Mittwoch, Juli 6, 2022
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Ansturm auf Soforthilfe

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Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen auf die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Das zeigt sich am enormen Ansturm auf das gestartete Soforthilfe-Programm „Sachsen-Anhalt ZUKUNFT“. Bereits in den ersten Stunden waren rund 14.700 Anträge eingegangen, bis zum Redaktionsschluss war von 27.000 die Rede.

Zum Vergleich: In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit knapp 53.000 antragsberechtigte Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten sowie gut 45.000 Solo-Selbständige. Bereits am ersten Tag sind Auszahlungen angewiesen worden, heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsministeriums. Die ersten Antragsteller sollen den Zuschuss am nächsten Tag auf ihrem Konto gehabt haben.

Dazu sagte Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann: „Die Corona-Pandemie ist eine riesige Bewährungsprobe, auch für die Wirtschaft. Die Politik in Bund und Land hat sehr schnell gehandelt, um Unternehmen zu stützen und Arbeitsplätze zu sichern. Zuschüsse, günstige Darlehen und Kurzarbeit sind die zentrale Basis, um die Durststrecke zu überstehen. Wichtig ist, die sehr unbürokratischen Anträge sorgfältig und vollständig zu stellen, damit die Soforthilfe auch wirklich sofort fließen kann.“

In Anlehnung an das Hilfspaket des Bundes hat das Wirtschaftsministerium eine Richtlinie zur Corona-Soforthilfe erlassen. Das Gesamtvolumen der Zuschüsse beträgt insgesamt 150 Millionen; diese werden für Unternehmen gestaffelt ausgezahlt. Unternehmen mit bis zu 5 Mitarbeitern erhalten bis zu 9.000 Euro, bei 6 bis 10 Mitarbeitern bis zu 15.000 Euro, bei 11 bis 25 Mitarbeitern bis zu 20.000 Euro und Firmen mit bis 50 Mitarbeitern können bis zu 25.000 Euro erhalten.

Ausgereicht werden die Zuschüsse über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt. Aus der Soforthilfe können laufende betriebliche Kosten wie Mieten (für Produktionsstätten, Büros usw.), Pachten, Leasingraten (für Maschinen, Autos und ähnliches), Versicherungen, Energie- und Instandhaltungskosten sowie Beiträge zu Berufsorganisationen bestritten werden. Umsatzausfälle und Lohnkosten sind hingegen nicht förderfähig, heißt es. Neben Solo-Selbstständigen und Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten können auch Künstler, Kulturschaffende sowie landwirtschaftliche Unternehmen einen Zuschuss beantragen.

Ein erweitertes Angebot startete am 6. April: Neben Zuschüssen werden Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten zusätzlich besonders günstige Kredite zur Verfügung gestellt. Das Darlehen zwischen 10.000 und 150.000 Euro hat eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren, davon sind zwei Jahre zins- und tilgungsfrei. „Für das Programm steht vorerst ein Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro bereit, das bei Bedarf noch erhöht werden kann.“ Damit würden im ersten Schritt – nach Kalkulation des Ministeriums – bis zu 1.000 Darlehen finanziert.

Anträge können ab sofort bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) gestellt werden. Das soll nach Ministeraussage ebenfalls unbürokratisch möglich sein und die Bewilligungen „zeitnah erfolgen“. Der Antragsvordruck für das Darlehen umfasst vier Seiten und kann per E-Mail oder postalisch eingereicht werden. Unternehmen müssen keine Sicherheiten stellen und das Darlehen werde ohne Beteiligung der Hausbank direkt von der Investitionsbank ausgereicht. Es ist somit keine Stellungnahme der Hausbank notwendig. Weil an Darlehen andere Maßstäbe angelegt werden müssen als an Zuschüsse, sind der Investitionsbank allerdings Unterlagen zum wirtschaftlichen Status des Unternehmens (letzte Jahresabschlüsse) sowie eine Liquiditätsplanung vorzulegen. Im Gegensatz zu anderen Programmen verzichtet die Investitionsbank jedoch auf Vorlage von Businessplänen.

• Informationen zu Unterstützungsangeboten für Unternehmen aus Sachsen-Anhalt gibt das Wirtschaftsministerium werktags von 8.30 bis 16 Uhr unter Telefon (0391) 567-47 50.
• Anträge und weitere Infos zur Soforthilfe gibt es im Internet unter mw.sachsen-anhalt.de/media/coronavirus/wirtschaft/sofortprogramm
und auf den Internetseiten der Investitionsbank.

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