Samstag, Mai 21, 2022
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Der Mann, der Tyson besiegte

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Ob man bei einer Sache, die zum dritten Mal stattfindet, schon von einer Tradition sprechen kann, sei einmal dahingestellt. Dafür hält es Box-Organisator Andreas Günther eher mit einem alten deutschen Sprichwort: Aller guten Dinge sind drei. Und so lädt er nach 2020 und 2021 auch in diesem Jahr erneut zur „Barleber Fight Night“. Eine Veranstaltung, die zwar, so sagt es der Name, im Zeichen des Kampfsports steht, aber dennoch mehr sein will: ein (sicher sportlich angehauchtes) Volksfest für jedermann. Dass in der knapp 1.000 Zuschauer fassenden Halle auch wieder verschiedene Unterhaltungselemente auf dem Programm stehen, darunter der Auftritt eines Udo-Lindenberg-Doubles, versteht sich also fast von selbst.

Einen wahren Mammut-Event über sechs Stunden verspricht der an der Uni Halle lehrende promovierte Sportpädagoge für den 14. Mai in der vor den Toren Magdeburgs gelegenen Mittellandhalle. Neben Boxen – allein 18 Faustkampf-Duelle sind annonciert: von den Profis über das (olympische) Amateurboxen bis runter zum Nachwuchs – werden auch andere, teils exotische Kampfsportarten vorgestellt. So soll erstmals das aus der Mongolei stammende Mas-Wrestling vorgestellt werden. Apropos Wrestling. Nachdem in Barleben im vergangenen Jahr ein Länderkampf in dieser Sportart, die bei Kirmes-Festen gemeinhin unter dem Begriff Armdrücken firmiert, zwischen Deutschland und Polen zu einem Highlight geworden war, folgt diesmal eine weitere Auflage. Die deutschen Stars der Szene, unter ihnen Lokalmatador Mathias Schlitte (Kampfname: „Hellboy“) aus Haldensleben, treffen diesmal auf Frankreich. Und das ist noch längst nicht alles: „Zum ersten Mal werden wir auch eine Fritz-Fit-Olympiade für Kinder und Jugendliche durchführen“, so Günther. Sie wird der Fight Night auf dem Parkplatzgelände vor der Halle am Nachmittag vorgeschaltet.

„Mir geht es ebenso nicht darum, großes Geld zu verdienen“, versichert der Veranstalter. „Ich möchte einfach etwas für das Boxen, mit dem ich auf den verschiedensten Ebenen seit langen Jahren verbunden bin, tun. Ich glaube, Veranstaltungen wie die, die wir organisieren, braucht es, um jungen Talenten, die es zum Berufsboxen zieht, vielleicht ein Sprungbrett nach oben zu bieten.“ Kleinring-Veranstaltungen nennt sich das im Fachjargon.

Aber Günther wäre nicht Günther, wenn er bei der dritten Auflage nicht mit einer weiteren Neuigkeit aufwarten würde. Der Ehrgeiz hat ihn gepackt. „Erstmals“, sagt er, „wird es bei unserer Fight Night einen internationalen Titelkampf geben.“ Selbst wenn es um keinen Gürtel eines der großen bekannten Verbände geht, sondern „nur“ um die Schwergewichtskrone des Mini-Verbandes WBCA – der Name eines der beiden Protagonisten dürfte Kenner der Szene zumindest aufhorchen lassen: Danny Williams. Es sind zwei ganz Große aus der Welt des Profi-Faustkampfs, mit denen der heute 48-jährige Brite (Kampfname: „Brixton Bomber“) bereits die Fäuste kreuzte: Mike Tyson und Vitali Klitschko.

Und eben der Mann aus London war es auch, der für eine kleine Sensation sorgte, als er „Iron Mike“ eine der ganz wenigen Niederlagen in dessen glanzvoller Laufbahn beibrachte. 2004 besiegte Williams den überraschend in den Ring zurückgekehrten Tyson in Louisville (Kentucky) durch K. o. in der vierten Runde. Sein Sieg war allerdings durch eine Knieverletzung des Kontrahenten begünstigt. Durch diesen Sieg empfahl sich Williams sogar für einen Titelkampf gegen Vitali Klitschko. Doch gegen den Ukrainer, heute Bürgermeister von Kiew, hatte der Mann aus London nicht die Spur einer Chance und unterlag durch technischen K. o. in der achten Runde. Nun trifft der 48-Jährige auf den in 22 Gefechten noch ungeschlagenen Deutschen Alexander Frank. Zu erleben bei der Fight Night in Barleben.

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