City of Gold

Großflächig thronen seine Arbeiten an den Wänden des Cafés Domschatz. Auftragswerke von Inhaber Sebastian Pape. Der hatte Bilder von Marcel Syllwasschy im Internet gesehen, fand sie interessant und zu einem Domschatz äußerst passend. Gibt Marcel doch seinen Werken das Markenzeichen Gold, in Verbindung mit schwarzen Kontrasten. Mehrere Gold(schatz)werke verzieren nun das Café am Breiten Weg. Zu sehen sind Magdeburger Motive, vom berühmten Reiter bis zur Skyline mit Dom. Großformatig.

Es war ein langer Weg zu diesem persönlichen Stil. Gemalt hat er zwar schon immer, erzählt Marcel, aber zum Freizeitvergnügen. Trotz des Kunstunterrichts in der Schule, sagt er. „Der war furchtbar.“ Kreativität sei nicht zugelassen worden. Doch gerade die liebt der Magdeburger an seiner Arbeit. Vielleicht hat es deshalb gedauert, bis er sich in diesem Metier selbständig machte. Erst in diesem Jahr wagte er den Schritt in die Freiberuflichkeit. Und sorgt sofort für Aufsehen! Seine Bilder sind ungewöhnlich. Auffällig. Bewegen. Lösen Emotionen aus. Und locken Interessenten an. Weitere Auftragswerke folgten bereits. Voller Begeisterung erzählt er über seine Arbeit, seine Augen haben dabei ein Leuchten, fast golden wie in seinen Bildern.

Dass er seine Kunst zum Beruf machen könnte, hätte er sich früher nicht träumen lassen. Als er das sagt, wird Marcel sehr ruhig. Den gelernten Kaufmann hatte seine Arbeit krank gemacht. Er habe es letztlich der Kunsttherapie zu verdanken, die ihm vom Berliner Heilpraktiker für Psychotherapie Klaus Bernhardt empfohlen worden war. „Leb deine Leidenschaft“, hatte der ihm Mut gemacht.

Marcel Syllwasschy begann, seine Kreativität auszuleben. Die Voraussetzungen brachte er bereits aus den Vorjahren mit. Eine gutes Training ist das Kopieren, erklärt er, das Ausprobieren. Irgendwann nimmt die Kunst dann ihre eigenen Wege, eigene Werke entstehen. Marcel probierte Maltechniken aus, begann mit Ölfarbe, ging später zu Acryl über und dem Pinselstrich folgte eine spezielle Spachteltechnik. Oft malte er Meeresansichten, was seinen Sohn auf den Künstlernamen „Marcel de Well“ brachte, verrät der Vater stolz. Doch die Zeit hat sich geändert wie die Arbeiten. Aus Landschaften und Naturalistik wurde abstrakte Kreativität. Was ihn schließlich zum Gold führte, kann er nicht genau sagen. Vielleicht war etwas Farbe übrig, meint er lächelnd. Und siehe da – es entstand etwas Faszinierendes. Das erste Bild in Schwarz-Gold: Der Magdeburger Dom scheint einen Nebel aus Gold zu durchdringen.

Weitere Bilder folgten. Der Künstler liebt es, sich großflächig auszutoben. Mit schnellen, massiven, groben Spachtelbewegungen. Dazu wird die rahmenlose Leinwand an eine Wand geheftet, was ein kraftvolles Arbeiten möglich macht. Zuerst ist alles schwarz, verrät er. Dann wird gemischt, aufgetragen, entfernt … Auf Details geht er nicht ein. Geheimnisvoll fabuliert er: Es steckt mehr darin als man sieht. Und weniger. Beispielsweise vom Gold. Verschmitzt lächelt er bei diesen Worten, wieder mit diesen funkelnden Augen. Jede Farbe ist eine spezielle Mischung. Welche das ist, verrät er nicht. Er hat dieses Farbspiel, diese Art zu malen zu seinem Markenzeichen gemacht.

Kunst ist der Sinn seines Lebens geworden, sagt Marcel Syllwasschy. Er kann sich stundenlang in ihr verirren, die Zeit vergessen, sich an der Arbeit erfreuen. Das ist ein völlig neues Gefühl. Er hat seine Profession gefunden. Ohne seine Familie wäre das jedoch nicht möglich gewesen, betont er. Ehefrau Dominique „ist meine Kraft“, die gemeinsamen Söhne ein großes Glück. Auch wenn er über sie spricht, kommt er ins Schwärmen. Wie bei der Kunst. Es fügt sich zusammen. Macht glücklich.

Glücklich macht auch das Betrachten seiner Werke. Zehn neue hat er für seine erste schwarz-goldene Ausstellung geschaffen, die am 13. März mit dem Titel „City of Gold“ im Café Domschatz eröffnet wird. Die Vernissage beginnt um 18 Uhr. Dann werden auch kleinere Bilder zu sehen sein, die sich gut nach Hause tragen lassen, meint er augenzwinkernd.

Anschließend folgt im April eine weitere Exposition: im Alten Bahnhof Möckern. Vernissage ist am 2. April, 18 Uhr. | Birgit Ahlert

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