Sonntag, August 14, 2022
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Victoria-Nacht in den Gruson-Gewächshäusern am 17. August

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Die Gruson-Gewächshäuser veranstalten am kommenden Mittwoch, 17. August, die Victoria-Nacht. Grund ist die sich nur für kurze Zeit öffnende Blüte der Riesenseerose “Victoria”. Mit etwas Glück lässt sich an dem Abend dieses Naturschauspiel beobachten.

Von 18.00 bis 22.00 Uhr stehen Gewächshausmitarbeiter für Fragen und Erklärungen bereit. Während der Victoria-Nacht wird in einem Zeitrafferfilm die Entwicklung der Blüten anschaulich dargestellt. Zur Erfrischung werden tropische Cocktails angeboten. Auch alle Schaugewächshäuser sind an diesem Tag bis 22.00 Uhr geöffnet und laden zu einem Rundgang in der sommerlichen Abenddämmerung ein.

Die südamerikanische Riesenseerose “Victoria cruziana” ist eine der bemerkenswertesten Pflanzen in den Gruson-Gewächshäusern. Kaum eine exotische Pflanzenart fasziniert Pflanzenliebhaber so sehr wie die Riesenseerose aus Südamerika. Der Name wurde ihr im 19. Jahrhundert zu Ehren der früheren britischen Königin gegeben.

Alljährlich wird innerhalb weniger Monate aus einem Samenkorn eine riesige Pflanze, die mit ihren Schwimmblättern das 40 Quadratmeter große Wasserbecken fast vollständig ausfüllt. Im Spätsommer entwickelt sich etwa alle drei Tage eine sich nur für zwei Nächte öffnende Blüte. Diese entfaltet erst bei Sonnenuntergang ihre volle Pracht.

Für die Victoria-Nacht gelten die normalen Eintrittspreise der Gruson-Gewächshäuser (3,50 Euro, ermäßigt 2,00 Euro).

Zeugenaufruf nach Brand in Magdeburg

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Am Mittwoch, 03.08.2022 gegen 00:20 Uhr brannten mehrere Müllcontainer in der Rothenseer Straße. Die Magdeburger Polizei sucht nach Zeugen.

Die Polizei wurde über einen Brand von circa 20 Müllcontainer informiert. Durch die alarmierte Feuerwehr konnte das Feuer umgehend gelöscht werden. Die Schadenshöhe beläuft sich auf einen mittleren vierstelligen Betrag. Eine unbekannte Personengruppe soll dabei beobachtet worden sein, wie sie sich in der Nacht von dem Brandort entfernten.

Die Polizei sucht Zeugen, welche sich zur Tatzeit in der Nähe aufgehalten haben. Zeugen, welche sachdienliche Hinweise zu der Tat oder den Tatverdächtigen geben können, werden gebeten, sich unter 0391/546-3295 im Polizeirevier Magdeburg zu melden.

StadMensch: Musikalisches Eimersaufen

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Ein Gespenst geht um in Deutschland, das Gespenst des Kulturkampfes. Aber wie es sich für einen Kulturkampf im Hochsommer so gehört, geht es nicht um Hochkultur, aber heiß her. Denn zwischen brennenden Wäldern und schmelzendem Asphalt, Montagsdemos und Gaspreisen, Fußball und Katzencontent tobt ein Kampf um die Deutungshoheit. Es geht um Musik, ein kleines Lied, das so viel bewirken kann. Wir brauchen bei den wirklich brennenden Problemen um Armut und Klimakatastrophe ein niedrigschwelliges Ablenkungsangebot. Und das heißt „Layla“. Eigentlich ein ganz normales Sauflied für eine Klientel, das Sangria eimerweise auf Malle konsumiert und dafür den passenden Soundtrack braucht: Laut, zum Mitklatschen und –gröhlen, mit drei Promille immer noch verständlich für alle, die auch Bohlen oder Gabalier für Musik halten. Das ist nicht schlimm, das ist zielgruppenorientierte Massenware, die zwar nichts mit Kunst, aber viel mit Lebensgefühl zu tun hat. Das musikalische Pendant zu Pizza Hawaii und Kartoffelchips mit Currywurstgeschmack muss nicht jedem schmecken, aber einer Mehrheit gefallen. Das ist gelebte Demokratie. Es ist nicht wichtig, was ich persönlich von diesem Lied halte, ich bin nicht der Adressat. Und wenn ich hier darüber schreibe, dann nur, weil ich den Disput, der losgebrochen ist, für extrem befremdlich halte.

Die Ballermannhits der letzten Jahre haben nie versucht, sich als Hochkultur zu tarnen. Ein wenig Ironie und ein wenig zu offensichtliches Augenzwinkern war immer mit dabei. Diese Ironie der Ironie schürfte nie in der Tiefe, sondern polierte Oberflächen so lange, bis sich alle darin spiegeln konnten. Auch das ist eine Kunst, die gerne und oft unterschätzt wird. Und ein Name wie Ikke Hüftgold, der für Layla verantwortlich ist, bürgt dafür, dass diese Kunst immer wieder reproduziert wird. Man mixt zusammen, was sich als erfolgreich erwiesen hat, und, wenn es gut geht, dann hat man einen Sommerhit, mit dem man sehr ordentlich verdienen kann. Wer sich an „Skandal im Sperrbezirk“ erinnert, der nun auch schon wieder 40 Jahre auf dem Buckel hat, weiß, dass Prostitution und musikalische Witze darüber schon länger Konjunktur haben. Zilles Hurengespräche sind einhundert Jahre alt und Lukians Hetärengespräche sogar nahezu 2000. Der derbe zupackende Witz jener Texte findet in Layla zwar nur ein schwaches Echo, aber auch das Sauflied hat eine Jahrtausende währende Tradition. Noch einmal, es muss mir nicht gefallen, wenn ich betrunken bin, dann muss ich nicht unbedingt singen, aber andere tun es und wer bin ich, dass ich ihnen vorschreiben mag, was sie grölen. Das Wort „Grölen“ kommt tatsächlich von einer Verballhornung des Wortes Gral. Nach diesem wurden im späten Mittelalter Ritterturniere benannt. Und weil es bei denen laut herging, wurde eben gegrölt. So ist das Gefäß, in welchem angeblich das Blut von Christus aufgefangen wurde, der Namensgeber für diese Saufgesänge. Das Hohe und das Niedrige sind näher beieinander als es manche gerne hätten.

Ich weiß, es gibt auch einen schönen Song namens „Layla“ von Eric Clapton. Aber den wird schon niemand mit dem Hit von heute verwechseln. Und dann gab es da bis vor 11 Jahren diese wundervolle gleichnamige Kneipe in Stadtfeld mit der alten Kastanie im Hof, unter der sich so gut sitzen ließ in den damals noch nicht so heißen Sommern. Diese Kneipe gibt es übrigens in der Internetpräsenz der Stadt Magdeburg immer noch. Leider ist sie in der Realität irgendwie verloren gegangen und nur manchmal erinnert noch ein mit diesem Namen bedruckter Stuhl in der Schweizer Milchkuranstalt an die alten Zeiten, der durch den aktuellen Titel ganz andere Assoziationen hervorzurufen weiß.

Aber zurück in die Gegenwart, in welcher der Streit tobt, ob man diesen Titel überhaupt öffentlich spielen sollte. Ein paar Städte haben ihn verboten, weil der Text diskussionswürdig sei. Einige Wirte wollen ihn auf dem Oktoberfest aus ebendiesem Grund auch nicht spielen. Und natürlich haben sie nicht Unrecht. Aber wenn es danach ginge, dann würden nur sehr wenige Lieder übrig bleiben und zum Mitklatschen würden die auch nicht taugen. Außerdem werden in Bierzelten meistens Sauflieder gespielt, denn das eine bedingt das andere. In einem Bierzelt würde Musik experimentellen Charakters überwiegend auf Unverständnis und Ablehnung stoßen. In der Elbphilharmonie wiederum würde es der aktuellen „Layla“ vermutlich ähnlich ergehen, auch wenn es die Berliner Symphoniker spielten. Nun haben sich auch einige Layla-Befürworter gefunden, die gerne aus dem politisch rechtskonservativen Bereich kommen und sich bevormundet und in ihrer persönlichen Freiheit bedroht sehen, wenn der Song nicht überall frei gespielt werden kann. Sie übertragen ihre Probleme mit diesem Staat auf ein Lied, dessen Text und Melodie das nicht unbedingt hergeben. Und so wogt eine Diskussion, welche die Popularität des Liedes erhöht, aber ansonsten an der Realität völlig vorbei geht. Es gibt kein Problem mit einem unwichtigen Trinklied, sondern mit Größerem. Die Besucherzahlen bei Kulturveranstaltungen gehen teils drastisch zurück, eine wegweisende Kunstausstellung wie die „documenta“ verwandelt sich in diesem Jahr in eine peinliche Provinzposse und Kunst scheitert immer öfter an der persönlichen Betroffenheit weniger. Und ob man sich das permanente Heizen von Museen und Theatern in diesem Winter leisten können wird, steht in den Sternen. Da sollten und müssen wir uns die Köpfe heißreden. So gesehen ist auch dieser Text nur Teil eines gewaltigen Ablenkungsmanövers.

Und dies Manöver, das heißt Layla
denn es ist eben nichts geiler
als der Ernst in diesen Zeilen …
Lalalalalalalalalalalala

Lars Johansen

Blaualgen im Neustädter See: Städtische Warnstufe 2 ausgerufen

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Am Strandbad Neustädter See gilt ab sofort die städtische Algenwarnstufe 2. Damit wird um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten, weil es im Wasserbereich aller drei städtischen Badebereiche des Sees derzeit Schlieren mit Cyanobakterien gibt. Wegen dieser Blaualgen kommt es zu einer grünlichen Trübung des Wassers mit einer Sichttiefe von teilweise weniger als einem Meter.

Badegäste erhalten vor Ort von den Mitarbeitenden des Strandbades sowie durch Aushänge und Flyer Informationen über mögliche Gesundheitsgefahren. Warnhinweise befinden sich unter anderem an den Kassen und Rettungstürmen. Die Stadtverwaltung bittet darum, nach dem Baden die zusätzlich aufgestellten Duschen zu nutzen. Kontrollen des Zustandes der Wasserqualität erfolgen täglich.

Cyanobakterien (Blaualgen) können giftig sein. Insbesondere bei vorbelasteten Personen (zum Beispiel Allergiker), aber auch bei Kleinkindern kann es beispielsweise durch Verschlucken zu allergischen Reaktionen oder Hautreizungen kommen. (eb)

Standpunkt Breiter Weg: Kosten und Verzicht

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Der Magdeburger Universität flatterte bereits die Erhöhung über die Nebenkosten für die Heizperiode ins Haus. Rund 500.000 Euro soll die Uni in diesem Jahr mehr blechen. Die Heizungsanlagen der Bildungseinrichtung hängen nicht an der Fernwärmeversorgung des Magdeburger Müllheizkraftwerkes, sondern werden mit Gas betrieben. Was in den 1990er Jahren die günstige Lösung war, wird heute zum finanziellen Desaster. Uni-Rektor Jens Strackeljan wurde wegen der Rechnung bereits bei Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann vorstellig. Doch mit Geld konnte der nicht helfen. Dieses Schulterzucken an Ohnmacht werden wir künftig häufiger erleben.

Nicht nur zu Hause werden wir wegen der drohenden Wärmekostensteigerung die Heizungen drosseln, sondern auch am Arbeitsplatz. Angestellte und Unternehmer sind gleichermaßen finanziell betroffen bzw. doppelt. Denn Mehrkosten am Arbeitsplatz treffen alle. Nicht alle können zum Ausgleich höhere Umsätze erwirtschaften. Homeoffice sollte eines der Heilmittel sein, um mit den steigenden finanziellen Belastungen klarzukommen. So wird es von Politikern vielfach propagiert. Die Ratschläge zum Energiesparen, die Appelle zum Verzicht klingen in manchen Ohren wie Wasser-Predigten. Als würden sich Menschen in Notsituationen nicht zu helfen wissen. Die noch lebenden Kriegs- und Nachkriegsgenerationen kennen doch das Leben im Mangel. Selbst zu DDR-Zeiten wurden Altbauten oft noch mit Ofenheizungen betrieben. In Schlafzimmern war meist gar keine Heizquelle vorhanden. Auch die Versorgung mit warmem Wasser aus der Leitung setzte sich im Osten erst flächendeckend im Verlauf der 1980er Jahre durch.

Ich denke, die Älteren unter uns brauchen keine gutgemeinten Ratschläge zum Sparen. Für die Generationen, die in den vergangenen 30 Jahren aufgewachsen sind, mögen Strom und warmes Wasser und angenehm beheizte Räume eher eine Selbstverständlichkeit sein. Wahrscheinlich würde es unseren Energiehunger ebenso reduzieren, könnten mehr Menschen auf die permanente Nutzung ihres Smartphones verzichten. Schließlich verbrauchen Mobilfunk, riesige Serverfarmen und die kleinen Taschencomputer selbst zusammengenommen eine Menge Strom und das sogar für jede unsachliche, überflüssige Diskussion, für völlig belanglosen Nachrichtenquatsch und anderes mehr. In Sachen Stromsparen war Deutschland in den vergangenen Jahren auf einem guten Weg. Seit 2017 sank der Verbrauch. Im vergangenen Jahr stieg er wieder an. Trotz Klimaschutz-Bewusstsein steigt der Verbrauch. Wie bei der Uni dürfen wir uns auf hohe Energierechnungen freuen. Väterchen Staat reibt sich indes die Hände über 17,5 Prozent mehr an Steuereinnahmen, die wir alle erwirtschaften.

Partizipien auf dem Vormarsch

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Herr Podzek war sehr geschickt. Er konnte Löcher in Kochtöpfen verschließen, Werkzeuge scharfschleifen, Schlüssel feilen und vieles andere mehr, was mit Gegenständen aus Metall verbunden war. Und für mich hatte er aus einem Stück Blech einen Schlittschuhkrickel angefertigt. Schlittschuhkrickel, das war damals unser Ausdruck für eine Art Schraubschlüssel, mit dem die Schlittschuhe an den Schuhen festgeschraubt wurden. Hackenreißer nannten wir die Schlittschuhe, deren hintere Klammern mit Dornen für das Eingreifen in den Absatz der Schuhe versehen waren. Wenn die zusätzlichen Lederriemen zur Sicherung nicht stabil genug waren, dann konnte der Schuhabsatz abreißen. Wir sprechen hier, liebe Leserin und lieber Leser, von einer Zeit, als es zwar keine so schönen Schlittschuhe wie jetzt, aber noch Winter mit Schnee und Eis gab, als Seen und Teiche noch von einer dicken Eisdecke überzogen wurden. Und an Herrn Podzek mussten wir eine Mark bezahlen, das war zu damaliger Zeit einiges Geld. Meine Mutter fragte ich: Warum wohnt denn Herr Podzek mit seiner Familie in einer Baracke? – Ja, Junge, das sind Flüchtlinge. – Sind wir auch Flüchtlinge? – Nein, wir wohnen schon immer hier.

Flüchtlinge, liebe Leserinnen und Leser, dieses Wort verstehen Sie. Aber wann haben Sie dieses Wort zum letzten Mal gelesen oder gehört? Es gibt noch den Weltflüchtlingstag, der am 20. Juni jeden Jahres begangen wird. Aber ansonsten? Spricht noch jemand von ‚Flüchtlingen‘? Selten, denn jetzt hören und lesen Sie fast nur noch von ‚Geflüchteten‘. Und damit sind wir bei den Partizipien der deutschen Sprache. Es gibt im Deutschen zwei Arten von Partizipien. Das sogenannte Partizip I (eins), auch Partizip der Gleichzeitigkeit, Partizip Präsens oder Partizip der Gegenwart genannt, treffen wir an in Sätzen wie: ‚Stehend verfolgen in der ukrainischen Kirche die Gläubigen den Gottesdienst.‘ ‚Die betrunkenen Fußballfans ziehen grölend durch die Innenstadt.‘ Wir erkennen, wie dieses Partizip I gebildet wird: Infinitiv des Verbs + d. In den beiden genannten Sätzen zeigt das Partizip I die Gleichzeitigkeit von zwei Handlungen an: Die Gläubigen stehen und verfolgen dabei den Gottesdienst; die Fans ziehen durch die Innenstadt und grölen dabei. Das Partizip II tritt viel, viel häufiger auf. Es ist die Form des Verbs, mit der wir die Vorvergangenheit, das sogenannte Perfekt oder Plusquamperfekt, zusammen mit den Hilfsverben ‚sein‘ und ‚haben‘ bilden. Sätze hierzu: ‚Er hat seine Frau geliebt und gehasst.‘ ‚Das Wildschwein war von der Kugel des Jägers getroffen.‘ ‚Der Mitarbeiter hatte einen groben Fehler begangen und wurde deshalb durch seinen Vorgesetzten gemaßregelt.‘ Nennen wir nochmals die hier aufgeführten Partizipien des Typs II, auch Partizipien des Perfekts oder der Vergangenheit genannt: geliebt, gehasst, getroffen, begangen, gemaßregelt. Jeder Deutsche versteht die Partizipien, weiß, wie sie gebildet werden und verwendet sie in seiner täglichen Umgangssprache, selbst wenn ihm das Wort ‚Partizip‘ nicht geläufig ist. Dieses Partizip als grammatische Kategorie ist also sehr produktiv, das heißt es wird sehr häufig gebraucht, nämlich um in der deutschen Sprache die sogenannten zusammengesetzten Zeiten und das Passiv zu bilden. Und die Partizipien beider Art können wie Adjektive verwendet und dekliniert werden: ‚Der Lehrer sah dem schreibenden Schüler über die Schulter zu.‘ ‚Mit einem Faustschlag brachte er den widerstrebenden Übeltäter zu Boden.‘ ‚Es gelang den Technikern, das zerborstene Rohr endlich durch ein neues zu ersetzen.‘ ‚Die zerrissenen Stasi-Dokumente sollten mittels einer Maschine wieder zusammengesetzt werden.‘

Wie schon erwähnt, kann das Partizip II (Partizip Perfekt) in manchen Fällen als Substantiv fungieren: der Erschossene, der Geflüchtete, der Verletzte, der Untergetauchte, der Ertrunkene, der Getaufte usw. Nochmal: abgeleitet sind sie von entsprechenden Verben. In früheren Grammatik-Lehrbüchern und in Wörterbüchern zur deutschen Sprache für Ausländer können Sie seitenlange Tabellen zur Darstellung der Verben finden: Infinitiv – Vergangenheitsform – Partizip II. Praktisch sieht dies so aus: sprechen – sprach – gesprochen, laufen – lief – gelaufen, braten – briet – gebraten, hus-ten – hustete – gehustet, spielen – spielte – gespielt usw. Nur nebenbei erwähnt: In der russischen Sprache gibt es vier Arten von Partizipien.

Der Ursprung des Wortes ‚Partizip‘ ist das lateinische Verb ‚participare‘ = teilhaben. Dieses Fremdwort hat in unserer Sprache schon umfangreich Eingang gefunden, und sei es manchmal auch nur, wenn Sie bei Ihrem Bankberater sitzen und er Ihnen anbietet, Anteile von diesem oder jenem Fonds zu kaufen, denn „schließlich sollen ja auch Sie beim Boom dieser Branche partizipieren“. In der deutschen Grammatik wird das Partizip häufig als ‚Mittelwort‘ bezeichnet. Man kann nicht genau sagen, ob es eher ein Verb oder doch mehr ein Adjektiv ist. Es steht so mehr in der Mitte, zunehmend sogar auch in der Nähe zum Substantiv. Denn von der äußeren Form bietet es sich an, das Partizip I wie ein Adjektiv (Eigenschaftswort) zur besseren Kennzeichnung des nachfolgenden Substantivs zu verwenden: ‚der lesende Arbeiter‘, ‚der schreibende Arbeiter‘ (beides Aktionen in der DDR, um die Werktätigen mehr an die Kultur heranzuführen), ‚der schauspielernde Sänger‘, ‚der sich verbessernde Dozent‘ usw.
Kehren wir aber wieder zu unseren Flüchtlingen zurück. Warum, so müssen wir uns fragen, ist dieses Wort bzw. der Gebrauch nicht mehr so recht zeitgemäß? Die Antwort ist einfach: wegen des Erfindens des Genderns! Gendern bedeutet ja, die Rolle der Frauen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben unserer Gesellschaft besser, sichtbarer, in unserer Sprache hervorzuheben. Und bilden Sie doch mal bitte von ‚Flüchtling‘ die weibliche Form! ‚Flüchtlingin‘ geht nicht, ein solches Wort finden Sie nicht im Duden und auch sonst nirgendwo. Aber das Partizip Perfekt des Verbs ‚flüchten‘ kennen Sie: ‚geflüchtet‘. Und dann mit großem Anfangsbuchstaben und in der Mehrzahl: ‚die Geflüchteten‘. Hierin sind Männer und Frauen, ja sogar die Kinder, mit eingeschlossen. ‚Die Geflüchteten aus der Ukraine‘, ‚weltweit über 100 Millionen Geflüchtete‘, und so weiter. Das Partizip II wird also zu einem selbstständigen Substantiv, geschrieben mit großem Anfangsbuchstaben. Medienvertreter und Politiker haben keine Sorgen mehr wegen des Genderns! Als noch niemand nur im Geringsten an das Gendern dachte, gab es schon das Partizip II als Substantiv: ‚der Erschossene‘, ‚die Verbände der Vertriebenen‘ (politisch in Westdeutschland), ‚die Gebrauchten‘ (Autos), ‚die Angemeierten waren wir‘ (wir fühlten uns hereingelegt), ‚der Gefangene‘ u. a.

Weiter oben haben wir versucht, die Rolle des Genderns in Bezug auf den Gebrauch des Partizips II zu beleuchten. Viel krasser, manchmal als erschreckend empfunden – jedenfalls durch die älteren Generationen –, ist jedoch die Verwendung des Partizips I in der Form eines Substantivs. Fangen wir mit den ‚Studierenden‘ an. Wenn Sie auf dem Bahnhof den Fahrplan der Züge studieren sollten, dann sind Sie noch lange kein ‚Studierender‘. ‚Studierende‘ hießen früher ‚Studenten‘ und ‚Studentinnen‘. In der Vorschrift einer Stadtverwaltung heißt es zur Benutzung der Wege und Straßen: „Die zu Fuß Gehenden haben die gekennzeichneten Überwege zu benutzen.“ Die Freunde wollen ganz einfach den bisherigen, bisher als normal empfundenen Ausdruck ‚Fußgänger‘ vermeiden. Inzwischen gibt es in der Arbeitswelt schon ‚Arbeitgebende‘ und ‚Arbeitnehmende‘.

Sind nun Partizipien also wie Adjektive oder Substantive zu behandeln? ‚Das schreiende Kind‘, ‚das wild schreiende Kind‘ – in beiden Fällen wird das Partizip I wie ein Adjektiv behandelt, bei ‚das wild schreiende Kind‘ wird das Partizip noch durch ein Adverb näher bestimmt. Adverb = ad-verb, das heißt zum Verb gehörend. Keine Probleme, Adjektive können durch Adverbien näher bestimmt werden. Adverbien sind in der Form her unveränderlich: ‚das laut schreiende Kind‘, ‚die sehr schöne Frau‘, ‚der schwer kranke Patient‘. Oder müsste hier nach Ihrer Meinung geschrieben werden: ‚der schwerkranke Patient‘? Beides soll möglich sein. Und wie ist es beim ‚schwer erkrankten Großvater‘? Lassen wir den ‚Großvater‘ weg: ‚der schwer Erkrankte‘. Ähnlich ‚der schwer Verletzte‘. Solche Konstruktionen werden Sie immer mehr finden. Dabei entsprechen sie nicht den „Regeln der deutschen Rechtschreibung“, denn, wie schon zwei Zeilen höher gesagt, gehört ein Adverb zum Verb oder zu einem Adjektiv, aber nicht zu einem Substantiv! Und ‚der Verletzte‘ ist eindeutig ein Substantiv. Die Schlussfolgerung wäre, in der Zukunft ‚der Schwerverletzte‘ zu schreiben. Und wenn die Sanitäter Mühe haben sollten, einen schweren Schwerverletzten auf die Trage zu legen, dann können Sie annehmen, dass er über 150 kg wiegt. Es gibt auch ‚marginal Beschäftigte‘. Grammatisch gesehen Adverb plus Substantiv, also bisher unmöglich. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, daran aber nichts Anstößiges finden, dann können wir dies als Zeichen der Akzeptanz werten und schlussfolgern, dass sich unsere Sprache zumindest in kleinen Schritten ändert.

Nun, liebe Leserin und lieber Leser, so wie das Leben komplizierter wird, so wird unsere schöne deutsche Sprache komplizierter. In der Zukunft werden Sie mehr und mehr von Mitarbeitenden, Geringverdienenden, Abgewanderten, Lehrenden, Einkaufenden, Hochbetagten, Schutzsuchenden, Angekommenen, Wohlhabenden, Inhaftierten, Verwahrten, Intensivversorgten, Unterrichtenden, Lesenden, Zuhörenden, Bahnfahrenden, Sporttreibenden usw. hören. Bleiben Sie aufmerksam, was unsere Sprache angeht. Wenn Sie kritisch sind, dann weisen Sie mit Recht darauf hin, dass die Überschrift ganz oben eigentlich lauten müsste: „Auf dem Vormarsch Substantive, die aus Partizipien abgeleitet sind.”
Dieter Mengwasser

Dipl.-Dolmetscher u. -Übersetzer

Scharfe Sprüche: Beiköche des Berichtswesens

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Die sprachliche Erhitzung über die Sommerhitze ist das aktuelle Top-Gericht auf der Pressespeisekarte. Nun ist, was man der Presse entnimmt, naturgemäß platt. So sagt es Alexander Eilers. Da haben wir schon mal den Unterschied zum Würstchen herausgearbeitet, das ja bekanntlich ein länglich rundes Ding ist. Doch zurück zu den Sommertemperaturen. Offenbar haben die meisten Medienleute noch niemals in einer Imbissbude mit Grill und Fritte gearbeitet oder eben in einem Dönerladen. Da läuft im Sommer das Arbeitsklima auf Hochtouren und im täglichen Schweiß könnte man eine Poolparty feiern.

Nun will ich mal ganz sachlich sein: im Job braucht es täglich klare und konkrete Ansagen, damit alles funktioniert. Beim Bestellen, beim Zubereiten und innerhalb der betriebsinternen Abläufe. So etwas scheint den Medienleuten oft enorm schwer zu fallen. Entweder verbiegen sie sich in sprachlichen Pirouetten oder, was immer häufiger vorkommt, sie quetschen eine Botschaft derart zusammen, das im Kern ein Diamant entsteht, der jede Realität bis zur Unkenntlichkeit zerkratzen kann. Presse und Druckerzeugung – das gehört ganz eng zusammen. Hey, ich will natürlich nicht alle Schreiber- und Rederlinge über einen Kamm scheren, aber so ein bisschen Zurückhaltung gegenüber den Tatsachen, die sie in ihren Redaktionsküchen mit Wortwürze schärfen, wäre bestimmt hilfreich. Den Zusammenhang, dass die Verkürzung von Sachverhalten oder einseitige Berichte auch zu Denkverknappung bei Mediengästen führt, sollten sie sich stets vor Augen halten. Und sich vor allem nicht im Nachhinein darüber wundern, dass sich zahlreiche Informationsgenießer abwenden oder dass sich anderenfalls bei Info-Junkies Fastfood-Hirne ausbilden.

Einige werden sich sicher fragen, was Olaf mit seiner Soßentextur hier eigentlich mitteilen will? Ganz einfach: Mit der Ware Nachricht ist es wie mit dem Essen. Jeder kocht zusammen, was er gut kann und alle essen, was ihnen besonders gut schmeckt. Kein Restaurant kann es allen Gästen recht machen und Medien können das auch nicht. Egal, wie aufgeklärt, wissend oder sprachgewandt sich Berichtsbeiköche selbst sehen wollen. Sterneköche sind wie Pulitzer-Preisträger Ausnahmeerscheinungen ihres Fachs und temporär befristete Kochgenies. Und da schließt sich der Kreis zu Olaf. Manchmal gelingen mir Wunderwürstchen der Extraklasse und an anderen Tagen kommen eben nur Würstchen der Extraklasse auf den Grill. Aber die schmecken stets rund und knackig und nie platt und fahl.
Bis gleich, Euer Olaf vom Hassel.

„Keine finanziellen Abenteuer“

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Der neue FCM-Präsident Jörg Biastoch im KOMPAKT-Interview über seine Ziele mit dem Club, den Klassenerhalt und die Frage, warum er nicht mit fliegenden Fahnen zu einem Großinvestor überlaufen würde. Gibt es bald auch ein FCM-Frauenteam?

KOMPAKT: Sie sind in einer Zeit zum Präsidenten des FCM berufen worden, in der der Club nach dem Zweitliga-Aufstieg und dem damit verbundenen Bohei eine richtige Hoch-Phase durchlebt. Ist das eher Fluch – wegen der daraus an Sie folgenden hohen Erwartungen? Oder Segen – wegen der ringsum vorherrschenden Euphorie?
Jörg Biastoch: Eine wirklich schwierige Frage. Als die Übernahme des Präsidentenamtes erstmals an mich herangetragen wurde, war an den späteren sportlichen Erfolg überhaupt nicht zu denken. Wenn ich heute jedoch alles abwäge, dominiert schon der Segen. Wobei ich nicht übersehe, dass angesichts der Entwicklung, die der Verein in letzter Zeit genommen hat, die Verantwortung natürlich wächst. Denn wir wollen uns weiterentwickeln. Hinzu kommt, dass wir in beiden Führungsgremien, Aufsichtsrat und Präsidium, neue personelle Konstellationen haben. Wobei ich dick unterstreichen möchte, dass bei uns jetzt keine revolutionäre Entwicklung stattfindet, sondern eher eine evolutionäre.

Anderswo werden Präsidenten jene berühmten 100 Tage gewährt, bevor ein erstes Urteil über deren Arbeit gefällt wird. Nehmen Sie die für sich in Anspruch?
Nein, die würde ich nicht geltend machen. Ich springe ja nicht ins kalte Wasser, habe jahrelange Erfahrung im Aufsichtsrat. Es ist quasi eine Weiterführung der bisherigen Arbeit, nur eben jetzt als Präsident. Einiges kommt sicher neu hinzu. Außerdem sind zwei Drittel des gesamten Teams schon gremienerfahren.

Ungeachtet dessen, es bleibt ein Ehrenamt.
Richtig. Das, und dies ist nicht übertrieben, derzeit 20 bis 30 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt. Das kann ich nur ausfüllen, weil mir dafür das nötige Zeitvolumen zur Verfügung steht. Und das wiederum funktioniert nur, wenn im Unternehmen ein Team am Werk ist, das voll engagiert ist, mir die nötigen Freiräume für den FCM lässt. So ein Amt ist keine One-Man-Show, das geht nur im Team.

Entscheidend ist auf dem Platz, lautet eine alte Fußballer-Weisheit. Kommen wir also zum Sportlichen. Sie haben sich die Aussage von Sport-Geschäftsführer Otmar Schork zu eigen gemacht, wonach der FCM anstrebt, eine sorgenfreie Saison zu spielen.
Davon gehe ich voll und ganz aus. Dass wir dabei Höhen und Tiefen haben werden, ist ebenso klar. Ich bin sicher nicht der Fußball-Experte, aber ich gehe fest davon aus, dass wir – auch mit Blick auf die Konkurrenz – die Klasse halten werden.

Was macht Sie da so sicher?
Ganz eindeutig: die hohe Kompetenz in der sportlichen Führung mit Geschäftsführer Schork und Cheftrainer Christian Titz. Der Unterschied zum Aufstieg 2018 ist zudem der, dass wir als Team deutlich reifer geworden sind.

Sie haben zuletzt mehrfach von einer Professionalisierung der Strukturen im Club gesprochen, die angestrebt werden muss. Was hat der Außenstehende darunter zu verstehen?
Wir sind 2015 in die 3. Liga aufgestiegen, 2018 in die 2. Bundesliga. Nun ist sportliches Wachstum das eine, die Strukturen rundherum müssen mitwachsen, Marketing usw. Da haben wir seinerzeit absolutes Neuland betreten. Der Abstieg 2019 bedeutete einen weiteren Rückschritt, Mängel in den Strukturen waren nicht zu übersehen. Das müssen wir mittelfristig beheben, wir müssen uns da personell verstärken.

Wo steht der FCM zu Beginn der Zweitligasaison finanziell? Die Rede ist von einem Gesamtetat von etwa 20 Millionen Euro, 10 Millionen davon Sportetat?
Ich denke, da sind wir im unteren Drittel der Liga einzuordnen. Das heißt aber keineswegs, dass wir nicht konkurrenzfähig sind. Geld schießt nur bedingt Tore. Zumal unsere Philosophie als Verein ohnehin eine andere ist, nämlich auf junge, hungrige Akteure zu setzen, sie hier weiter zu formen. Ein Beispiel dafür ist Abwehrspieler Jamie Lawrence, den der FC Bayern zu uns gegeben hat, damit er sich hier entwickelt. Darin sehen wir den richtigen Weg. Wir sind diesbezüglich, ohne missverstanden zu werden, ein Ausbildungsverein.
Finanzielle Abenteuer sind also unter Ihrer Führung nicht zu erwarten?
Nein. Ich trete für eine sogenannten Diversifizierung des Risikos ein. Soll heißen, alle unsere finanziellen Aktivitäten ruhen auf einer breiten Basis. Wir haben derzeit etwa 400 Wirtschaftspartner. Das ist gewissermaßen auch eine Konsequenz aus den wilden neunziger Jahren, als damals Unternehmen wie Kinowelt oder die spanische Asap im Spiel waren. Ganz klar: Es wird bei mir definitiv nicht den übermächtigen Sponsor oder Investor geben. Selbst wir als Humanas als Trikotsponsor kommen nur auf einen Anteil von zehn bis 15 Prozent. Unsere Stärke ist vielmehr, dass wir sehr breit aufgestellt sind. Das wollen wir noch weiter ausbauen.

Mit der Neuansiedlung des mächtigen US-Konzerns Intel in Magdeburg spekuliert so mancher in der Stadt schon darauf, dass da doch etwas zu machen wäre. FC Intel Magdeburg, wie klingt das in Ihren Ohren?
Das ist zum Beispiel ein Weg, den ich nicht favorisieren würde. So sehr ich mich über die Ansiedlung freue. Intel wird mit Sicherheit der Gemeinschaft in Magdeburg guttun, keine Frage. Mit Sicherheit werden sie sich im Kultur- und Sportbereich engagieren, werden sich einbringen. Wir unsererseits jedenfalls sind nicht darauf ausgerichtet, mit fliegenden Fahnen einen Großinvestor oder Großsponsor hereinzuholen, nur um nach vorn zu kommen. Es bleibt dabei, dass 75 Prozent der Mitglieder zustimmen müssten, wenn sich jemand an der Kapitalgesellschaft beteiligen möchte. Unser Ziel bleibt vielmehr ein gesundes und weiteres Wachstum. Die Philosophie dabei ist, nicht einen Investor reinzuholen, sondern Leute, die auf ihrem Gebiet Profis sind, die uns weiterhelfen können.
Sie selbst sind Präsident, geschäftsführender Gesellschafter des Hauptsponsors, als approbierter Arzt sogar Hygiene-Beauftragter des Vereins. Hat denn Herr Titz schon mal angefragt, ob Sie nicht gelegentlich auch als Co-Trainer aushelfen können?
Dazu müsste ich, wie gesagt, Fußballexperte sein. Wenn ich denn je vorgehabt hätte, beispielsweise Manager zu werden, dann hätte ich diesen Weg auch eingeschlagen. Nein, ich bin ein Mensch, für den Fußball eine Leidenschaft ist. Seit fast 40 Jahren. Dabei habe ich nie Mannschaftssport betrieben, bin aber ein Fan davon. Ich würde mir zudem nie anmaßen wie manch anderer Präsident, der sportlichen Führung vorzuschreiben, wie sie den Kader zusammenstellen.

Das war ja nur als kleiner Gag gemeint. Die Frage zielt eher darauf, ob Sie einen Interessenkonflikt zwischen Präsident und Hauptsponsor sehen? Grob gesagt, ob Sie sich das Amt gewissermaßen erkauften?
Ganz deutlich: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich würde außerdem nie versuchen, auf wirtschaftliche Entscheidungen des Verein Einfluss zu nehmen zugunsten meines Unternehmens. Eine Verquickung beider Ämter schließe ich daher aus. Wenn überhaupt, dann nur in dem Fall, dass ich als geschäftsführender Gesellschafter dem Verein in dem einen oder anderen Fall einmal helfen könnte. Nie umgekehrt. Zudem würde meine wirtschaftliche Macht gar nicht ausreichen, um Entscheidungen auf der Ebene des Sportdirektors oder des Trainers zu treffen. Weil ich es gar nicht könnte.

Also nix da mit Sonnenkönig?
(lacht) Diese Sonnenkönig-Mentalität, die es in manchen deutschen Fußballvereinen durchaus gibt oder gegeben hat, führt doch in der Regel nur dazu, dass dieser Verein von einer Krise in die nächste taumelt. Vorbild sind für mich jene Klubs, die kollektiv führen.

An wen denken Sie da?
Auf jeden Fall an den SC Freiburg. Er ist für mich das beste Beispiel dafür, wie ein Verein langfristig und nachhaltig geführt werden kann. In diese Kategorie stufe ich immer mehr auch Union Berlin ein, das Hertha BSC immer mehr den Vorrang in der Hauptstadt abzulaufen scheint.
Eines der Probleme, die den FCM derzeit außerhalb des unmittelbaren Geschehens auf dem Rasen offensichtlich am meisten umtreibt, ist die Verbesserung der vereinseigenen Infrastruktur, der Trainingsmöglichkeiten für Profis und Nachwuchs. Wie ist da der Stand?
Ja, da hat sich in den zurückliegenden Jahren, verursacht auch durch Corona und unseren Abstieg aus der zweiten Liga, ein Stau aufgebaut. Wir sind derzeit dabei, den Stück für Stück abzubauen. Auch mit Hilfe der jüngsten Beschlüsse der Stadt, zum Beispiel beim Baurecht. Mit Nachdruck arbeiten wir an der Verbesserung der Situation im Trainingszentrum. Da versuchen wir, step by step voranzukommen. Aber im Handumdrehen ist das nicht zu machen. Zugleich ist vorgesehen, dass der FCM Bereiche des neuen, direkt vor dem Stadion im Bau befindlichen Sportzentrum künftig mit nutzen kann.

Dom-Prediger Jörg Uhle-Wettler wird der Spruch zugeschrieben, Magdeburg, das sei die Elbe, der Dom und der FCM. Gehen Sie da mit?
Zum einen ehrt uns natürlich eine derartige Aussage. Ich würde sie allerdings in einem Punkt geringfügig ändern oder zumindest ergänzen. Statt den FCM gesondert hervorzuheben, würde ich lieber von der Sportstadt Magdeburg als solcher sprechen. Denn was sich hier getan hat, und sich immer noch tut, das ist schon bemerkenswert. Nehmen wir nur die Handballer des SCM oder die dortigen Schwimmer mit Olympiasieger Florian Wellbrock an der Spitze.

Da gerade in England die Frauen-Europameisterschaft über die Bühne geht, eine zum Abschluss durchaus naheliegende Frage: Was hält man beim FCM eigentlich von der Idee, in den Frauenfußball einzusteigen?
Das ist gar nicht so abwegig, wie es zunächst einmal scheinen mag. Ich denke, in spätestens ein oder zwei Jahren wird für den Verein diese Frage ohnehin interessant. Es wird bei uns schon darüber nachgedacht. Am naheliegendsten wäre zunächst natürlich eine Kooperation mit einem regionalen Partner. Da drängt sich der MFFC geradezu auf.
Fragen: Rudi Bartlitz

Immobilien-Ratgeber – Grundsteuer: die Frist läuft

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Josefine Ullmann

Dass eine Reform der Grundsteuer vonstattengehen soll, steht schon seit Längerem fest. Im April 2018 hatte das Bundesverfassungsgericht die aktuelle Praxis zur Berechnung der Grundsteuer für Häuser und unbebaute Grundstücke für verfassungswidrig erklärt und eine gesetzliche Neuregelung gefordert. Derzeit wird die Grundsteuer anhand von Einheitswerten festgelegt, die in den neuen Bundesländern aus dem Jahr 1935 und in den alten Bundesländern von 1964 stammten. Damit ist bald Schluss. Um ab 1. Januar 2025 die neue Grundsteuer eintreiben zu können, werden in den kommenden Monaten all die notwendigen Daten zur Neuberechnung gesammelt. Bundesweit betrifft das fast 36 Millionen, in Sachsen-Anhalt immerhin rund 1,3 Millionen Grundstücke, inklusive Land- und Forstwirtschaft.
Und an dieser Stelle kommen Sie ins Spiel: Denn alle Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundbesitz sind verpflichtet, im Zeitraum vom 1. Juli bis spätestens 31. Oktober 2022 eine sogenannte Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwertes elektronisch, beispielsweise über „Mein ELSTER”, beim Finanzamt abzugeben. Nur in Ausnahmefällen – zum Beispiel, wenn sich der Steuerpflichtige extra für die Grundsteuererklärung einen Computer anschaffen müsste – wird auf Antrag eine Abgabe auf Papier genehmigt. Zudem besteht die Möglichkeit, dass erwachsene Kinder über ihren Elster-Account die Grundsteuer-Erklärung für ihre Eltern einreichen.

Stichtag für alle Angaben ist der 1. Januar 2022 – was sich danach verändert hat, muss bei dieser Steuererklärung nicht berücksichtigt werden. Alle Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken in Sachsen-Anhalt sollten dazu bereits ein Informationsschreiben erhalten haben – mit allgemeinen Hinweisen zur Grundsteuerreform sowie konkreten Angaben zum jeweiligen Grundstück, wie etwa Flur- und Flurstücks-Nummer sowie das Aktenzeichen, das für die Feststellungserklärung erforderlich ist.

Das Ausfüllen der Grundsteuererklärung an sich ist nicht kompliziert. Ähnlich, wie das viele bereits vom Zensus kennen, müssen zahlreiche Daten eingegeben werden. Zunächst werden allgemeine Fakten benötigt: das bereits erwähnte Aktenzeichen, Adresse beziehungsweise Lage des Grundstücks, Angaben zu den Eigentumsverhältnissen (Name und Anschrift aller Eigentümerinnen und Eigentümer bzw. Erbbauberechtigten) und das zuständige Finanzamt, in dessen Bezirk das Grundstück liegt (dies ist ebenfalls im Informationsschreiben zu finden).
Im Falle von Grund und Boden sind folgende Angaben notwendig: zu Gemarkung, Flur und Flurstück, zur Art des Grundstücks (bspw. unbebaut, Ein-, Zweifamilienhaus etc.), zur Fläche des Grundstücks in Quadratmetern, zum Bodenrichtwert je Quadratmeter (dieser kann beim Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt unter www.grundsteuerdaten.sachsen-anhalt.de abgerufen werden) und gegebenenfalls zum Miteigentumsanteil sowie zur Nummer des Grundbuchblattes. Erforderliche Angaben sind im Kaufvertrag, Grundbuchblatt, in den Bauunterlagen, der Teilungserklärung, dem (bisherigen) Einheitswertbescheid oder auch der Betriebskostenabrechnung zu finden.
Bei Wohngrundstücken muss das Baujahr des Gebäudes beziehungsweise der Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit angegeben werden, die Anzahl der Garagen- und Tiefgaragenstellplätze, die Anzahl der Wohnungen sowie die Wohn- und Nutzfläche je Wohnung in Quadratmetern. Bei Nichtwohngrundstü-cken müssen (Lageplan-)Nummer, Gebäudeart und Baujahr sowie Bruttogrundfläche in Quadratmetern vermerkt werden. Und wer einen land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb hat, sollte Informationen zur Brutto-Grundfläche, zu möglichen Tier-Beständen, zur Art der Nutzung und zu möglichen Wirtschaftsgebäuden bereithalten.
Eine Unterstützung bei all den Zahlen bietet übrigens der Grundsteuer-Viewer. Unter grundsteuerdaten. sachsen-anhalt.de lassen sich Daten für alle Grundstücke ablesen – wie etwa Gemarkung, Flur, Flurstück, Grundstücks-Größe oder der Boden-Richtwert. Auf den letzten Drücker sollte man diese Angelegenheit dennoch nicht erledigen … bis zum 31. Oktober dauert es gar nicht mehr so lang.

15 Mülltonnen im Stadtteil Neue Neustadt brannten

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In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kam es im Stadtteil neue Neustadt zu einem Brand. Verletzt wurde niemand.

Aus bisher noch nicht geklärter Ursache kam es in der Nacht vom 02.08.2022 auf den 03.08.2022 gegen 00:30 Uhr in der Rothenseer Straße zum Brand von insgesamt 15 Mülltonnen. Das Feuer griff dabei teilweise auf einen angrenzenden Holzzaun über. Durch die Berufsfeuerwehr konnte der Brand bekämpft werden. Ersten Schätzungen zufolge entstand ein Gesamtschaden eines mittleren vierstelligen Betrags. Personen wurden nicht verletzt. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an.