Ein Hauch von Ewigkeit

Seine Werke beeindrucken durch Tiefgründigkeit und Feinheit. Gläserne Kunstwerke von Christof Grügers sind nicht nur in Magdeburg zu sehen.
Eine Exposition im Dom.

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Christof Grügers Ceuvre ist unheimlich facettenreich und reicht von seinen Anfängen der Batiktechnik über seine bedeutenden Glas-Beton-Fenster, Mosaike, Emailarbeiten, die Metallgestaltung und die Malerei bis hin zu großen Teppichkunstwerken. Seiner Kunst ist eine Ausstellung gewidmet, die am 29. August im Magdeburger Dom eröffnet wird, gestaltet von Wilfried Kiel.

Sachsen-Anhalt war für viele Jahre Christof Grügers Lebensmittelpunkt, sodass er in seinem großen Atelier in Schönebeck seine künstlerische Heimat fand, nachdem er in Weimar an der Hochschule für Architektur und Bildende Kunst studierte. Er war ein künstlerischer Wanderer zwischen den Stilrichtungen, ließ sich keine Grenzen setzen im Bearbeiten von Themen und Materialien und fand in der Musik, Natur und der Religiosität immer wieder neue Inspiration, die er auf abstrakte oder figurale Weise in seinen Werken verarbeitete. Er arbeitete fundiert, führte Studien durch, wie man die Materialien noch besser miteinander kombinieren könnte und sie sich zur Bearbeitung eignen, Genauigkeit und Neugier waren seine Begleiter, die ihn immer weitertrugen.

Die Ausstellung „Ein Hauch von Ewigkeit“ gibt einen Einblick in seine Arbeiten durch originale Teppiche und Fotografien seiner berühmten Glasfenster. Es ist nicht die erste Grüger-Ausstellung in Magdeburg, bereits kleinere Kabinettausstellungen waren im Hegel-Gymnasium und in der Galerie Süd zu sehen, aber dieses Mal liegt der Schwerpunkt auf der Region und einem Eindruck des Gesamtwerkes.

In der Szene war er als Künstler sehr geschätzt von seinen Künstlerkolleginnen und Kollegen und galt beim künstlerischen Nachwuchs als „Vater der Glaskunst“. Wenn man sonst Galerien und Museen als Kunstorte zum Präsentieren der Arbeiten ansieht, so war Christof Grügers Ansinnen, die Kunst nah zu den Menschen zu bringen, sodass er gerade seine Fensterarbeiten für viele öffentliche Gebäude gestaltete u.a. eine Sport- und Gymnastikhalle, Wohngebäude, aber im Schwerpunkt Kirchen in ganz Deutschland. Kollegen beschrieben den 2014 verstorbenen Künstler als sehr empathischen, lebensbejahenden Menschen, der stets mit einem wohlwollenden Urteil die Welt betrachtete, nicht unkritisch, aber stets zugewandt sich eher mit einer Portion Zurückhaltung zeigte. Eine enge Freundschaft verband ihn mit Katharina Heise und Hans Oldenburger, mit denen er auch gemeinsam künstlerische Gesprächsrunden führte, bei denen sie sich über die Künste austauschten und Visionen gesponnen werden konnten.

Seine Hauptwerke der Glaskunst sind in Meiningen und Leinefelde sichtbar, aber auch in seiner Heimat Schönebeck ist ein Wandbehang in der St. Jacobi Kirche zu finden – er hat seine Spuren in vielen Orten hinterlassen, darunter auch in Wanzleben, Burg, Berlin, Dessau, Friedrichroda und im Grassi Museum in Leipzig, um nur einige zu benennen. Auch in Magdeburg sind Grügers Spuren zu finden, einmal in der Weitlingstraße, im ehemaligen Bibliotheksgebäude, dort sind großformatige Glasfenster zu entdecken, vor kurzem wurde bei Renovierungsarbeiten ein frühes Werk von Christof Grüger wiederentdeckt, das erste Betonglasfenster aus dem Jahr 1963 das er im ehemaligen Nobertuskolleg in der Sieverstorstraße hinterlassen hat. Dieses konnte nach Abriss des Gebäudes gesichert und eingelagert werden.

Grügers Werke gelten als das Betreten einer anderen Welt, die es lohnt zu erkunden, sich ganz persönlich mit den Themen, die er angesprochen hat, auseinanderzusetzen. Es sind Werke, die ihre Botschaft auch in der Zukunft nicht verlieren werden.

Die Ausstellung wurde unterstützt durch den Domförderverein, die Evangelische Domgemeinde und die Landeshauptstadt Magdeburg. Sie ist vom 28. August bis Ende Oktober zu sehen, täglich zu den Domöffnungszeiten von 10-18 Uhr bzw. 10-17 Uhr. Der Eintritt ist zu Vernissage und Ausstellungsbegehung frei. Isabel Tönniges

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