Montag, November 28, 2022

Des Kaisers letzte Reise

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Feierlich enthüllt wurde im Magdeburger Kulturhistorischen Museum ein Kunstwerk, das erstellt wurde anlässlich des Jubiläums von Kaiser Otto I. Geschaffen wurde es von Moritz Götze, einem international renommierten Künstler aus Halle. Bei der Präsentation jedoch war er nicht anwesend, sondern auf Reisen – fast wie der Kaiser, dem er sein Werk widmet. Dies ist ein großes Tableau aus mehreren Einzelteilen, die Stationen und Etappen aus dem Leben Ottos des Großen spiegeln. Im Jahr 966 zog Kaiser Otto I. nach Rom, zu Papst Johannes XIII., bei dem er das Einverständnis zur Gründung des Erzbistums Magdeburg erreichte. 972 trat er die Heimreise an.

Verbindend für die Reise zeigt das Tableau unten einen Fluss, der symbolisch vom Tiber zur Elbe übergeht, im Hintergrund wandelt sich die Umgebung entsprechend, bis rechts am Horizont der Magdeburger Dom erscheint. Dort wurde 973 Otto samt Familie und Getreuen am Palmsonntag feierlich zurück empfangen. Das Osterfest verbrachte er traditionell in Quedlinburg und zog zu Christi Himmelfahrt weiter nach Merseburg. An beiden Orten hielt er glanzvolle Hoftage mit Vertretern anderer Länder. Im Anschluss wollte er in Memleben Pfingsten feiern. Doch es ereilte ihn ein anderes Schicksal: Am gleichen Ort wie sein Vater 37 Jahre zuvor starb Otto der Große am 7. Mai 973 unerwartet.

Diese Stationen hat Moritz Götze in seinen Arbeiten festgehalten. Alles verbindend im Mittelpunkt Kaiser Otto I., wie der Magdeburger Reiter auf dem Pferd. Links oben die Stiftskirche Quedlinburg, rechts oben das Merseburger Dom- und Schlossensemble. Außerdem sind die „Heilige Lanze“ sowie Ottos Frauen Editha und Adelheid abgebildet. Das Kunstwerk ist aus Emaille hergestellt. Das mehrfach gebrannte, ausgeschnittene, besprühte und bemalte Tableau konnte mit großer Unterstützung des Magdeburger Museumsvereins erworben werden, der 50 Prozent der Finanzierung übernahm. Seit der Enthüllung am 23. Juni 2022 hat es im Kulturhistorischen Museum Magdeburg seinen Platz und wird im Jubiläumsjahr auch an den anderen Orten gezeigt.

Der Todestag jährt sich 2023 zum 1050. Mal. Das Jubiläum ist nicht nur Anlass für das genannte Kunstwerk, sondern auch zu Feierlichkeiten und vielseitigen Veranstaltungen an genau jenen Orten, die der Kaiser zuletzt besucht hat, sowie zusätzlichen Aktionen an der Straße der Romanik. (ab)

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