Dienstag, November 29, 2022

Besser Gates ohne Quote

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Bevorzugung des Geschlechts wegen spült an die Spitze nicht die Spitze

Oligarchen, reich sind sie, reicher als alle anderen Reichen. Viele von ihnen beherrschen mit ihren Unternehmen die ganze Welt. So die Tech-Monopolisten wie Elon Musk (Tesla, Forbes-Liste Platz 1), Jeff Bezos (Amazon, Platz 3) und Bill Gates (Microsoft, Platz 5). Heutzutage stehen diesen Leuten riesige Führungsmannschaften zur Seite, gestartet aber sind sie als Einzelperson. Auf welche Weise, das konnte man kürzlich am Beispiel Bill Gates im Fernsehen erfahren (ZDFinfo: „Die Macht der Superreichen“). Klugheit, Bildung und Originalität zeichnen den Microsoft-Gründer aus, Begeisterungsfähigkeit, Organisationstalent, Pflichtbewusstsein, Selbstdisziplin und Ausdauer. Auf solche Eigenschaften legte das Software-Genie auch bei seinen späteren Mitarbeitern Wert. Leute, die meinen, „wer arbeitet, ist der Dumme“, finden hier keinen Platz. Beziehungsweise wollen da gar nicht erst hin.

Was wäre aus solchen Unternehmen geworden, wenn man ihnen bereits im Keimstadium Auflagen der sozialpolitischen Art erteilt hätte, Frauenquoten zum Beispiel und das Prinzip der Geschlechtergleichstellung? Bestimmt sind derartige Regelungen gutgemeint, zumindest auf den ersten Blick hin. Und immer meinen es solche Regelungen auch gut mit ihren Ideengebern und -verfechtern, den Politikern. Eines der vielen Probleme ist, wenn, wie die Grünen in ihrem Parteiprogramm fordern, das Geschlechtliche vom Körperlichen unabhängig zu sein hat, indem jeder als „Frau“ gilt, wenn er sich selbst so definiert. So auch Männer, die sich auf solche Weise einen Vorteil ergattern wollen.

Quotenpolitik

Unstrittig sind die Quotenregelungen für Behinderte, und unstrittig ist das Prinzip der Gleichberechtigung. Anders die Frauenquoten, vor allem die sich an Prozentsätzen orientierende Gleichstellung für Frauen. Die Konsequenzen liegen auf der Hand. Zum Beispiel an unseren Hochschulen. Wenn die Frauenquote noch nicht erfüllt ist, werden bei der Bewerbung um Haushaltsstellen, um Professuren gar, Kandidatinnen bevorzugt, sofern „ihre Leistungen in etwa denen der männlichen Bewerber gleichkommen“. Heißt es. Und was tun die geschlechtlich Ausgesonderten? Sie wandern aus. Zu Leuten vom Typus Gates, sei es in der Wissenschaft, in der Entwicklung oder in der Industrie. Noch gibt es sie dort, Menschen, die viel zu erfolgsorientiert sind, als dass sie sich und ihrem Stab eine Quoten-Fessel verpassen ließen. Das Geschlecht ihrer Mitarbeiter ist ihnen egal, Hauptsache, sie sind gut. Doch fühlen sich die Quotenfans zunehmend auch in dieser Welt zu Hause. Unter ihnen Melinda Gates, die Ko-Vorsitzende der Bill & Melinda Gates Foundation und frühere Ehefrau von Bill Gates. Sie findet, wie es heißt, die deutsche Frauenquote „phantastisch“. Seit 2021 sind die beiden geschieden.

Ganz gleich, was wir über uns selbst denken und für wahr halten, biologisch verfügen die Menschen über zwei Geschlechter. Dafür sorgt die Bestückung mit den Geschlechtschromosomen X und Y. Das gilt auch für die meisten Tiere, und denen ist es piep egal, ob und wie das von uns Menschen hingenommen wird. Freilich gibt es bei der Verteilung der Geschlechtschromosomen ab und an Unregelmäßigkeiten. Auch die hormonelle Situation spielt mit herein, allzumal beim Geschlechtsempfinden. Das ist seit langem bekannt und gut erforscht. Und Gegenstand der Biologie-Ausbildung in der Schule.

Doch gibt es in der Akzeptanz naturwissenschaftlicher Fakten sehr markante Verteilungsstörungen. Vor allem jene, die sich von solchen Bildungsinhalten nur ungern erreichen lassen, meinen in puncto Geschlechtlichkeit weit geeignetere, nämlich politisch relevante Erklärungsmuster zur Hand zu haben. Wie sich herausstellt, ist das eine fette Weide. Längst reicht im Berufsleben hierzulande nicht mehr aus, leistungsstark zu sein. Man muss, um voll akzeptiert zu werden, auch über das „richtige“ Geschlecht verfügen beziehungsweise − Leistung hin, Leistung her − einen zur Quotenregelung passenden Sonderfall verkörpern, der andernfalls als Nachteil gewertet würde. „Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall“.

Grünhaarigkeit

Man stelle sich vor, ein Drittel der Bevölkerung wäre grünhaarig, und die Grünhaarigen glaubten, ob Ihrer Haarfarbe Nachteile ertragen zu müssen. Mehr und mehr hätten sie sich als Minderheit Gehör verschafft, auch bei den Nicht-Grünhaarigen. Sodann der Ruf nach Chancengerechtigkeit und Quotenregelung. Künftig wären nun alle Ämter zu einem Drittel durch Grünhaarige zu besetzen. In der Politik sowieso, und Grünhaarquoten auch für die Vorstände börsennotierter Firmen und bei der Zulassung zu höheren Bildungseinrichtungen. Schließlich, befeuert durch die Medien, würde Grünhaarigkeit zum Kult. Nicht nur ließen sich viele die Haare grün färben, auch, so die Idee, kann man seine Haarfarbe durch Verimpfung eines eigens dafür konstruierten Gens in Grün wandeln. Wie das? Melanin, das farbgebende Pigment der Haut und der Haare, wird aus der Aminosäure Tyrosin gebildet, und das dafür zuständige Enzym, die Tyrosinase, ließe sich dank eines gentechnischen Tricks so verändern, dass nicht mehr Braun- bis Schwarztöne resultieren, sondern Grüntöne!

In dem Feature über Bill Gates ist von Grünhaarigen nicht die Rede, natürlich nicht, aber auch nicht von irgendwelchen Quotenregelungen. Kaum vorstellbar, dass es bei Gates Microsoft je welche gegeben hat oder mittlerweile gibt, nachdem er sich mit seinem Ausscheiden nur noch – tatsächlich oder angeblich − wohltätigen Zwecken widmet. So in der von ihm geschaffenen Bill & Melinda Gates Foundation. 

Große Erfolge in Deutschland  

Das war einmal. Gewiss, heute mag so manches Problem der weltweiten Großwetterlage geschuldet sein, vieles aber ist hausgemacht. Hausgemacht wie die Quotenpolitik. Auf kaum einem Gebiet der Wirtschaft, Wissenschaft und Technik sind wir noch führend, unser Deutschland ist im Niedergang begriffen. Einbußen überall dort, wo wir früher vordere Plätze eingenommen hatten. Dazu eine allgemeine Bildungsmisere und eine vom bisherigen Wohlstand verwöhnte Jugend. Das Deutschland der Nachkriegszeit bis hin zum Anfang des neuen Jahrtausends, bewundert einst, heute belächelt. Belächelt von Menschen in Ländern, in denen Leistung und Eignung die vorderen Plätze einnehmen. So wie früher bei uns.

Und die Quotenpolitik, Hand in Hand mit Gleichstellungsvorgaben, was haben sie gebracht? Sind zumindest die Frauen nun zufriedener? Immerhin wird ihrem Geschlecht weit mehr Aufmerksamkeit zuteil als früher. Doch die meisten Frauen winken ab. Bevorzugung allein des Geschlechtes wegen ist ihnen eher peinlich. Schlimm, wenn sie trotz größter Anstrengung und bester Leistung von anderen als „Quotenfrau“ abgetan werden. Die Arbeitsteiligkeit innerhalb der Familie wäre mittlerweile ohnehin eine Selbstverständlichkeit, meinen viele der Frauen. Außerdem hätten sie ja eine deutlich höhere Lebenserwartung als die Männer, und das erbrächte in puncto Altersrente einen enormen Vorteil. Auch geht den meisten Frauen, danach befragt, das Gender-Gedöns auf die Nerven, gleich ob in Form nervtötender Doppelnennungen („Demonstrantinnen und Demonstranten“) oder ob „Mitarbeiter*innen“ geschrieben oder gesprochen wird. Sodann die aufgeblähten Probleme mit der Trans- und Intersexualität („divers“). Wer vertritt eigentlich mit einem ähnlichen Aufschrei Menschen, die handfesten psychischen Störungen ausgeliefert sind: Depression, Schizophrenie, Sucht- und Essstörungen, bipolare Störungen, Borderline? Ein Sechstel der Bevölkerung leidet darunter. Natürlich dürfen Probleme, Benachteiligungen bzw. Diffamierungen von Trans- und Inter-Sexualität nicht unter den Tisch gekehrt werden, betroffen sind davon statistisch etwa ein halbes Prozent der Bevölkerung. In der politischen Relevanz spielt das Thema jedoch eine Rolle, als gäbe es die vielen anderen beeinträchtigten Menschen überhaupt nicht. 

„Meine Hand für mein Produkt!“

Was für Sprüche waren das doch, damals in der DDR! Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung wollte es einfach nicht so recht klappen, dafür mit vollmundiger Sozialismuspropaganda. Zwar ging es in Ostdeutschland voran, doch viel langsamer als „drüben“ in dem verhassten Adenauer-Staat. „Arbeiten wie Hennecke“ hieß es nun – Adolf Hennecke, der Aktivist aller Aktivisten. Und: „Meine Hand für mein Produkt!“ Mehr und mehr hatten sich auch Frauen in das berufliche Räderwerk einzubringen, Frauenquoten aber gab es nicht. Heute gibt es die, dafür keine Appelle an die Arbeitsmoral. Im Gegenteil, bei dem überaus großzügig bemessenen Bürgergeld heißt es jetzt umso fröhlicher: „Arbeiten? Schön doof!“ Unsere EU-Nachbarn haben dafür kaum Verständnis, klammheimlich mögen sie sich über das Eigentor des einst übermächtigen Nachbarn freuen. Sie halten es lieber mit der althergebrachten Formel „Fördern durch Fordern“.

Seit jeher am erfolgreichsten ist die Schar derer, die sich selbst fordern. Ausgesprochen bunt ist deren Liste. Manche mögen knallhart zu sich selbst sein, doch heißt es nicht von ungefähr, der Erfolg sei ein scheues Reh. Fördern durch fordern, für Erfolgshungrige ist das keine Frage − aber wie? Wie haben die es geschafft, fragt man sich hier, die die allerhöchsten der Spitzenplätze einnehmen, seien es namhafte Künstler, Nobel- oder Turing-Preisträger oder die eingangs zitierten Tech-Monopolisten.Wer von diesen Leuten der Wohltätigkeit zugetan ist, sollte Lehrgänge anbieten – online −, um den jeweilig eigenen Erfolgsweg kundzutun. Die Teilnahme sei frei. Nicht aber für Politiker, diese müssten zur Teilnahme verpflichtet werden. Denn oft genug hängt von ihnen das Wohl eines ganzen Volkes ab. Durch solcherart Lehrgänge haben sie, die Politiker, die jeweils benötigten Fachkenntnisse zu erlangen wie auch die Fähigkeit, die für sie effektivsten Mitarbeiter zu gewinnen. Am Ende dann und vor den Augen der gesamten Wählerschaft die Forderung: Politiker ins Testat!

Text: Gerald Wolf, Seite 10-11, Kompakt Zeitung Nr. 219

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