Corona um die Welt – USA

Niemand darf rein, niemand darf raus. Das Coronavirus hat den Erdball fest im Griff, eine Regierung nach der nächsten hat ihre Landesgrenzen geschlossen. Das Privileg der Reisefreiheit bleibt fast allen in diesen Wochen und Monaten verwehrt. Dank des Internets können wir uns jedoch weiterhin grenzenlos austauschen. Unsere Redakteurin Josephine Schlüer hat mehrere Jahre im Ausland gelebt und sich bei Freunden und Bekannten weltweit umgehört, wie diese ihren von der Pandemie beeinflussten Alltag bestreiten. Heute Teil 6:

Kali (36) and Dan (33) aus den USA und Deutschland
Wohnort: Boston, Massachusetts, USA

Wir sind beide fest angestellt. Unsere Organisation senkt aber bereits die Ausgaben und hat uns mitgeteilt, dass möglicherweise Entlassungen vorgenommen werden müssen, wenn sich die wirtschaftliche Situation weiter verschlechtert. Seit einer Woche arbeiten wir von zu Hause und versuchen, auch nach der Arbeit weitestgehend in häuslicher Isolation zu bleiben. Es hat sich einiges verändert – beispielsweise kann in allen Restaurants nur noch zum Mitnehmen bestellt werden. Viele Einrichtungen wie Schulen sind geschlossen. Hamsterkäufe nehmen Überhand. Momentan gibt es keine Milch, Eier, gefrorenes Gemüse oder Toilettenpapier. Wir halten uns an alle Sicherheitsempfehlungen wie „Social Distancing“, häufiges und gründliches Händewaschen, nicht ins Gesicht fassen. Wenn wir einkaufen gehen, tragen wir Handschuhe.

Seit wir zu Hause bleiben, bin ich, Kali, in eine disziplinierte Fitness-Routine verfallen. Zudem habe ich viel Zeit für die Familie und das empfinde ich als positiv. Außerdem freut sich unser Hund über die permanente Gesellschaft. Allerdings ärgert es mich, dass wir viel Geld für eine Reise verloren haben, die wir letztes Wochenende anlässlich unseres Hochzeitstages unternehmen wollten. Wir konnten die Buchungsagentur nicht einmal erreichen und daher auch nicht rechtzeitig stornieren.

Im Großen und Ganzen bin ich froh, dass die Menschen in den USA Corona jetzt endlich ernst nehmen, auch wenn es wichtig ist, dabei nicht in Panik zu verfallen. Es wäre besser, kreative Lösungen vor allem im Geschäftsleben anzubieten, damit sich die Menschen in Bezug auf ihre Arbeit und ihre Zukunft sicherer fühlen können.

Am meisten beunruhigt sind wir wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Unserer Meinung nach werden von offizieller Seite in den USA nicht genügend Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus eingeleitet. Unser Gouverneur in Massachusetts tut sein bestes, Präsident Trump allerdings nicht.

Menschen aus Risikogruppen versuchen wir zu helfen, indem wir uns möglichst verantwortungsbewusst verhalten, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

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