Aus Magdeburgs unendlichen Weiten

Wir schreiben das Jahr Zwei von Corona. Ganz Magdeburg ist besetzt. Doch in den unendlichen Weiten der Stadt finden sich Künstler zusammen, um sich zur Wehr setzen. So ähnlich jedenfalls ist der Einstieg in den ersten Kabarettspielfilm. Für seine Umsetzung wurde eigens eine Produktionsfirma gegründet: Lästerfilm Production. Dessen Gründer Knut Müller-Ehrecke sieht darin den Start für viele weitere Projekte. Doch dazu später mehr.

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Der Anfang kam wie eine Fügung: Das Büro für Gleichstellungsfragen der Universität fragte beim Proläs-terrat, dem Kabarett für Studienungelegenheiten e.V., ob ein Programm zum Thema „weltoffenes Magdeburg“ möglich wäre. Möglich ist natürlich erst einmal alles, sagt dessen Leiter Marko Pohlodek. Im Gespräch mit Regisseur Knut Müller-Ehrecke entspann sich jedoch eine ganz andere Idee: Ein Programm zu streamen fanden die beiden zu „normal“. Zumal eine Bühnensituation auf Bildschirmen bei weitem nicht so unterhaltsam ist wie ein Live-Auftritt. Für Teilnehmende auf beiden Seiten. „Ohne Publikum spielst du dich auf der Bühne wund, weil keine Rückkopplung kommt“, fasst Marko Pohlodek bisherige Erfahrungen zusammen. Und so fragte der Regisseur: Warum machen wir nicht einen richtigen Film da-raus? Einen Spielfilm. Das überstieg zwar das in Aussicht gestellte Budget, die mitwirkenden Künstler waren jedoch sofort begeistert dabei. Dazu gehören neben den beiden bereits Erwähnten Prolästerrätin Anika Janakiev sowie Schauspieler Thomas Maria Wiesneberg. Die Texte haben die Genannten geschrieben, dazu gibt es „Leihgaben“ anderer Künstler wie Stefanie Überall vom Kabarett Missfits, Peter Bodenstein vom Kabarett MärKWürdig, und den ehemaligen Prolästerräten Juliane Sourell und Steffen Henning. Prominente Beiträge durften von Maren Kroymann und Musik-Kabarettist Hagen Rether überarbeitet werden, mit Genehmigung des Managements bzw. von Radio Bremen. Um Kamera- und Tontechnik kümmerte sich Nikolas Palasik. Der Spielfilm hat eine Rahmenhandlung, in der sich kabarettistische Nummern zu verschiedenen Themen tummeln. Gedreht wurde in Magdeburg, vorrangig am Stammsitz des Prolästerrates an der Uni. Unterstützt wurden die neuen Filmschaffenden vom Offenen Kanal, wo Szenenschnitte stattfanden und Tonspuren bearbeitet wurden. „So eine professionelle Aufbereitung hätten wir allein erst einmal nicht zustande bekommen“, sagt Marko Pohlodek. Vom Ergebnis zeigen sich nicht nur die Macher zufrieden, sondern auch erste Testschauende reagierten begeistert.
Die Produzierenden hoffen nun, dass ihr künstlerisches Werk ein interessiertes Publikum und vor allem Zuspruch erhält. Vielleicht sogar inspiriert es junge Leute, sich dem Kabarett anzuschließen. Darüber würden sich Marko Pohlodek und Anika Janakiev sehr freuen. Seit Corona Studenten auf das Studieren online reduziert hat, fehlt dem Studentenkabarett die Möglichkeit, neue Mitstreiter an der Uni zum Mitmachen zu animieren. Der Film ist eine gute Werbung. Sein Titel: „Magdeburg. Eine Stadt für alle – ein Auftrag für Zwei“. Die Premiere findet am 18.Mai an der Otto-von-Guericke-Universität statt, zunächst uni-intern online. Eine DVD-Produktion ist jedoch in Vorbereitung und wird zu späterem Zeitpunkt in den Handel kommen. Birgit Ahlert