Die Festung Mark zwischen Frühjahrsputz, Spargelernte und neuen Vorhaben

Dass keine Veranstaltungen stattfinden dürfen, heißt in der Festung Mark nicht, nichts zu tun zu haben. Dort wird sichtbar, wie vielfältig Beschäftigungen sein können, trotz Corona-Einschränkungen. Vom Hilfseinsatz auf dem Spargelfeld bis zu eigens bedruckten Kulturbeuteln mit Produkten aus der Region als Geschenkidee. Beim großen Frühjahrsputz (Fotos links) wurden die Außenanlagen in Ordnung gebracht, an den Fassaden wie im Innenbereich gemalert, die Bänke und Tische für den Außenbereich abgeschliffen und neu lasiert und vieles mehr. Arbeiten, die im täglichen Alltag zu kurz kamen. Die Zeit nutzen, ist das Motto. Komplett auf Null runterzufahren und abzuschließen, wäre betriebswirtschaftlich vielleicht sinnvoller, sinniert Christian Szibor. „Winterschlaf im Hochsommer“ nennt es der Chef der Kulturfestung. „Könnten wir machen, theoretisch.“ Stattdessen ist das Team umtriebig. „Wir sind Veranstaltungsleute, die etwas tun wollen. Etwas, das uns ausfüllt. Ebenso wie die Gastronomen.“ Das sei auch psychologisch wichtig. Für die Mitarbeiter und für die Menschen in Magdeburg. Kultur ist kein Luxus, sie hilft, Krisen zu überstehen. „Dazu wollen wir unseren Beitrag leisten.“


So wurde ein Konzept entwickelt, dass den Magdeburgern eine Corona-Auszeit bieten soll. Die Möglichkeit, vom Alltag, von eventuellen Sorgen abzuschalten, aus der Isolation zu kommen. Die Idee: ein Kulturpicknick. Das Konzept wurde erstellt für den Außenbereich neben der Festung, auf der Wiese (Foto oben). Für die Besucher gibt es Picknickdecken, 2×2 Meter groß, die mit abgemessenem Abstand auf der Wiese ausgelegt werden. Der Festungskommandant höchstselbst sorgt für die Einhaltung der Vorgaben und mit entsprechendem Humor für Unterhaltung, verspricht Christian Szibor. An jedem Platz wird ein Schild mit QR-Code angebracht, über den Getränke oder Snacks bestellt werden können. Proviant muss nicht mitgebracht werden, Versorgung erfolgt vor Ort. Jeder bekommt ein „Picknickpaket“ mit drei Komponenten nach Wahl – süße und/oder herzhafte Snacks und Getränke. So bekommen auch gastronomische Versorger eine Einnahmemöglichkeit. Die Software dafür haben Studenten entwickelt und bieten ihren Service im Internet unter schneller-besteller.de an, genutzt auch fürs Kulturpicknick.

Auf der Bühne kann dann Kultur unterschiedlicher Genres geboten werden – von Kleinkunst bis zu Vorträgen, von Filmvorführungen bis Improtheater, von DJ bis zum Familienkonzert, auch Fitness und Gottesdienste. Jeder Künstler soll eine feste Gage erhalten. Das Geld stammt aus Fonds, von Sponsoren, Spenden, natürlich durch Eintrittseinnahmen.

Der Kultur eine Chance bieten, den Künstlern Auftrittsmöglichkeiten und den Besuchern Unterhaltung mit Abstand. Alles ist möglich, sagt Szibor, nur eins sollte vermieden werden: das Wort Corona. Es wird keine Corona-Notveranstaltung, betont der Festungschef, sondern kann als neues Angebot für die nächsten Jahre entwickelt werden. Gerade angesichts der Bewerbung zur Kulturhauptstadt wäre das eine vielversprechende Initiative. Zudem könnte sich aus dieser Idee Weiteres ergeben, z. B. Firmenveranstaltungen.

Der Start ist für den 22. Mai geplant. Vorausgesetzt, das Sicherheits- und Veranstaltungskonzept wird genehmigt. Karten gibt es dann vorab in der Festung Mark, können telefonisch bzw. online im Internet bestellt werden. Das ist wichtig für die Planung, betont Christian Szibor, da die Plätze begrenzt sind. Konkrete Informationen dann unter www.festungmark.com. (ab)

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