Montag, September 26, 2022
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Die mit dem roten „S“

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Die Sparkasse MagdeBurg zählt zu den größten Sponsoren im Land. 219 Vereine und Institutionen werden von ihr unterstützt. Vorstandsvorsitzender Jens Eckhardt:
„Wir wollen Nutzen stiften.“ | Von Rudi Bartlitz

Jens Eckhardt zieht sein Smartphone aus der Sakkotasche und deutet auf ein Foto mit Florian Wellbrock. Darauf zu sehen: der Schwimm-Olympiasieger vom SCM mit seinen zwei Tokio-Medaillen – und daneben der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse MagdeBurg. Im Augenblick festgehalten: zwei glückliche Männer. Die sichtbar um die Wette strahlen. Sicher, ein Gold-Erfolg beim bedeutendsten Sportereignis der Welt kommt nicht alle Tage daher – und Magdeburg musste darauf sogar 13 lange Jahre warten. Dennoch sagt der Finanzmann: „Das sind eben jene besonderen Momente, in denen du spürst wie sonst vielleicht ganz selten, was Sponsoring und finanzielle Unterstützung letztlich mit bewirken, zu welchen absoluten Höhen sie führen können.“ Denn Wellbrock trainiert am Olympiastützpunkt der Landeshauptstadt. Und der wiederum wird seit Jahr und Tag von dem Finanzinstitut unterstützt.

Es sind jedoch längst nicht nur die absoluten Elite-Athleten, denen unter die Arme gegriffen wird. Seit Jahr und Tag gibt es hierzulande ebenso zahlreiche Sportveranstaltungen und Vereine im Breitensport, die ohne das rote „S“ mit dem saloppen Punkt drüber kaum vorstellbar wären. Egal, ob das Signet nun auf Trikots oder diversen Werbebanden in Hallen oder anderen Wettkampfanlagen prangt. Es scheint daher also nicht übertrieben, die Sparkasse als einen der größten und wichtigsten Sponsoren der Landeshauptstadt zu bezeichnen. Ein Unternehmen, ohne das die Leibesübungen in ihrer heutigen Form kaum vorstellbar wären.

Aber wie läuft das, wen fördert das Kreditinstitut, und nach welchen Kriterien funktioniert es? KOMPAKT traf sich mit jenem Mann, der an entscheidender Stelle mit darüber befindet, wohin und an wen die Sponsorengelder letztlich fließen: Jens Eckhardt, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse MagdeBurg; einer in diesem Jahr erfolgten Fusion der beiden Häuser in der Landeshauptstadt und dem Jerichower Land. „Grundsätzlich“, sagt der 57-Jährige, „wollen wir Nutzen stiften. Wir wollen mit den Erlösen, die wir erwirtschaften, etwas Gutes tun. Etwas, das die Stadt und die Region weiterbringen.“

Grundsätzlich räumt Eckhardt zunächst mit einem gängigen Irrglauben auf, unter Sponsoring subsummiere sich allein der Sport. „Ganz und gar nicht“, erklärt er. „Unsere Unterstützung setzt sich aus vier Säulen zusammen: Soziales, Kultur, Sport und Wirtschaftsförderung.“ Insgesamt 219 Vereine und Institutionen profitieren vom Zusammenwirken mit der Sparkasse. „Und noch etwas“, fügt er hinzu. „Wir fördern stark in der Breite, also vor allem Bereiche, die ansonsten nicht so im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.“ Sinnbildlich dafür steht die 1997 gegründete Stiftung Kunst und Kultur der Stadtsparkasse Magdeburg. Ausgestattet mit einem Stiftungskapital von rund 2,7 Millionen Euro. Die Stiftungserträge werden jährlich an Kunst- und Kulturprojekte ausgeschüttet. Durch die Stiftungsgründung sei es nachhaltig möglich, so der Vorstandsvorsitzende, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie jetzt während der Pandemie das kulturelle Leben in der Stadt kontinuierlich zu fördern. Die Stiftung fördert jedoch nicht nur, sie wird auch selbst aktiv. Markante Vorhaben waren beispielsweise die Vergabe von Förderstipendien an junge begabte Musikschüler, der Erwerb einer für die Region Magdeburg wertvollen historischen Postkartensammlung sowie von Kunstwerken sowie die Durchführung von Konzerten oder Ausstellungen. „Natürlich wollen wir gerade mit der Kulturförderung“, ergänzt der Sparkassen-Chef, „auch unseren Kunden etwas Gutes tun.“

Etwas Gutes tat die Sparkasse auch bei der Wiederherstellung der Johanneskirche, dem heutigen Konzert- und Veranstaltungshaus, zu altem Glanz. „An diesem Ort spiegelt sich das Schicksal der Stadt wie wohl kaum anderswo“, unterstreicht Eckhardt. Deshalb sei man als Unternehmen gemeinsam mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung auch bereit gewesen, bei der Restaurierung der alten, bis zu 13 Meter hohen gotischen Farbfenster zu helfen. 2020 wurden die Arbeiten abgeschlossen. „Es war nach der Unterstützung der BUGA 1999 die größte Einzelförderung, die wir je getätigt haben.“

Beim Sport legt Eckhardt großen Wert darauf, nicht nur die Spitzenförderung zu sehen. „Wenn es um Platz eins geht, freuen sich alle, und alle wollen gern dabei sein. Wir hingegen versuchen, vor allem auf die kleinen Vereine zuzugehen, ihnen dort zu helfen, wo es möglich ist. Das sind oft eben die berühmten Trikots für die A-, B- oder C-Jugend.“ Er lacht: „Das sind schließlich unsere potenziellen Kunden von morgen.“ Im übertragenden Sinne könnte das an die weisen Worte des britischen Dramatikers und Nobelpreisträgers George Bernard Shaw erinnern, der einst kundtat: „Was man sparen nennt, heißt nur, -einen Handel für die Zukunft abschließen.“ Womit wir, nolens, volens, beim Nutzen von Sponsoring angekommen wären. „Natürlich muss die Sparkasse eine Gegenleistung haben“, betont er. „Wir wollen für unser Unternehmen werben, unseren Kunden zeigen, wie wir dem Sport in der Stadt und der Region helfen.“ Außerdem sei das Sponsoring „natürlich auch von den Finanzbehörden reguliert“.

Eine spezielle Form der Förderung hat die Sparkasse mit ihrer Internet-Plattform „99 Funken“ entwickelt. „Seit zwei Jahren betreiben wir dieses Crowdfunding-Projekt“, sagt Eckhardt, „Und es wird sehr gut angenommen.“ Das Prinzip dahinter: Vereine oder Gruppen können bei „99 Funken“ ein am Gemeinwohl orientiertes Projekt vorstellen und bekanntmachen, für das sie Geld sammeln und für das sie andere motivieren wollen, sie dabei zu unterstützen. Der Clou: „Die Sparkasse“, erläutert Eckhardt, „legt für jeden Euro, der reinkommt, einen weiteren Betrag drauf – bis eine gemeinsam definierte Schwelle erreicht ist.“

Die Art der Projekte – derzeit sind es 29, für die bereits über 200.000 Euro zusammengekommen sind – reicht dabei von Funkgeräten und Bootsmotoren für die DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft), neuen Fahrrädern für die Kükelhaus-Schule für behinderte Kinder und Jugendliche, der Hilfe für die „Europäische Kinderstadt Magdeburg“, neuen Elementen für die Magdeburger Lichterwelt bis hin zu den Vorbereitungen der SCM-Spitzenathleten für Tokio 2021 (wie Teilfinanzierung für Trainingslager und Wettkämpfe, physiologische Betreuung und Ausrüstung) und zur Unterstützung der Volleyball-Frauen vom USC Magdeburg, die in diesem Sommer den Aufstieg in Deutschlands dritt-höchster Volleyballliga schafften. Da kamen beispielsweise zusätzliche Kosten auf wie Schiedsrichterpauschale (2.750 Euro), Startgebühr (175 Euro) und auch die Fahrkosten (zirka 4.400 km) auf das Team zu.

Natürlich geht es nicht ohne Fußball, ohne den 1. FCM. Nicht in Magdeburg. Ein wichtiger Bestandteil des blau-weißen Gerüstes, das Nachwuchsleistungszentrum, führte sogar jahrelang den Namen des Finanzinstituts explizit in seinem Titel. Nachdem Eckhardt und seine Kollegen von Kunden und Geschäftspartnern zuletzt jedoch immer öfter gefragt wurden, so erzählt er, warum der Name Sparkasse im Stadion und im Umfeld des Profiteams so gar nicht auftauche („Wir wurden nicht wahrgenommen.“), ob man dem Club etwa nicht unter die Arme greife, entschloss sich die Führungsetage in der Lübecker Straße, sich als Bronze-Partner künftig „ein wenig stärker“ auf das Profiteam zu orientieren.

Sich selbst bezeichnet der Sparkassen-Chef, der 1992 aus der Nähe von Gifhorn nach Magdeburg kam und seit 2018 an der Spitze des Unternehmens mit der Zentrale in der Lübecker Straße steht, als „Fan des FCM“. Die Atmosphäre im Stadion sei „einmalig“. Und, fügt er nahtlos fast diplomatisch hinzu, sei er „natürlich auch Fan der SCM-Handballer.“ Von Hause aus aber ist der verheirate Familienvater (zwei Töchter, 25 und 12 Jahre) ein ausgewiesener Leichtathletik-Anhänger. „Sie fasziniert mich. Wenn es irgendwie möglich ist, versuche ich, während Olympia Urlaub zu nehmen, um die Wettkämpfe hautnah am Fernseher zu verfolgen.“ Um die sportlichen Ambitionen zu vervollständigen, verrät der große, kräftige Mann noch, dass er gern Tischtennis spielt („Aber nur für den Hausgebrauch“) und einst mehrfach für seinen Heimatort im traditionellen Städteachter gegen Halle saß.

Eckhardt ist fest überzeugt: „In Magdeburg würde vieles im Sport ohne das Ehrenamt und ohne die finanzielle Hilfe solcher Unternehmen wie Lotto, den Städtischen Werken oder der Sparkasse nicht funktionieren – im Hochleis-tungssektor eben so wenig wie im Breiten- als auch im Kinder- und Jugendsport.“ Enttäuscht zeigt er sich in diesem Zusammenhang von der Haltung großer, in der Landeshauptstadt tätiger Unternehmen, deren Hauptsitz im Westteil der Republik angesiedelt ist. „Von dort kommt für den Sport vor Ort hier wenig, um nicht zu sagen: oft gar nichts.“

Freilich, das räumt Eckhardt ein, haben sowohl Corona wie auch die seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase gerade auf Banken und Sparkassen negative Auswirkungen gehabt. Das gehe am Sponsoring nicht völlig folgenlos vorüber. Aber die Sparkasse MagdeBurg werde („weil wir es wollen“) weiter fördern und unterstützen. „In angemessener Weise“, wie er hinzufügt. Was bestehende Vereinbarungen betreffe, die würden „mit Sicherheit und in jeder Hinsicht“ erfüllt, „da können sich unsere Partner auf uns verlassen“.

Und spätestens wenn die Kunden wieder einmal an ihr Sparkassen-Terminal treten, um die eigenen Bargeld-Bestände ein wenig aufzufrischen, werden sie ans Sponsoring des Unternehmens erinnert. Denn dann springt ihnen auf dem Eingabefenster zuweilen etwa sinngemäß folgender Satz entgegen: „Wir gratulieren den SCM-Sportlern zu ihrem Erfolg.“ Doch Fußball-Fans, keine Angst! Dieselbe Version existiert auch für den FCM …

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