Donnerstag, Juni 30, 2022
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Die Faszination des Phantoms der Oper

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Neue Inszenierung geht auf Tournee / Gefeierte Premiere in Berlin

Dem französischen Journalisten und Schriftsteller Gaston Leroux gelang um 1909/10 eine ganz besondere Geschichte, die er zunächst als Fortsetzungsroman in einer Zeitung veröffentlichte: „Le Fantôme de l’Opéra“. Sie hat bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt und bildet den Grundstein für zahlreiche künstlerische Bearbeitungen. Es gibt mehrere Filme – von Horror bis zur Musicalverfilmung – und Bühnenstücke. Am berühmtesten ist wohl das Musical von Andrew Lloyd Webber, das seit der Premiere 1986 in London einen Siegeszug durch die Theater der Welt antrat. Mit Inszenierungen in 27 Ländern und mehr als 130 Millionen Besuchern gilt es als das erfolgreichste Musical aller Zeiten. Es gab bereits mehrere Versuche neuer Musical-Inszenierungen, bis hin zur klassischen Adaption. Am 6. Dezember hatte eine neue Inszenierung in Berlin Premiere, die als Tourneetheater konzipiert und vom Premierenpublikum gefeiert wurde. Sowohl Geschichte/Libretto als auch Kompositionen schrieb Nadja-Carina Weber. Ihr gelangen wunderbare Melodien, die mit ihren Texten harmonieren. Im Gegensatz beispielsweise zu den deutschen Webber-Übersetzungen (bei allem Erfolg und aller Achtung), deren Texten die Anpassung an die Melodien doch anzumerken ist. Im großen und ganzen steht natürlich auch hier das Mysterium des Phantoms im Mittelpunkt, das durch die Pariser Oper spukt. Doch Weber setzt früher an, bei der Vorgeschichte von Christine und Raoul, ihrer ersten zarten Liebe, bevor sie sich aus den Augen verlieren. Das erleichtert auch Nicht-Kennern der Materie das Verstehen. Erfrischend ist diese Inszenierung, fern von Pathos und erinnert in ihrer locker-verspielten Art zum Teil an Disney-Produktionen. Hervorragend ihre Direktrice (glänzend: Elisabeth Margraf!), gesanglich variabel zeigt sich Jessica Reber als Christine Daaé. Stimmlich absolut beeindruckend ist Eugene F. Raggio als „Phantom“ zu erleben, ein maltesisch-australischer Opernsänger, der zudem Erfahrung im klassischen Schauspiel mitbringt. Man wünscht ihn sich mehr in den Vordergrund. Ausgerechnet bei der Hauptrolle des Raoul jedoch gab es bei der Premiere ein technisches Problem, was ihm offenbar länger zu schaffen machte. Bis zum Magdeburg-Gastspiel am 3. Januar hat sich das (hoffentlich) eingespielt. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass bei dieser Inszenierung mit Matie-Hendrikje van de Ven eine gebürtige Magdeburgerin auf der Bühne steht! Neben Tanz-, Gesangs- und Cellounterricht war sie Mitglied der Singakademie und sammelte sowohl im hiesigen Schauspiel- als auch im Opernhaus erste Bühnenerfahrung, bevor sie in Berlin Schauspiel studierte. Die Rolle eines Ballettmädchens ist ihr Debüt als Schauspielerin im Musicalgenre. Birgit Ahlert

„Das Phantom der Oper“ von N.C. Weber:
am Freitag, 3. Januar 2020, 20 Uhr,
Stadthalle Magdeburg
Eintrittskarten gibt es an den bekannten
Vorverkaufsstellen und im Internet
unter www.dasphantom.eu

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