Freitag, Dezember 2, 2022

Angeltheater in Zeiten, in denen sich das Leben wie ein Bühnenstück präsentiert

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Der Welterschöpfungstag verlagert sich im Jahreskalender immer weiter nach vorn und die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass bald die Erde ohne Menschen sein wird. Also in diesen Zeiten sollten Kunst und Naturwissenschaft ganz dicht zusammenrücken und sehen, was sich in Zukunft noch machen lässt. Die große Weltbühne ist bereits mit grandiosen Mimen ausgestattet, ihre Dramaturgie ist so berauschend, dass sich den echten Theatern eine gute Chance fürs „Normale“ bietet: Eine gute Story, lebendige Schauspielkunst und möglichst aufrichtig die eigene Meinung sehen zu lassen. So wollen die Angler ihre weiteren Projekte angehen. Pünktlich zur Osterzeit entsteht eine kleine feine Neuinszenierung. In einer szenischen Lesung unter dem Titel „Eva, Lucifer und Posaune“ werden Ines Lacroix, Matthias Engel und Marcus Hensel Worte des Poeten und Weltweisen Mark Twain zu Spiel verwandeln. Seine „Briefe von der Erde“ und „Adam und Evas Tagebücher“ passen gut in die Zeit der Auferstehung und erzählen gleichermaßen davon, wie es sich anfühlt aus dem Paradies vertrieben zu sein. Um es mit einem anderen Dichter zu sagen: In jedem Ende wohnt ein Anfang und ein Zauber der uns leicht verführen lässt.

Im Sommerabendtheater gibt es in der Zuckschwerdtschen Villa auf dem Werder erneut das junge Ensemble Schmoock, Schneider, Villegas auf Stelzen zu erleben. Gleichzeitig proben die Angler mit eben diesen Schauspielakrobaten unter der Regie von Rosmarie Vogtenhuber unter dem Arbeitstitel „Liebesspiel bis zum Weltenuntergang“ das Stück der Autorin Moira Buffini als Deutsche Erstaufführung. Mit dem Novemberhörstück „Jahre später, gleiche Zeit“ beginnt dann der golden-zwanziger Herbst und insgeheim hoffen die Angler auf eine Einladung zu den Privattheatertagen nach Hamburg. Zwischenzeitlich wird Repertoire gespielt und der geneigte Zuschauer zu Gast gebeten zu: „Harold und Maude“, „Enigma“, „Hinterm Vorhang“, Stücke die sich durch ihre Andersartigkeit in die Herzen der Zuschauer geschrieben haben. Und pünktlich zum Advent fliegen Engel M und Engel I dann mit der Mission von oberster Stelle in den Theaterhimmel, um ein bisschen Ruhe in die gläubige und ungläubige Welt zu versenden.

Das Buch zum Stück schreibt Therese Thomaschke. In Zeiten der Kollapsologie versuchen die Angler auf ihre humoristische Art dem Übermaß von verbalen Aggressionen zu begegnen und suchen weiter nach Kommunikation mit ihrem Publikum. (il)

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