren sowie Magazinen, Büchern, Kalendern, Online-Seiten und Social Media. Monatlich erreichen wir mit unseren verbreiteten Inhalten in den zweimal pro Monat erscheinenden Zeitungen sowie mit der Reichweite unserer Internet-Kanäle mehr als 420.000 Nutzer.