Corona-Krise: Debatte um verschärftes Herunterfahren der Wirtschaft

Willingmann lehnt Industrie-Lockdown ab: „Homeoffice-Lösungen stärken“

In der aktuellen Debatte um zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie spricht sich Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann gegen einen Lockdown der Industrie und weiterer Wirtschaftszweige aus. „Wenn Beschäftigte erkranken, trifft das auch die Wirtschaft. Um ihre Produktion am Laufen zu halten und weitere Wertschöpfung zu generieren, dürften die allermeisten Unternehmen im Lande schon aus Eigeninteresse Hygienekonzepte konsequent umsetzen, die AHA-Regeln beachten und möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten lassen. Daher scheint der Effekt eines sogenannten Industrie-Lockdowns auf das Infektionsgeschehen eher gering auszufallen. Deutlich stärker wären hingegen die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Erholung und auf viele Arbeitsplätze. Daher lehne ich die Rufe nach einem kompletten Herunterfahren unserer Wirtschaft entschieden ab.“

Eine deutlich bessere Alternative zum erweiterten Industrie-Lockdown stellen kreative Modelle wie etwa die weitere Stärkung der Heimarbeit dar: „Homeoffice ist ein probates Mittel, um Beschäftigte vor einer Corona-Infektion zu schützen und gleichzeitig den Betrieb am Laufen zu halten. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Unternehmen in Sachsen-Anhalt Homeoffice bereits umsetzen bzw. sich für entsprechende Lösungen offen zeigen, soweit diese tatsächlich möglich sind. Gleichwohl halte ich es für richtig, Homeoffice auch gesetzlich zu regeln. Es ist wichtig, dass wir uns hierbei grundsätzlich auf unbürokratische Spielregeln zum Schutz von Arbeitnehmern und Arbeitgebern verständigen. Dies gilt umso mehr, als dass Homeoffice auch nach der Pandemie mit Sicherheit eine größere Rolle in unserer Arbeitswelt spielen wird.“

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