Mittwoch, August 10, 2022
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Die Stadtfelder: 600 Aufbaustunden

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Im Sommer des Jahres 1965 rollten die ersten Umzugswagen durch die Beimsstraße in Stadtfeld. Wo sich einst Felder befanden, entstanden damals 32 neue Wohnungen, errichtet von den zukünftigen Mietern der Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft „Deutsche Reichsbahn“ – einer Vorgängerin der heutigen „Stadtfelder Wohnungsgenossenschaft eG“. 600 Aufbaustunden wurden am Wochenende, in der Freizeit oder während des Urlaubs von den Bewohnern der Hausnummern 35, 37, 39 und 41 geleistet. Um anschließend in die eigenen vier Wände zu ziehen – ausgestattet mit Standards, die sich erst später zur Selbstverständlichkeit entwickeln sollten und ohne die wir uns heute modernen Wohnraum nicht mehr vorstellen können. Fernwärme gehörte ebenso dazu wie ein eigenes Bad und eine eigene Toilette, die sich nun nicht mehr an anderer Stelle im Haus befanden, sondern in der Wohnung. Zur Schlüsselübergabe am 13. August 1965 war der Großteil zwar fertig, vom künftigen grünen Außenbereich war jedoch nicht viel zu erkennen. Weder Vorgärten noch Gehwege gab es zu diesem Zeitpunkt. Für die mehr als 50 Kinder, die damals mit ihren Familien dort neuen Wohnraum fanden, war das unwegsame Gelände rings um den Block vermutlich ein abenteuerlicher Spielplatz. Die Erwachsenen stellte dies allerdings vor weitere Herausforderungen, denn der Hausrat musste beim Umzug über behelfsmäßig eingerichtete Wege in die Wohnungen gebracht werden – so wurden beispielsweise Holzbohlen verlegt, um im Falle von Regen nicht im Matsch zu versinken. Erst nach dem Einzug entstanden dank des Engagements der Mitglieder die Grünanlagen samt Trockenplatz sowie ein Spielplatz mit Klettergerüsten, Schaukel und Sandkasten. Hört man sich heute die Geschichten der „Ureinwohner“ an, gerät man schnell ins Staunen. Zwölf Mieter, die damals den Wohnblock mit aufgebaut haben, leben auch heute noch in der Beimsstraße. Im Sommer 2020 haben sie – gemeinsam mit ehemaligen „Ureinwohnern“ – das 55-jährige Bestehen gefeiert und auch dabei wieder einige Anekdoten zum Besten gegeben. Da-rüber, dass die Jungen im Haus ihre eigene Fußballelf hatten, dass jeder dem anderen half, dass man die Kinder gegenseitig betreute oder dass im Sandkasten viele Weitsprungwettbewerbe ausgetragen wurden. Auf die Geschichten zum 60-jährigen freuen wir uns schon jetzt!
Jörg Koßmann und Jens Schneider, Vorstand
www.diestadtfelder.de

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