Eigene Stärken und Schwächen kennen

In den sozialen Netzwerken abhängen, alle paar Minuten einen Post absetzen … Influencer werden oder Youtube-Star. Für ihr Interesse an mobilen Endgeräten und deren intensive Nutzung verbunden mit der Unentschlossenheit, was die Jobperspektiven betrifft, ernten Jugendliche häufig Kopfschütteln. Cornelia Schütze zuckt bei diesem Thema mit den Schultern. Seit 20 Jahren ist sie bei der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg verantwortlich für die Ausbildung junger Menschen und kann mit diesem Klischee nicht viel anfangen. „Natürlich hat sich in den vergangenen Jahren vieles verändert, aber was unseren Bereich betrifft, kann ich nichts Negatives äußern. Seitdem ich in dieser Position tätig bin, haben alle Bewerber, die wir eingestellt haben, ihre Ausbildung auch erfolgreich beendet“, erklärt Cornelia Schütze. „Und über einen Mangel an Bewerbern können wir uns in unserer Branche ebenfalls nicht beklagen.“

In zwei Berufen bildet die Wobau aus: Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement sowie Immobilienkauffrau/Immobilienkaufmann. Seit 1989 hat das Unternehmen 105 Immobilienkaufleute angelernt – 37 davon sind noch heute bei der Wobau tätig. Auszubildende für Büromanagement werden seit 1999 qualifiziert – von den insgesamt 41 arbeiten noch 13 im Unternehmen. Für beide Berufe ist mindestens ein guter erweiterter Realschulabschluss (die Note 2 in Mathematik, Deutsch, Englisch und Sozialkunde) oder Abitur vonnöten. Drei Jahre dauert es, bis die Qualifikation, die im Unternehmen und in der Berufsschule absolviert wird, abgeschlossen ist. In dieser Zeit durchlaufen die Auszubildenden alle Bereiche des Unternehmens – von der Kundenbetreuung bis zum Controlling. Wer sich für Büromanagement entscheidet, wird während der Qualifikationsphase hauptsächlich mit den Themen kaufmännische Steuerung und Kontrolle, Assistenz und Sekretariat, Marketing und Vertrieb sowie Personalwirtschaft konfrontiert. Bei den Immobilienkauffrauen/-kaufmännern liegt das Hauptaugenmerk auf den Themen Immobilienvermietung und -bewirtschaftung, Verwaltung und Pflege des Immobilienbestandes, kaufmännische Steuerung und Kontrolle, Verwaltung gewerblicher Objekte, Erwerb, Veräußerung und Vermittlung von Immobilien sowie Begleitung von Bauvorhaben.

„Den Themen Vermietung und Kundenbetreuung wird während der Ausbildung eine besondere Bedeutung beigemessen. Denn das ist die Basis für alles, was später kommt. Aus diesem Grund werden die Auszubildenden zunächst mit den Abläufen in den Geschäftsstellen vertraut gemacht“, so Cornelia Schütze. Daher sei es wichtig, dass Bewerber offen und kommunikativ sind, ein gutes Sprach- und Ausdrucksvermögen besitzen und Eigeninitiative zeigen. „Mit circa 20.000 Wohnungen im Bestand der Wobau sind wir für mehr als 50.000 Mieterinnen und Mieter die Ansprechpartner für unterschiedliche Belange. Hinzu kommen circa 500 Gewerbeeinheiten, deren Unternehmerinnen und Unternehmer wir betreuen. Der Kontakt zu diesen Menschen – egal, ob Wohnung oder Gewerbeeinheit – macht unser Unternehmen aus und das ist glücklicherweise auch der Punkt während der dreijährigen Qualifikationszeit, der unseren Azubis viel Spaß macht“, meint die Ausbildungsverantwortliche.

Ebenfalls als Herausforderung, aber auch als angenehme Abwechslung vom Arbeitsalltag werden die diversen Projekte angesehen. So müssen die Auszubildenden die Auftritte der Wobau bei Berufsfindungsmessen vorbereiten und das Unternehmen an einem Stand präsentieren – beispielsweise am 13. März dieses Jahres, wenn die Agentur für Arbeit und die Industrie- und Handelskammer Magdeburg zur Berufsfindungsmesse in das IHK-Tagungszentrum am Alten Markt einladen. „Einmal im Jahr organisieren wir zudem ein innerbetriebliches Projekt mit allen Azubis. Zuletzt war ihre Aufgabe, den gesamten Bestand der Geschäftsstelle Süd auf ‚Young-Living‘-Tauglichkeit zu überprüfen. Dabei musste evaluiert werden, worauf junge Menschen – sowohl Familien als auch Singles – Wert legen. Das betrifft den Wohnraum und auch die Umgebung. Welche Restaurants oder Bars gibt es in der Nähe, wo befinden sich Spielplätze, welche Möglichkeiten, um Sport zu treiben, haben die Anwohner? Diese und andere Fragen sollten beantwortet und in einer Abschlusspräsentation aufbereitet werden. Und da sie dieses Projekt in einer größeren Gruppe absolvieren, müssen sie sich selbst organisieren, die unterschiedlichen Aufgaben verteilen und sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst sein.“

Beliebt sind auch die Ausbildungsfahrten, die in jedem Jahr von der Wobau organisiert werden. Dieses Mal geht die Reise nach Rostock. Dort gibt es einen Erfahrungsaustausch mit der kommunalen Wohnungsgesellschaft WIRO (Wohnen in Rostock) und eine der Aufgaben der Teilnehmer wird es sein, ihr Ausbildungsunternehmen vorzustellen. „Das ist wichtig, um einen Blick über den Tellerrand zu werfen“, meint Cornelia Schütze. Eine weitere Möglichkeit zur Horizonterweiterung bietet sich bei einem Auslandspraktikum. „Wer Initiative zeigt und gute Leistungen bringt, kann an einem vierwöchigen Praktikum auf Malta teilnehmen, das wir in Kooperation mit dem Europäischen Bildungsverbund organisieren. Auch dabei bekommen sie einen Einblick in ein Wohnungsunternehmen vor Ort. Unerlässlich dafür sind natürlich gute Englischkenntnisse.“ Diese werden ebenso wie ein gutes Zahlenverständnis, Zielstrebigkeit und Lernbereitschaft generell für die Ausbildung vorausgesetzt. „Und alle, die ihre Abschlussprüfung erfolgreich meistern, werden nach den drei Jahren übernommen“, erzählt Cornelia Schütze abschließend.         Tina Heinz

Mehr Informationen zu einem Ausbildungsplatz bei der Wobau gibt es unter www.wobau-magdeburg.de/meine_wobau_ausbildung.asp

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