Donnerstag, Juni 30, 2022
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Corona-Epidemie: Magdeburger OB Trümper kritisiert Bundesregierung Appell: Zusammenkünfte vermeiden und 14 bestätigte Infektionen in Magdeburg

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Bei einer Pressekonferenz am Sonntag hat Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper an alle Bürger appelliert, nicht notwendige Sozialkontakte zu vermeiden. „Es kann nicht sein, dass wir die Schulen und Kitas schließen und dann treffen sich die Kinder auf den Spielplätzen“, so Trümper. Weltweit sei zwar noch kein Kind an Corona gestorben, aber Kinder wären auch Überträger für Risikogruppen. Es sei Anliegen der Stadt möglichst schnell die Infektionsketten zu durchbrechen. Das funktioniere gut, wenn alle Kontakte meiden würden. Wer seine Kinderbetreuung noch nicht bis Mittwoch kommender Woche organisiert hat, kann von der Notbetreuung in den Kindertagesstätten und Schulen Gebrauch machen. Ab Mittwoch sollen dann nur noch Kinder wichtiger und notwendiger Berufsgruppen abgegeben werden können. Dazu gehören medizinisches Personal, Mitarbeiter der Polizei, Feuerwehr und Gefahrendienste, auch Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs, von Pflegeeinrichtungen und in der Lebensmittelversorgung arbeitende Menschen.

Die Stadtverwaltung spreche keine Verbote aus, sondern gibt Empfehlungen, wie sich Bürger zu ihrem eigenen Schutz und der anderer verhalten können. „Wir schließen keine Gaststätten, raten aber von Besuchen ab“, sagte Trümper. Auf jeden Fall sei darauf zu achten, dass ausreichend Abstand gehalten würde. Wenn Mitarbeiter in Restaurants oder Verkaufseinrichtungen betroffen wären, drohe der gesamten Einrichtung eine Schließung bzw. niemand dürfe mehr zur Arbeit kommen. Veranstaltungen jeglicher Art sollten nicht stattfinden. Auch bittet der OB von Behördengängen abzusehen, die nicht unbedingt notwendig seien, um die Arbeitsfähigkeit der Stadtverwaltung aufrecht zu erhalten. Man berate Anfang der Woche darüber, welche Arbeiten wirklich geleistet werden müssten und auf welche in den Ämtern verzichtet werden kann.

Wegen der Corona-Epidemie äußerte OB Lutz Trümper Unverständnis darüber, dass die Bundesregierung keine einheitlichen Maßnahmen wie in Frankreich, Österreich oder Spanien beschließen würde. Das gäbe landesweit für alle verbindliche Verhaltensregeln. Derzeit würde jede Kommune eigene Wege gehen. Auch ein abgestimmtes Vorgehen ließen die Länder der Europäischen Union vermissen.

Der Magdeburger Amtsarzt, Dr. Eike Hennig informierte darüber, dass es aktuell in Magdeburg 14 bestätigte Corona-Infektionen gibt. Alle Betroffenen befänden sich in heimischer Quarantäne, niemand benötige derzeit eine stationäre Versorgung. Am Samstag wurden in der neuen Fieberambulanz in der Brandenburger Straße rund 100 Personen auf das Virus getestet. Dabei sind drei neue Fälle aufgetreten. Die Kontaktpersonen würden ermittelt. In der Regel würde auf jedem Betroffen zwischen 4 bis 8 Kontaktpersonen entfallen. Dr. Hennig betonte noch einmal, dass derzeit in der Fieberambulanz keine Wunsch-Abstriche vorgenommen werden könnten. Dort würden nur Menschen, die aus Risikogebieten zurückkehrten, Personen, die eindeutige Symptome zeigten oder wer Kontakt zu Menschen mit bestätigter Infektion hatten, getestet. Mehr könnte dort nicht geleistet werden. Der OB informierte auch darüber, dass wer gegen Quarantäneauflage verstoße, müsse mit empfindlichen Sanktionen rechnen, die auch Freiheitsentziehung einschließen. Dennoch gäbe es keine Überwachung seitens der Behörden. Man vertraue auf die Verantwortung aller Betroffenen.

Wenn jemand am Coronavirus erkrankte würde die Krankheit in der Regel milde verlaufen. Nach vier bis sechs Tagen nach Ausbruch der Krankheit würden keine Viren mehr ausgeschieden. Auch aus diesem Grund sei es notwendig, die Infektionsketten schnell zu durchbrechen. Je verantwortungsvoller sich Bürger verhalten würden, umso schneller könne man die Epidemie im Griff haben, sagte OB Lutz Trümper.

Zusatzinformationen wie Verweis auf telefonische und Online-Erreichbarkeit und Notbetreuung für Kinder von Mitarbeitenden der Kritischen Infrastruktur hier!

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