Corona trotzen – Nachbarschaftshilfe in Magdeburg

„Solidarität statt Hamsterkäufe“ ist das erklärte Ziel der gleichnamigen Initiative, die sich gerade in Magdeburg gegründet hat, um der notwendigen sozialen Isolation aufgrund des sich ausbreitenden Coronavirus zu begegnen. Über das Netzwerk werden hilfesuchende und hilfsbereite Personen miteinander in Kontakt gebracht, um zum Beispiel Einkaufshilfen für besonders gefährdete Menschen zu realisieren. Die Initiative organisiert sich über das Internet und soziale Medien, legt aber auch Infomaterial in Supermärkten oder in der Nachbarschaft aus. Gerade um Älteren oder Menschen mit Vorerkrankungen unter die Arme zu greifen, organisieren sich derzeit engagierte Freiwillige in ganz Deutschland.

Allein in Magdeburg haben sich im Laufe der letzten Woche knapp 1.000 Leute bei der Initiative “Solidarität statt Hamsterkäufe” gemeldet und sind der Facebook Gruppe beigetreten, wie Nadia Boltes, eine der Initiatorinnen, berichtet. Die Vorsitzende vom Verein Magdeboogie e.V. hatte ein solches Projekt in ihrer Heimatstadt Hannover entdeckt und für Magdeburg gestartet. Studierende und Absolventinnen der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wollen vor allem ältere und chronisch kranke Menschen unterstützen. Zeit ist genug, schließlich fallen durch die Corona-Krise momentan sämtliche Lehrveranstaltungen aus. Schnell wurde eine gemeinsame Projektgruppe gegründet. „Wir hoffen, dass unser Netzwerk all die Menschen erreicht, die Unterstützung benötigen“, so Nadia Boltes weiter.

Hilfesuchende können über verschiedene Wege ihren Unterstützungsbedarf anmelden. Zum einen über die Hotline des Sozialdezernates Magdeburg unter 0391 540 4040, über die Telefonnummer der Freiwilligenagentur 0391 5495840 oder per Mail über kontakt@soli-statt-hamster-md.de. Menschen, die nicht erkrankt oder besonders gefährdet sind, können sich für Einkaufshilfen, Besorgungen oder Gassi-Runden mit Hunden über die Netzwerkplattform unter www.soli-statt-hamster-md.de als Helfende registrieren lassen. Bei Bedarf werden Sie dann persönlich kontaktiert.

Auf der Plattform www.soli-statt-hamster-md.de sind außerdem Kontakte zu Nachbarschaftshilfen in den Stadtteilen zu finden, um Hilfen direkt in der Nachbarschaft zu vermitteln. Außerdem gibt es Links zu Informationen in unterschiedlichen Sprachen sowie Vorlagen, die in Hausaufgängen oder Supermärkten ausgelegt werden können, um Menschen auf das Angebot aufmerksam zu machen, die digitale Medien nur wenig nutzen. “Wir hoffen, dass in Zeiten des Corona-Virus die Solidarität untereinander wächst, und auch darüber hinaus im Alltag anhält – nicht nur für Magdeburg, sondern auch über die Grenzen hinaus.”, so Maike Zwergel, die viele Studierende zum Mitmachen motiviert hat. Im Netzwerk sind innerhalb weniger Tage per Telefonkonferenzen Menschen zusammengekommen, die zuvor noch nie voneinander gehört hatten. Im Netzwerk-Team „Solidarität statt Hamsterkäufe Magdeburg“ sind nun Akteurinnen der kulturellen Arbeit, Absolventinnen und Studierende der Fachrichtungen Gesundheitsförderung und -management, Sicherheit und Gefahrenabwehr, Bildungswissenschaften, Medienbildung und Medizin aktiv, unterstützt durch die Freiwilligenagentur Magdeburg. Gemeinsames Ziel ist es, durch die Bündelung von Informationen über Hilfsangebote die Versorgung und Unterstützung von Risikogruppen und Hilfesuchenden in Zeiten der Corona-Krise sicherzustellen.

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