Handwerk: Weniger Betriebe, aber mehr Umsatz
Das Handwerk in Sachsen-Anhalt hat in den vergangenen zehn Jahren Betriebe verloren, zugleich aber deutlich mehr umgesetzt. Ende 2024 waren im Land 15.469 zulassungspflichtige und zulassungsfreie Handwerksunternehmen aktiv. Zehn Jahre zuvor hatte ihre Zahl noch bei 17.841 gelegen. Das entspricht einem Rückgang um rund 13 Prozent. Im selben Zeitraum stieg der Jahresumsatz von 12,6 auf 16,5 Milliarden Euro – ein Plus von fast einem Drittel. Damit verteilt sich ein deutlich höherer Umsatz auf eine kleinere Zahl von Unternehmen. Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistische Landesamt zum Tag des Handwerks veröffentlicht hat.
In den Betrieben waren 2024 insgesamt 136.464 Menschen tätig. Die Beschäftigtenzahl ist allerdings nicht unmittelbar mit früheren Angaben vergleichbar, da die Statistik seit dem Berichtsjahr 2024 auch Nebentätigkeiten erfasst. Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen gehörte zum Bezirk der Handwerkskammer Halle. 87 Prozent waren dem zulassungspflichtigen Handwerk zugeordnet. Diese Betriebe erzielten mit 15,4 Milliarden Euro rund 93 Prozent des gesamten Handwerksumsatzes im Land.
Auch bei der Ausbildung behauptet das Handwerk seine Bedeutung. Im Berichtsjahr 2024 lernten 7.020 junge Menschen einen Handwerksberuf. Damit stellte die Branche 27 Prozent aller Auszubildenden in Sachsen-Anhalt und war nach Industrie und Handel der zweitgrößte Ausbildungsbereich. Dort wurden 15.711 Auszubildende gezählt. Dennoch entfiel mehr als jeder vierte Ausbildungsplatz im Land auf einen Handwerksberuf. Die Zahlen zeigen, dass die Branche trotz der sinkenden Betriebszahl für den Berufseinstieg vieler Jugendlicher in der Region wichtig bleibt. Während die Gesamtzahl der Auszubildenden im Land binnen zehn Jahren leicht von 27.063 auf 26.484 sank, entwickelte sich das Handwerk gegen den Trend: Hier stieg die Zahl von 6.858 auf 7.020. Das Handwerk bleibt damit stark in der Ausbildung. 2015 wies die Statistik 140.232 Beschäftigte aus. Ein direkter Vergleich mit den 136.464 tätigen Personen im Jahr 2024 ist jedoch irreführend: Damals wurde nur die Haupttätigkeit berücksichtigt, heute erfasst die Statistik auch Nebentätigkeiten. Aus den beiden Werten lässt sich deshalb kein verlässlicher Beschäftigungstrend ableiten.
Die Daten stammen aus einer registergestützten Auswertung. Nicht erfasst sind Kleinstbetriebe, die für 2024 weder steuerbare Umsätze noch sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gemeldet hatten.
Nr. 312 vom 23. September 2026, Seite 22
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