Der Turm ist gerade, die Welt ist schief

“Das Deutsche REICHT!“, meint doppeldeutig Thomas Reis und gab seinem aktuellen Programm diesen Titel. Was bewegt ihn? Die Weltpolitik im Spannungsfeld zwischen Wahn und Witz, Fake You und Fuck You, Fliegensterben und Krächz-Populismus. Raketenmännchen balzen um die Wette, weil jeder gern den Größten hätte. Und der gute Deutsche will endlich wieder „Neger“ sagen dürfen, um seine christlich-abendländische Identität zu wahren.

Thomas Reis ist der Ansicht: Das Deutsche REICHT, aber das Osmanische auch. Österreicht ihm schon lang – und das Amerikanische erst recht. Amerika, China, Russia, Luxemburg first. Die Renaissance der Zäune, Bretter, Bretter, Bretter und hinter tausend Stäben keine Welt. Der Globus in den feisten Griffeln nationaler Klammeraffen, postpotenter Pussygrapscher und patriarchaler Flintenweiber. Wie blau kann der blaue Planet noch werden? Neue Pisa-Studie beweist: Der Turm ist gerade. Die Welt ist schief. Völker überhören die Signale und begeben sich kollektiv in den Volksrausch, die panische Flucht ins Banale, ins Nationale. Thomas Reis ist der Borkenkäfer der Hirnrinde, der Holzwurm im Schlagbaum, die Termite im Brett vor den Köpfen. Denn: Du sollst nicht verblöden! So lautet des elfte Gebot. Die Welt ist krank, Lachen ist die beste Medizin. Ich lach mich tot, aber vorher lachen wir kaputt, was uns krank macht – ohne Rücksicht auf Verluste. Denn wer als Demokrat Rücksicht nimmt auf die Rücksichtslosen, der begeht Selbstmord aus Todesangst. Wo Wahn zu Sinn wird, wird Witz zur Pflicht. So am Freitag, dem 17.Januar, ab 20 Uhr in der Magdeburger Zwickmühle – mit Thomas Reis und seinem satirischen Rückblick.

Einen JahresRockblick liefern am Tag danach Volkmar Straub und das Badische Sympathie-Orchester am selben Ort. Sie mischen Gags & Tratsch & Rock’n’Roll. Kabarett und bluesige Unterhaltung sind schließlich kein Gegensatz. Mit staubtrockenem Verstand und heißer Mucke wird ins neue Jahr gerockt. Frei nach dem Motto: Durch Deutschland muss ein ROCK gehen!

Am nächsten Tag (19.1.) geht es um zwei besondere Personen: Beide Vollblutschauspieler, beide Zeitzeugen, beide Legenden. Herbert Köfer wird aus dem Buch seiner Freundin und Kollegin Ursula Karusseit lesen, die im vorigen Jahr, kurz vor Veröffentlichung ihre Buches, gestorben war.

Karten-Informationen gibt es unter der Telefonnummer (0391) 541 44 26 sowie online unter  www.zwickmuehle.de

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