Sonntag, Juli 3, 2022
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Das Literaturhaus Magdeburg 2020

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Es sind vor allem Dichterjubiläen, die im Ausstellungsprogramm der nächsten Monate im Literaturhaus in Magdeburg Einzug halten. So zeigt der Verein zum 250. Geburtstag Hölderlins den Bibliophilen und Graphikfreunden Radierungen von Thomas Ranft zu Hölderlins Hyperion. Thomas Ranft, geboren 1945 im Thüringischen Königsee, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Er war Mitbegründer der Künstlergruppe Clara Mosch. Von 1986 bis 1989 übte er eine Lehrtätigkeit an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg aus und ist seit 1993 Mitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig. 2003 wurde ihm der Hans-Theo-Richter-Preis der Sächsischen Akademie der Künste verliehen. Zur Ausstellungseröffnung am 25. März spricht die Kunstwissenschaftlerin Gabriele Muschter, musikalisch begleitet von Jerzy Bojanowski.

Ab August 2020 widmet sich das Literaturhaus dann den „Familiengründen“ von Erich Weinert zu seinem 130. Geburtstag. In Zusammenarbeit mit der Autorin Susanne-Luise Kreuzer, der Großnichte Weinerts, werden Familienbriefe aus fast 150 Jahren im Original präsentiert: Briefe vom Vater Paul Weinert, als er in Buckau lernte und jungverliebte Briefe an Mutter Johanna schrieb, Briefe der Schwester Anni, die zwischen Tilsit und dem Magdeburger Hopfengarten hin- und hergingen, Briefe, die die wechselvollen politischen Ereignisse der 1920er Jahre aus familiärer Sicht widerspiegeln und Briefe, die das geteilte Deutschland der Nachkriegszeit zum Gegenstand haben. Susanne-Luise Kreuzer ist den wechselvollen Erlebnissen ihrer Großmutter Anni (Weinert) gefolgt, die als Schauspielerin in Hannover engagiert war, aber auch den Spuren ihres Vaters, dem „Aufbau-Kreuzer“ von Hannover. Zahlreiche seiner Aquarelle zeigten das Nachkriegs-Hannover und den Wiederaufbau. Auch in dieser Zeit gab es viele Kontakte zu den Weinerts in Ost-Berlin, Erich und seine Frau Li, die Mutter Johanna bei sich aufnahmen und den Kontakt nach Hannover nie abreißen ließen.

Im Rahmen der Telemann-Festtage wird Bruno Preisendörfer uns am 17. März im Literaturhaus mit auf eine Zeitreise in ein Jahrhundert nehmen, „als die Musik noch in Deutschland spielte“. Wir tauchen ein in den Alltag der Familien um Bach und Händel, erfahren von ihren Freuden und Leiden und werfen einen Blick auf die damals neuesten Moden und Erfindungen: gebratene Singvögel zum Abendessen, Blumenzwiebeln als Spekulationsobjekte, Tabak für die Männer, Kaffee für die Frauen, Tanz, Bier und Schnupftabak für alle.

Am 2. April stellt dann Alexander Osang im Literaturhaus „Das Leben der Elena Silber“ vor, einen Roman, der anhand seiner Familie einen Blick in die wechselvolle europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts bietet, unterwegs von Moskau über Schlesien in das Berlin der Nachkriegszeit, der aber auch die Fragen nach dem stellt, was verschwiegen wurde.

Jan Costin Wagner, bekannt durch seine Romanserie um den finnischen Kommissar Kimmo Joentaa, beginnt mit „Sommer bei Nacht“ eine neue Serie mit dem Ermittlerduo Ben Neven und Christian Sandner und liest am 7. April, um 19:00 Uhr im Literaturhaus Magdeburg. Wagner schreibt keine Thriller, eher wagt er es mit dem Spagat zwischen Empathie und Zurückhaltung gegenwärtig brisante Themen aufzugreifen.

Auf der Leipziger Buchmesse wird das LiteraThiem, eine der Schreibwerkstätten im Literaturhaus, am 15. März, um 11:00 Uhr, am Stand der Stadt Magdeburg Halle 5/G501 die neueste Anthologie der Gruppe unter dem Titel „Das Haus“ vorstellen. Weitere Auskünfte unter Telefon 0391-4044995 und unter www.literaturhaus-magdeburg.de

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