Samstag, Juni 25, 2022
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Arbeitslosigkeit weiterhin hoch

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Die Arbeitslosigkeit ist durch die Corona-Pandemie weiterhin deutlich höher als im letzten Jahr“, erklärte Matthias Kaschte, Chef der Magdeburger Arbeitsagentur kürzlich mit Blick auf den aktuellen Verlauf. „Der zusätzliche Anstieg im August 2020 entspricht jedoch der üblichen saisonalen Entwicklung, da Arbeitsverträge auslaufen und Einstellungen erst wieder vermehrt nach der Urlaubs- und Ferienzeit erfolgen“, so Kaschte. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes hat sich, auch durch das weiterhin wichtige Instrument der Kurzarbeit, zuletzt wieder stabilisiert und es haben sich saisonübliche Verläufe eingestellt.
Kurzarbeit hat im Bezirk der Agentur für Arbeit Magdeburg erheblich dazu beigetragen den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Die Beantragung ist ein mehrstufiges Verfahren: Zunächst muss eine Anzeige über Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit vorgenommen werden. Hierbei handelt es sich um eine Anzeige des voraussichtlichen Umfangs, der von der tatsächlichen Inanspruchnahme abweichen kann – beispielsweise weil sich die Auftragslage schneller stabilisiert als ursprünglich angenommen. Diese Anzeigen sind insbesondere im März (1.414) und April (3.146) eingegangen. Bei den Anzeigen ab Mai 2020 (285, im Juni 106, Juli 32 und August 42) handelt es sich in den meisten Fällen um Verlängerungen der Kurzarbeit, da diese für einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen werden sollte als ursprünglich angenommen. Unternehmen haben anschließend drei Monate Zeit, das Kurzarbeitergeld zu beantragen, weshalb sich für die statistische Auswertung Wartezeiten ergeben. Erste Hochrechnungen für die realisierte Kurzarbeit stehen deshalb bisher nur für die Monate März und April zur Verfügung. Demnach wurden bei der Agentur für Arbeit Magdeburg im März 2020 1.902 und im April 3.215 Betriebe mit realisierter Kurzarbeit registriert. Für März wurden 11.213 und für April 20.352 Personen in Kurzarbeit gemeldet.

Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie mittel- und langfristig auf die Unternehmen und den Arbeitsmarkt hat, lässt sich bisher noch nicht endgültig einschätzen. Kurzarbeit als Indikator wird oder wurde in Folge der Corona-Pandemie insbesondere von den Unternehmen eingesetzt, die von behördlichen Schließungen betroffen waren (unter anderen Friseure und Restaurants) oder deren Produktionsprozesse unterbrochen wurden (zum Beispiel wegen abgeschnittener Lieferketten). Inzwischen ist die Inanspruchnahme der Kurzarbeit in vielen Unternehmen aber wieder zurückgegangen.
Neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie stellt jedoch auch der demografische Wandel eine besondere Herausforderung für Unternehmen dar – im Agenturbezirk Magdeburg ist etwa jeder vierte Beschäftigte über 55 Jahre alt. Viele Unternehmen erarbeiten daher bereits geeignete Konzepte, um ihren Personalbedarf langfristig zu decken. Der gemeinsame Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Magdeburg und der Jobcenter steht Unternehmen dabei als Ansprechpartner zur Seite.

Junge Menschen sind das Betriebspotenzial von morgen. Die Duale Ausbildung ist deshalb für viele der erste Schritt ins Berufsleben und für Unternehmen eine wichtige Säule der Fachkräftesicherung. Nicht immer ist jedoch eine (nahtlose) Übernahme im Ausbildungsbetrieb möglich. Für diese gut ausgebildeten Jugendlichen ergeben sich aufgrund der Arbeitskräftenachfrage aber meist sehr zügig neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Einige Jugendliche haben jedoch verschiedene Vermittlungshemmnisse, weshalb eine Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit noch nicht möglich ist. Diese werden durch die Berufsberatung und die Arbeitsvermittlung der Arbeitsagentur und Jobcenter intensiv betreut. Neben der Beratung stehen für diese Jugendlichen eine ganze Reihe an Förderleistungen zur Verfügung, die je nach individuellem Bedarf eingesetzt werden. Die Zahl der arbeitslosen 15- bis 25-Jährigen lag im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 1.647. 2015 waren es 1.927, vor zehn Jahren 3.217 und 2007 sogar 4.472 junge arbeitssuchende Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit Magdeburg.

Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen im August dieses Jahres im Vergleich zum Juli um 277 Personen beziehungsweise 1,3 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg entspricht der saisonal üblichen Entwicklung der Arbeitslosigkeit im August: Zum Vergleich: Die Arbeitslosigkeit ist von Juli zu August 2019 um 334 Personen beziehungsweise 1,9 Prozent angestiegen. Insgesamt 21.141 Personen waren im August 2020 im Agenturbezirk Magdeburg, zu dem außer der Landeshauptstadt auch die Börde und das Jerichower Land gehören, arbeitslos gemeldet. Im August 2019 waren es 18.383 und damit 2.758 Menschen weniger . Die Arbeitslosenquote betrug im August 8,1 Prozent und war damit 0,1 Prozentpunkte höher als im Juli und 1,1 Prozentpunkte höher als im August des Vorjahres.

Der Blick auf die Unterbeschäftigung zeichnet ein umfassendes Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Denn hier werden neben Arbeitslosen auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen, Vorruhestandsregelungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Auswirkungen der Coronakrise sind auch bei der Unterbeschäftigung sichtbar. Jedoch nicht so stark wie bei der Arbeitslosigkeit, weil die Unterbeschäftigung auch die Wirkung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen abbildet. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) belief sich im August 2020 auf 28.034. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt aktuell 10,4 Prozent.

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen betrug im August 6.592 – ein Minus von 168 gegenüber des Vormonats. Der Neuzugang offener Stellen ist im Vergleich zum Juli um 59 auf 902 gesunken. Die meisten vorhandenen Stellenangebote kommen aus den Berufsgruppen Verkehr und Logistik (1.696 Stellen, z. B. Berufskraftfahrer und Lagerfachkräfte), Gesundheit und Soziales (1.588 Stellen, z. B. Altenpfleger) und Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung (1.413 Stellen, z. B. Mechatroniker).

In diesen Bereichen finden, im Rahmen des vorhandenen Arbeits- und Fachkräftepotentials, auch erfolgreich Vermittlungen statt. Im Gesundheits- und Sozialwesen – besonders im Bereich der Pflege – besteht ein konkreter Fachkräftemangel, weshalb die Agentur für Arbeit Magdeburg Jugendliche über die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Pflege berät und berufliche Qualifizierung anbietet. Jedoch stellt diese Tätigkeit auch besondere Anforderungen an die Fähigkeiten der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, für die eine persönliche Eignung erforderlich ist.

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